Kaffeekonsum: Studie belegt höhere Muskelmasse und weniger Körperfett
Veröffentlicht am: 16.08.2026 um 11:40 Uhr | Redaktion boerse-global.deIn einer im Juli 2026 vorgestellten Untersuchung der UniversitĂ€t Oulu wurden die ZusammenhĂ€nge zwischen Kaffeekonsum, dem Hormonhaushalt und verschiedenen metabolischen Markern detailliert analysiert. Die im Fachmagazin European Journal of Nutrition veröffentlichte Studie stĂŒtzt sich auf Daten von insgesamt 2264 Probanden im Alter von 46 Jahren.
Ziel der Forschungsarbeit war es, die Auswirkungen der Koffeinaufnahme auf Sexualhormone sowie die Körperzusammensetzung und Stoffwechselprozesse bei MÀnnern und Frauen im mittleren Lebensalter zu evaluieren.
Geschlechtsspezifische Auswirkungen auf den Hormonhaushalt
Die Ergebnisse der Forscher aus Oulu deuten auf signifikante Korrelationen zwischen der Menge des konsumierten Kaffees und der Konzentration bestimmter Hormone hin. Bei mÀnnlichen Teilnehmern korrelierte ein höherer Kaffeekonsum mit einem Anstieg des Gesamt-Testosterons um 0,29 nmol/L pro Tasse.
Parallel dazu wurde ein Anstieg des Sexualhormon-bindenden Globulins (SHBG) um 0,57 nmol/L pro Tasse sowie ein höheres Niveau an bioverfĂŒgbarem Testosteron festgestellt. Im Gegensatz dazu fiel der Wert des freien Testosterons bei den mĂ€nnlichen Probanden geringfĂŒgig niedriger aus.
Bei den untersuchten Frauen zeigten sich andere Tendenzen. Ein klarer Zusammenhang zwischen der Kaffeemenge und dem Gesamt-Testosteron konnte hier nicht belegt werden. Allerdings dokumentierten die Wissenschaftler auch in dieser Gruppe ein höheres SHBG-Niveau sowie eine geringere Konzentration an freiem Testosteron beziehungsweise niedrigeren freien Androgenen bei steigendem Konsum.
Körperzusammensetzung und metabolisches Profil
Neben den hormonellen Faktoren untersuchte die Studie den Einfluss auf die physische Konstitution. Den Daten zufolge war ein hoher Kaffeekonsum von fĂŒnf oder mehr Tassen pro Tag mit einem niedrigeren Körperfettanteil assoziiert. Dieser lag bei den Vieltrinkern bei 27,1 %, wĂ€hrend Probanden mit einem moderaten Konsum von ein bis zwei Tassen einen Durchschnittswert von 30,4 % aufwiesen.
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Zudem verfĂŒgten Personen mit hohem Kaffeekonsum ĂŒber eine höhere Muskelmasse von durchschnittlich 32,5 kg im Vergleich zu 30,2 kg bei moderaten Konsumenten. Auch beim viszeralen Fett zeigten sich Unterschiede: Die Werte lagen bei 102,5 cmÂČ gegenĂŒber 108,6 cmÂČ in der Vergleichsgruppe.
Hinsichtlich der Stoffwechselparameter beobachteten die Experten bei MĂ€nnern gĂŒnstigere Insulinwerte. GeschlechterĂŒbergreifend war ein höherer Konsum zudem mit niedrigeren verzweigtkettigen AminosĂ€uren und einem insgesamt vorteilhafteren Glukose-Insulin-Profil verbunden.
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Methodische EinschrÀnkungen und wissenschaftliche Einordnung
Trotz der detaillierten Ergebnisse betonen die Autoren der UniversitÀt Oulu den Charakter der Untersuchung als Beobachtungsstudie. Eine direkte KausalitÀt könne daraus nicht abgeleitet werden. Kritiker wiesen zudem auf eine Unausgewogenheit der untersuchten Gruppen hin. So betrug der MÀnneranteil in der Gruppe der Vieltrinker 55 %, wÀhrend er bei den Wenigtrinkern lediglich bei 35 % lag, was die Vergleichbarkeit erschweren könnte.
Ein weiterer relevanter Aspekt fĂŒr die Einordnung der Ergebnisse ist die AktualitĂ€t der Datengrundlage. Obwohl die Veröffentlichung der Analyse im Juli 2026 erfolgte, stammen die zugrunde liegenden Rohdaten aus Erhebungen des Jahres 2012. Die Studie liefert somit einen wichtigen Beitrag zur langfristigen Betrachtung von ErnĂ€hrungsgewohnheiten, bedarf jedoch fĂŒr eine abschlieĂende klinische Bewertung weiterer prospektiver Untersuchungen.
