Joghurt gegen Altern: 2,2% weniger Zellalterung in 3 Monaten
Veröffentlicht am: 18.07.2026 um 19:20 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Besonders Fastenmethoden wie das Scheinfasten stehen im Fokus.
Beim Scheinfasten bekommt der Körper durch eine spezielle NĂ€hrstoffzusammensetzung eine Fastenperiode suggeriert â gegessen wird trotzdem, nur in geringem Umfang. Der ErnĂ€hrungsmediziner Andreas Michalsen erklĂ€rte Mitte Juli: Ziel ist die Aktivierung der Autophagie, einem zellinternen Recyclingprozess. Dabei baut der Körper beschĂ€digte Zellbestandteile ab.
Experten sehen klinisch relevante Vorteile des Fastens bei Bluthochdruck und rheumatischen Erkrankungen. Neben dem Scheinfasten kommen auch Intervallfasten und klassisches Heilfasten zum Einsatz. Sie alle reduzieren EntzĂŒndungsprozesse und regulieren den Stoffwechsel.
Neue Erkenntnisse aus der Zellforschung
Die molekularbiologische Forschung liefert parallel spannende AnsÀtze. Eine am 16. Juli veröffentlichte Studie von Stanford Medicine untersuchte den EP2-Rezeptor auf Immunzellen. Blockierten die Forscher diesen Rezeptor bei MÀusen, wurden alternde Zellen effizienter beseitigt. Die Folge: bessere kognitive Leistung und mehr Muskelmasse.
Die Forscher stellten zudem fest: Das Altern verlĂ€uft beim Menschen in SchĂŒben. Die kritischen Phasen liegen um das 34., 60. und 78. Lebensjahr.
Forscher der University of Pittsburgh identifizierten Mechanismen der TelomerverlĂ€ngerung in Krebszellen. FĂŒr die Longevity-Forschung ist das relevant â es zeigt die Balance zwischen Geweberegeneration und dem Risiko unkontrollierter Zellvermehrung.
An der Ruhr-UniversitĂ€t Bochum stellten Wissenschaftler Mitte Juli eine neue Bildgebungsmethode vor. âcFReIâ erlaubt prĂ€zisere Untersuchungen der Protein-Entfaltung und -Aggregation in Zellen. Das ermöglicht neue Einblicke in die Entstehung von ZellschĂ€den.
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Joghurt als Anti-Aging-Mittel?
Dass alltĂ€gliche ErnĂ€hrungsentscheidungen die Zellalterung beeinflussen, zeigt eine Studie vom 17. Juli. 48 ĂŒbergewichtige MĂ€nner aĂen drei Monate lang tĂ€glich 100 Gramm probiotischen Joghurt. Ergebnis: Die Zellalterung verlangsamte sich um 2,2 Prozent, gemessen mit dem DunedinPACE-Test. Die Autoren fĂŒhren den Effekt auf reduzierte chronische EntzĂŒndungen zurĂŒck.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) betont in ihren aktualisierten Leitlinien fĂŒr 2026 ebenfalls die Bedeutung des Lebensstils. Demnach sind bis zu 45 Prozent des Demenzrisikos durch modifizierbare Faktoren vermeidbar. Die WHO empfiehlt:
- RegelmĂ€Ăige Bewegung und soziale AktivitĂ€t
- Ausgewogene ErnÀhrung sowie Behandlung von Bluthochdruck und Diabetes
- Verzicht auf Tabak und Reduktion von Alkohol
- Nutzung von HörgerÀten bei Schwerhörigkeit zur geistigen Anregung
Explizit warnt die Organisation vor Vitamin- oder Omega-3-Supplementen zur reinen PrÀvention. Die Evidenzlage sei unzureichend.
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KI und personalisierte PrÀvention
Die Branche setzt zunehmend auf Technologie. Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) entwickelt im Projekt âCPN-Mapâ ein KI-basiertes System fĂŒr individuelle ErnĂ€hrungsempfehlungen. Das Bundesministerium fĂŒr Bildung und Forschung fördert das Projekt mit 1,8 Millionen Euro. Ziel: personalisierte Vorhersagemodelle fĂŒr die Stoffwechselgesundheit.
Das Unternehmen Medifast stellte im Juli mit âTrilivyâ ein neues System zur Stoffwechselgesundheit vor. Eine klinische Studie ĂŒber 16 Wochen zeigte laut Unternehmensangaben eine signifikante Reduktion des viszeralen Fetts â bei weitgehendem Erhalt der fettfreien Masse.
Konzepte zur Blutzuckerregulierung gewinnen ebenfalls an PopularitĂ€t. Die von Jessie InchauspĂ© verbreitete Methode verĂ€ndert die Reihenfolge der Lebensmittelaufnahme: Ballaststoffe vor Kohlenhydraten und Zucker. Das soll Blutzuckerspitzen dĂ€mpfen. Fachleute weisen jedoch darauf hin: Die individuelle Reaktion auf Lebensmittel variiert stark. Die Fokussierung auf einen einzelnen Blutwert reicht fĂŒr langfristige Gewichtsreduktion oft nicht aus.
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