KI-Vorbereitung: Nur 4% der Unternehmen fühlen sich gerüstet
Veröffentlicht: 16.07.2026 um 05:33 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Der Return on Investment kletterte von 17 auf 24 Prozent. Das zeigt eine aktuelle Studie von SAP und Oxford Economics.
Besonders viel versprechen sich die Firmen von agentischer KI. Laut der Analyse könnte diese Technologie in den nächsten zwei Jahren einen ROI von 18 Millionen Euro bringen. Klingt nach einer Erfolgsgeschichte – wäre da nicht die mangelnde Vorbereitung.
Nur vier Prozent fühlen sich bereit
Gerade einmal vier Prozent der befragten Unternehmen sehen sich vollständig gerüstet für den KI-Einsatz. Ein heikles Feld bleibt die menschliche Kontrolle: 57 Prozent der Betriebe haben keine festgeschriebenen Prozesse für die Aufsicht von KI-Agenten.
Dazu kommen Qualitätsprobleme. 81 Prozent der Organisationen berichten von Schwierigkeiten, die auf unzureichende KI-Systeme zurückgehen. Die Technologie liefert Rendite – aber die Basis wackelt.
Boehringer stoppt Milliarden-Investition in Deutschland
Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zwingen Unternehmen zu harten Entscheidungen. Boehringer Ingelheim legte im ersten Halbjahr 2026 ein Umsatzplus von 16,2 Prozent auf 15,8 Milliarden Euro vor. Treiber war die starke Nachfrage nach Medikamenten gegen Lungenkrankheiten in den USA.
Trotz des Erfolgs stoppte der Pharmakonzern geplante Investitionen von 900 Millionen Euro in Deutschland. Stattdessen verlagert das Unternehmen den Fokus auf Wachstumsmärkte außerhalb Europas.
Parallel dazu skizziert eine Studie des Verbands der Chemischen Industrie (VCI) mit Prognos fünf mögliche Entwicklungspfade für die Chemie-, Pharma- und Biotechbranche bis 2045. Zehn Handlungsfelder sollen die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland sichern.
Hochschulen und Industrie rücken zusammen
Um den technologischen Vorsprung zu halten, setzen Firmen verstärkt auf Kooperationen mit Wissenschaftseinrichtungen. Die Durst Group und die TUM Venture Labs vereinbarten Mitte Juli eine mehrjährige Partnerschaft. Ziel: reale Herausforderungen in Robotik und Automatisierung lösen.
Ebenfalls Mitte Juli weiteten die Fachhochschule Dresden und die National University of Kaohsiung ihre Zusammenarbeit aus. Der Fokus liegt auf Innovationen und Technologietransfer zwischen den Standorten.
Quantensensorik für die Industrie
Das Land Oberösterreich investiert 750.000 Euro in das Projekt QUANTAN. Im Zentrum steht die Weiterentwicklung der Quantensensorik für industrielle Anwendungen. Verfahren wie die Quanteninterferometrie sollen eine zerstörungsfreie Materialprüfung auf neuem Niveau ermöglichen – relevant für Metallverarbeitung, Chemie und Medizintechnik.
Forschung effizienter machen
Auch die Forschungsprozesse selbst werden optimiert. Die Version 2.1 des KDSF-Standards, veröffentlicht im Juli 2026, macht Transferaktivitäten und Ausgründungen an Hochschulen sichtbarer. Gleichzeitig helfen Institutionen wie das SKZ Unternehmen mit Whitepapern, die Qualität von Förderanträgen zu verbessern.
Während deutsche Unternehmen massiv in neue Technologien investieren, fehlen oft die nötigen Prozesse, um die strengen Anforderungen der neuen EU-KI-Verordnung rechtssicher zu erfüllen. Dieser kostenlose Praxisleitfaden bietet Ihnen einen kompakten Überblick über alle Fristen, Risikoklassen und Dokumentationspflichten für Ihren Betrieb. EU AI Act in 5 Schritten verstehen – jetzt kostenlos herunterladen
Die SAGE-Hochschulen fordern in einem Positionspapier vom 29. Juni mehr Gewicht in der Hightech-Agenda. Sie verlangen funktionale Gleichwertigkeit zu Universitäten und eine Vollakademisierung bestimmter Gesundheitsberufe.
Innovation als Wachstumsmotor
Ein historischer Rückblick untermauert die Bedeutung ungehinderter Innovation. Die Wirtschaftsuniversität Wien analysierte US-Wirtschaftsdaten von 1650 bis 2022. Ergebnis: Wer schöpferische Zerstörung behindert, bremst das Wirtschaftswachstum dauerhaft. Innovationen bleiben der entscheidende Motor für Industrialisierung und Wohlstand.
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