Joggen mit Kinderwagen: 37% weniger Verletzungen laut Studie
Veröffentlicht am: 14.08.2026 um 23:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Aktuelle Forschungsergebnisse aus den USA liefern neue Erkenntnisse zur sportlichen Betätigung von Eltern. Eine im August 2026 im Fachjournal PLOS One veröffentlichte Untersuchung befasst sich mit den Auswirkungen des Joggen mit Kinderwagen auf den Bewegungsapparat.
Die Daten deuten darauf hin, dass die Nutzung eines Laufkinderwagens entgegen weitläufiger Erwartungen mit einem signifikant geringeren Verletzungsrisiko verbunden ist als das Laufen ohne entsprechende Ausrüstung.
Statistische Auswertung des Verletzungsgeschehens
Im Rahmen der Studie wurden insgesamt 250 Elternteile untersucht, von denen 200 regelmäßig mit einem Kinderwagen joggten. Die statistische Analyse der dokumentierten Vorfälle zeigt eine deutliche Diskrepanz zwischen den Gruppen: Während die Verletzungsrate bei den Personen, die ohne Kinderwagen liefen, bei 30 % lag, belief sich dieser Wert bei den Eltern mit Kinderwagen auf lediglich 19 %.
Noch deutlicher wird dieser Unterschied bei der Betrachtung der Verletzungshäufigkeit bezogen auf die zurückgelegte Distanz. Die Forscher ermittelten für das Laufen mit Kinderwagen eine rate von 0,19 Verletzungen pro 1000 Meilen.
Im Gegensatz dazu lag der Wert für Läufer ohne Kinderwagen mit 0,42 Verletzungen pro 1000 Meilen mehr als doppelt so hoch. Diese Zahlen belegen, dass die zusätzliche Last und die veränderte Haltung beim Schieben eines Buggys nicht zwangsläufig zu einer höheren physischen Belastung führen müssen, die in Verletzungen resultiert.
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Biomechanische Faktoren für die Prävention
Die Autoren der Studie führen die geringeren Verletzungsraten auf spezifische biomechanische Faktoren zurück, die durch die Nutzung eines Kinderwagens beeinflusst werden. Ein wesentlicher Aspekt sei die Stoßdämpfung der verwendeten Sportgeräte, die einen Teil der Aufprallenergie abfange.
Zudem beobachteten die Wissenschaftler eine gleichmäßigere Schrittfrequenz bei den Probanden, die einen Kinderwagen schoben. Diese Stabilisierung des Bewegungsablaufs scheint einen präventiven Effekt auf das Skelett- und Muskelsystem zu haben. Die Notwendigkeit, den Wagen zu führen und zu stabilisieren, führt offenbar zu einer kontrollierteren Lauftechnik, welche die Gelenke und Sehnen schont.
Fokus auf Plantarfasziitis und Sicherheitshinweise
Trotz der insgesamt niedrigeren Verletzungsrate identifizierte die Studie spezifische Problemzonen. Als die am häufigsten auftretende Verletzung unter den Teilnehmern wurde die Plantarfasziitis ermittelt.
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Hierbei handelt es sich um eine schmerzhafte Entzündung der Sehnenplatte an der Fußsohle, die durch Überlastung entstehen kann. Experten raten daher dazu, trotz der stabilisierenden Wirkung des Kinderwagens auf eine angemessene Steigerung des Trainingspensums und geeignetes Schuhwerk zu achten.
Neben den Auswirkungen auf die Läufer thematisiert die im August 2026 publizierte Forschung auch die Sicherheit der mitgeführten Kinder. Die Experten sprechen in ihrem Bericht eine deutliche Empfehlung aus, bei Säuglingen unter 6 Monaten besondere Vorsicht walten zu lassen.
In diesem Alter sei die physische Entwicklung, insbesondere der Nackenmuskulatur und der Wirbelsäule, oft noch nicht weit genug fortgeschritten, um den Erschütterungen beim schnellen Laufen ohne gesundheitliche Risiken standzuhalten. Für diese Altersgruppe sollten Eltern daher Rücksprache mit Fachleuten halten oder auf weniger erschütterungsintensive Aktivitäten ausweichen.
