KI-Browser: Studie zeigt Same-Origin-Policy-Lücken in vier Systemen
Veröffentlicht: 05.07.2026 um 15:26 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Der Download belegt rund drei Gigabyte Speicherplatz und dient den Copilot-Funktionen des Browsers. Nutzer entdecken die Datei über die Speicherverwaltung in der Systemsteuerung von Windows.
Der Schritt folgt einem Trend im Browser-Markt: Bereits Anfang des Jahres installierte Google Chrome ein vier Gigabyte großes KI-Modell namens Gemini Nano vor. Es unterstützt lokale Funktionen wie Betrugserkennung, Schreibhilfe und automatische Formularausfüllung. Zwar können Nutzer diese Funktionen manuell deaktivieren und die Daten löschen – der Vorgang gilt jedoch als umständlich.
Sicherheitslücken in KI-gestützten Browsern
Die automatische Installation großer KI-Modelle fällt mit wachsenden Sicherheitsbedenken zusammen. Eine Studie der University of Washington vom 4. Juli 2026 zeigt: Vier von sieben getesteten KI-Browsern konnten die Same-Origin-Policy umgehen – eine grundlegende Sicherheitsmaßnahme, die verhindert, dass Webseiten auf Daten anderer Ursprünge zugreifen.
Die Forscher demonstrierten erfolgreiche Angriffe auf verschiedene Plattformen, darunter ChatGPT Atlas, Chrome mit Gemini und Perplexity Comet. Besonders besorgniserregend: Die Schwachstellen ermöglichen Prompt-Injection und Memory-Poisoning – Angriffe, mit denen Kriminelle persönliche Daten kompromittieren können.
Diese Sicherheitslücken werden bereits ausgenutzt. Ein aktueller Malware-Feldzug namens TimbreStealer zielt auf Unternehmen in Mexiko ab. Die Angreifer nutzen DLL-Seitenladung über vertrauenswürdige Update-Dienste wie EdgeUpdate und GoogleUpdater, um schädliche Dateien einzuschleusen. Einmal aktiv, stiehlt die Software Browser-, E-Mail- und Cloud-Synchronisationsdaten.
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Microsoft Edge Version 150: Neuerungen und Kontrollmöglichkeiten
Parallel zur KI-Datei hat Microsoft Version 150.0.4078.48 seines Browsers veröffentlicht. Hauptmerkmal: Die Unterstützung von Google-Konto-Anmeldungen. Nutzer können ihre Daten nun mit einem Nicht-Microsoft-Konto synchronisieren. IT-Administratoren erhalten über eine spezielle Anmelderichtlinie die Kontrolle über diese Funktion.
Das Update bringt zudem neue Intune-MAM-Schutzmaßnahmen (Mobile Application Management) für Downloads zu OneDrive sowie eine Richtlinie für WebView2-Downgrades. Diese Änderungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem Windows 11 weiter Marktanteile gewinnt – im Juni 2026 nutzten bereits 70 Prozent der Steam-Spieler das Betriebssystem.
Strategische Neuausrichtung bei Microsofts KI-Angeboten
Der Hintergrund-Download der KI-Komponenten ist Teil einer breiteren Konsolidierung von Microsofts KI-Produkten. Der Konzern plant, bis August 2026 alle Copilot-Varianten in einer einzigen Anwendung zusammenzuführen. Hintergrund: Interne Vermerke zeigen, dass Copilot seinen Nutzen für die Kunden unter Beweis stellen muss – derzeit zahlen weniger als 4,5 Prozent der Microsoft-365-Geschäftskunden für den Dienst.
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Auf Nutzerproteste bezüglich Privatsphäre und Autonomie reagierte Microsoft am 5. Juli 2026 mit einem neuen „Meeting AI“-Schalter. Diese Funktion erlaubt es Besprechungsorganisatoren und -präsentatoren, KI-Agenten wie Copilot und Facilitator während aktiver Sitzungen zu deaktivieren.
Noch tiefergehende KI-Integrationen verfolgt Microsoft mit „Project Aion“ – einem durchgesickerten experimentellen Betriebssystem-Prototypen, der auf Web-Technologie und einer modifizierten Edge-Version basiert. Die Zukunft von Project Aion ist ungewiss, doch es deutet auf eine Entwicklung hin zu einem „agentischen“ Betriebssystem hin, bei dem KI direkt in die grundlegende Navigationsebene eingebettet ist.
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