Kniearthrose, KraftĂŒbungen

Kniearthrose: FĂŒnf KraftĂŒbungen sollen das Gelenk belastbar halten

Veröffentlicht am: 24.10.2026 um 08:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Fachleute empfehlen angepasstes Training bei Kniearthrose; akute Schwellungen, Blockaden oder InstabilitÀt erfordern eine Àrztliche AbklÀrung.
Ein heller, minimalistisch eingerichteter Physiotherapieraum mit Sportmatten und TrainingsgerÀten auf einem Holzboden. Illustration mit AI erstellt.

Bei Kniegelenksarthrose galt lange Zeit die Schonung als gĂ€ngiger Rat. OrthopĂ€den und Physiotherapeuten betonen jedoch zunehmend, dass Gelenke nicht inaktiv gehalten, sondern durch gezielte Übungen belastbar gemacht werden sollten, um ihre Funktion langfristig zu sichern. Bewegungsmangel und einseitige Entlastung schwĂ€chen die stabilisierende Muskulatur und können Beschwerden verstĂ€rken.

Gezieltes Krafttraining als therapeutische Basis

Ein gesundes Kniegelenk muss Belastungen standhalten können. Der SportorthopĂ€de PD Dr. Daniel P. Berthold vom OrthoCenter MĂŒnchen verweist laut einem Bericht vom 24. Oktober 2026 darauf, dass funktionelles Krafttraining mit VerbundĂŒbungen im Vordergrund stehen sollte.

Als grundlegende Einheiten nennt Berthold fĂŒnf Übungen: Nordic Hamstring Curls (zwei SĂ€tze Ă  drei bis fies Wiederholungen), Farmer's Carry (drei DurchgĂ€nge ĂŒber 30 bis 45 Sekunden), Lateral Band Walks (zwei bis drei DurchgĂ€nge Ă  10 bis 15 Schritte pro Richtung), einbeinige Kniebeugen (zwei bis drei SĂ€tze Ă  sechs bis acht Wiederholungen pro Seite) sowie regulĂ€re Kniebeugen, Kreuzheben oder Ausfallschritte (zwei bis drei SĂ€tze Ă  sechs bis zehn Wiederholungen). FĂŒr den Einstieg empfiehlt er zweimal wöchentlich 20 Minuten Krafttraining.

Auch die Deutsche Gesellschaft fĂŒr OrthopĂ€die und Unfallchirurgie (DGOU) stuft ein gezieltes, medizinisch begleitetes Training als Erstmaßnahme bei den meisten Gelenkbeschwerden ein. Sebastian Sorger, Facharzt fĂŒr OrthopĂ€die und Traumatologie bei Sera Med Weiz, setzt bei Gelenkschmerzen auf individuelle Therapie- und TrainingsplĂ€ne ĂŒber zwölf Monate.

Der Physiotherapeut Joe Hribick verweist darauf, dass Kniebeschwerden etwa 25 Prozent der Erwachsenen im Alter betreffen. Er empfiehlt Übungen wie das Aufstehen vom Stuhl (Sit-to-Stands, beginnend mit einem Satz Ă  zehn Wiederholungen bis hin zu drei SĂ€tzen mit Zusatzgewicht), Side-lying Clamshells zur KrĂ€ftigung der HĂŒftmuskulatur sowie Wadenstretches im Stand.

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Bewegungsumfang und Risiken durch InaktivitÀt

Dass InaktivitĂ€t GelenkschĂ€den sogar begĂŒnstigen kann, untermauern wissenschaftliche Erhebungen. Eine im Fachjournal Journal of Orthopaedic & Sports Physical Therapy veröffentlichte Untersuchung mit Daten von rund 114.800 Personen ergab, dass die Arthrose-HĂ€ufigkeit an HĂŒfte und Knie bei FreizeitlĂ€ufern bei lediglich 3,5 Prozent liegt.

Bei Menschen mit ausgeprĂ€gtem Bewegungsmangel betrug die Quote hingegen 10,2 Prozent, wĂ€hrend sie bei Leistungssportlern im Wettkampfbereich bei 13,3 Prozent lag. Moderates Laufen schadet dem Gelenk demnach nicht. Die Autoren empfehlen fĂŒr LaufanfĂ€nger Einheiten von zehn Minuten drei- bis fĂŒnfmal wöchentlich mit maximal zehn Prozent Steigerung pro Woche.

Bei Schmerzen, die speziell beim Treppabgehen hinter oder um die Kniescheibe auftreten, liegt die Ursache oft in der hohen Bremsarbeit des Oberschenkelmuskels im patellofemoralen Gelenk. Auch hier hilft gezieltes Training fĂŒr Oberschenkel-, HĂŒft- und GesĂ€ĂŸmuskulatur.

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Grenzen der Belastung und Warnsignale

Trotz des Nutzens von AktivitĂ€t erfordert das Training Anpassung. Bei Gonarthrose sollte der Sport zwar nicht verbannt werden, doch bei akuten SchĂŒben mit starkem Ruheschmerz oder Morgensteifigkeit ĂŒber 15 Minuten ist Pausieren ratsam. Zudem zeigen radiologische Befunde nicht immer das Beschwerdebild: Bei mittelschwerer radiologischer Gonarthrose verspĂŒren nur 40 Prozent der Patienten Symptome, bei schwerer Form 60 Prozent.

OrthopĂ€de Lin Xinyu vom Taipei City Hospital warnt vor zu abrupten Belastungssteigerungen beim Gehen oder Wandern, da diese EntzĂŒndungen provozieren können. Bei akuten Schwellungen, Blockaden, GelenkergĂŒssen oder InstabilitĂ€t raten Mediziner stets zur zeitnahen fachĂ€rztlichen Untersuchung, bevor Übungen fortgefĂŒhrt werden.

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