KI in Schulen: Studie mit 26.000 Schülern zeigt 20% Prüfungsrückgang
Veröffentlicht: 05.07.2026 um 13:36 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Dänemarks Bildungseinrichtungen melden einen dramatischen Anstieg von KI-Betrugsverdachtsfällen bei schriftlichen Abschlussprüfungen. Schulleiter fordern nun nationale Richtlinien, um die akademische Integrität zu retten.
Frederiksberg Gymnasium schlägt Alarm
An der Kopenhagener Eliteschule Frederiksberg Gymnasium hat Rektorin Maja Bødtcher-Hansen einen massiven Anstieg von Fällen gemeldet, bei denen Schüler während der schriftlichen Abiturprüfungen verdächtigt wurden, KI einzusetzen. Die Schulleiterin betont, dass das Problem auf lokaler Ebene kaum zu bewältigen sei. „Wir brauchen dringend nationale Leitlinien“, so Bødtcher-Hansen.
Der Vorfall ist kein Einzelfall. Landesweit beobachten Pädagogen, dass Schüler in schriftlichen Prüfungen schlechter abschneiden als in früheren Jahren. Die Vermutung liegt nahe: Die Abhängigkeit von KI-Tools schwächt grundlegende akademische Fähigkeiten. Einige Schulen haben bereits die Notbremse gezogen und bestimmte digitale Werkzeuge vorübergehend verboten.
Chinesische Langzeitstudie bestätigt Befürchtungen
Die dänischen Erfahrungen decken sich mit einer großangelegten Studie aus China. Forscher begleiteten 26.000 Schüler der Klassen 7 bis 12 über zwei Jahre. Das Ergebnis ist alarmierend: Während die Hausaufgabennoten der KI-Nutzer um 18 Prozent stiegen, fielen ihre Prüfungsergebnisse um 20 Prozent.
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Besonders tückisch: Die negativen Effekte zeigen sich erst nach etwa zwei Jahren – dann aber umso heftiger. Bei Aufnahmeprüfungen sackten die Ergebnisse um 18 bis 24 Prozent ab. Am stärksten betroffen waren gesellschaftswissenschaftliche Fächer mit einem Rückgang von 27 Prozent. Hirnforscher warnen: Übermäßige KI-Nutzung könnte grundlegende kognitive Fähigkeiten und kritisches Denken nachhaltig schädigen.
Integration statt Verbote – ein neuer Ansatz
Nicht alle Schulen setzen auf Verbote. In Skive entwickelt Lehrer Jens Randrup Methoden, KI konstruktiv in den Unterricht einzubinden. Sein Ziel: Schüler lernen, die Software transparent und effektiv als Lernwerkzeug zu nutzen – nicht als Ersatz für eigene Anstrengung.
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Schweden macht den Anfang
Während Dänemark noch über Maßnahmen diskutiert, hat Schweden bereits gehandelt: Ein landesweites Handyverbot in Schulen soll die Konzentration auf traditionelles Lernen fördern. Die Maßnahme wird von Regierung und Bevölkerung unterstützt – sehr zum Ärger der Bildungs-Technologiebranche. Dänische Behörden prüfen nun ähnliche Einschränkungen.
Internationale Wellen
Der Druck auf das Bildungssystem zeigt sich auch international. In Melbourne, Australien, wurden Dutzende Zwölftklässler des Mazenod College disziplinarisch belangt, weil sie KI zur Erstellung von Reden für eine wichtige Englischprüfung nutzten. Und die Universität Kopenhagen hat ihre Politik geändert: Ab sofort werden Zeugnisse von Nachprüfungen im August nicht mehr akzeptiert – ein Schritt, der vor allem kranke Schüler trifft.
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