Kaffee, Muskelmasse

Kaffee und Muskelmasse: Finnische Studie belegt Körper-Vorteile

Veröffentlicht am: 15.08.2026 um 19:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine finnische Kohortenstudie bringt höheren Kaffeekonsum mit niedrigerem Körperfett und mehr Muskelmasse in Verbindung. Behörden bestätigen Sicherheit moderater Mengen.

Kaffee und Gesundheit: Finnische Studie zeigt positive Effekte auf Körperfett und Muskelmasse
Eine Person hält eine Tasse mit schwarzem Kaffee in einer hellen, modernen Küche bei natürlichem Morgenlicht. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen deuten auf eine differenzierte Neubewertung des Kaffeekonsums in Bezug auf die Körperzusammensetzung und den Hormonhaushalt hin.

Im Zentrum der Forschung stehen dabei neue Daten aus Finnland, die Zusammenhänge zwischen einer höheren Kaffeeaufnahme und physiologischen Parametern wie dem Fettanteil und der Muskelmasse aufzeigen. Diese Erkenntnisse ergänzen bestehende Richtlinien internationaler Gesundheitsbehörden zur Sicherheit und zu potenziellen Risiken des Koffeinkonsums.

Zusammenhang zwischen Kaffeekonsum und Körperzusammensetzung

Eine Mitte Juli 2026 im European Journal of Nutrition veröffentlichte Studie der Universität Oulu untersuchte den Einfluss von Kaffee auf verschiedene metabolische Faktoren. Die Analyse basierte auf Daten der sogenannten Northern Finland Birth Cohort 1966, an der 2.264 Probanden im Alter von 46 Jahren teilnahmen.

Die Ergebnisse der Beobachtungsstudie weisen darauf hin, dass ein höherer Kaffeekonsum mit einem niedrigeren Anteil an Gesamt- und Viszeralfett sowie einer höheren Skelettmuskelmasse assoziiert ist.

Interessanterweise stellten die Forscher fest, dass diese positiven Korrelationen bei den Probanden trotz eines ähnlichen Body-Mass-Index (BMI) auftraten. Zudem wurde bei beiden Geschlechtern eine Verbindung zu niedrigeren Werten verzweigtkettiger Aminosäuren beobachtet.

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Die Studienautoren betonten jedoch ausdrücklich, dass es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, weshalb keine direkte Kausalität zwischen dem Kaffeekonsum und den körperlichen Veränderungen nachgewiesen werden kann.

Geschlechtsspezifische Auswirkungen auf den Hormonhaushalt

Neben der Körperzusammensetzung analysierte die finnische Forschungsgruppe auch hormonelle Profile. Hierbei zeigten sich geschlechtsspezifische Unterschiede. Bei männlichen Studienteilnehmern war ein höherer Kaffeekonsum mit einem günstigeren Glukose-Insulin-Verhältnis sowie einem höheren Testosteronspiegel verbunden. Zudem wurde bei Männern ein höheres Niveau an Sexualhormon-bindendem Globulin (SHBG) festgestellt.

Bei den weiblichen Teilnehmerinnen der Kohorte zeigte sich ebenfalls ein Zusammenhang mit höheren SHBG-Werten. Darüber hinaus wurde bei Frauen eine Korrelation zwischen höherem Kaffeekonsum und niedrigeren Werten an freien Androgenen beobachtet. Diese Ergebnisse legen nahe, dass Kaffee Einfluss auf die endokrine Regulation nehmen könnte, wobei die genauen Mechanismen weiterer Forschung bedürfen.

Richtlinien zur Sicherheit und gesundheitliche Grenzwerte

Die Einordnung dieser positiven Aspekte erfolgt vor dem Hintergrund etablierter Sicherheitsempfehlungen. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) stufte in einer Bewertung von Mitte August 2026 eine tägliche Aufnahme von bis zu 400 mg Koffein für gesunde Erwachsene als gesundheitlich unbedenklich ein.

Als Einzeldosis gelten 200 mg als sicher. Gleichzeitig wies die Behörde darauf hin, dass Kaffeekonsum den Blutdruck temporär um 10-20 mmHg steigern kann.

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Ähnliche Richtlinien vertritt die American Heart Association (AHA). In einer Stellungnahme vom Juli 2026 wurde ein moderater Konsum von bis zu fünf Tassen Kaffee pro Tag, was etwa 400 mg Koffein entspricht, als sicher bewertet. Die AHA warnte jedoch vor dem Konsum von Energydrinks, die oft die drei- bis vierfache Menge an Koffein im Vergleich zu herkömmlichem Kaffee enthalten und damit das Risiko für Herz-Kreislauf-Schäden erhöhen können.

Medizinische Warnhinweise für Risikogruppen

Trotz der in der finnischen Studie beobachteten Vorteile raten Mediziner bei bestimmten Vorerkrankungen zur Vorsicht. Ein Kardiologe gab im August 2026 zu bedenken, dass bei Patienten mit einem Blutdruck von über 160/100 mmHg bereits zwei Tassen Kaffee pro Tag das Risiko für einen Herztod verdoppeln können.

Für Herzpatienten wird daher empfohlen, eine maximale Menge von drei Tassen, was etwa 250 mg Koffein entspricht, nicht zu überschreiten. Diese Differenzierung verdeutlicht, dass die individuelle gesundheitliche Verfassung maßgeblich für die Bewertung des Kaffeekonsums bleibt.

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