Kombiniertes, Training

Kombiniertes Training: Kraft + Ausdauer senkt Diabetes-Risiko um 27%

Veröffentlicht am: 21.08.2026 um 14:10 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Chinesische Metaanalyse: Kombiniertes Kraft- und Ausdauertraining senkt BMI, Blutzucker und LDL-Cholesterin am effektivsten. HIIT und meditative Übungen zeigen spezifische Vorteile.

Metaanalyse: Kombiniertes Kraft- und Ausdauertraining zeigt stärkste Effekte bei Stoffwechselstörungen
Eine Person trainiert in einem modernen Fitnessstudio mit Kraft- und Ausdauergeräten zur Verbesserung der Gesundheit. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Eine umfassende Metaanalyse aus China, die 53 Studien mit insgesamt 2.948 Teilnehmern untersuchte, liefert detaillierte Erkenntnisse zur Behandlung des metabolischen Syndroms. Im direkten Vergleich von zehn verschiedenen Trainingsformen identifizierten die Forscher die Kombination aus Ausdauer- und Krafttraining als die effektivste Methode, um zentrale Gesundheitsmarker positiv zu beeinflussen.

Synergieeffekte durch kombiniertes Training

Die Ergebnisse der chinesischen Metaanalyse verdeutlichen, dass das Zusammenwirken von Kraft- und Ausdauereinheiten die stärksten Reduktionen beim Body-Mass-Index (BMI) und dem Taillenumfang bewirkt.

Zudem zeigten sich in dieser Gruppe die deutlichsten Verbesserungen der LDL-Cholesterinwerte sowie des Nüchternblutzuckers. Die Autoren der im Sommer 2026 ausgewerteten Daten wiesen jedoch darauf hin, dass die methodische Qualität der zugrunde liegenden Studien teilweise als niedrig einzustufen sei.

Ergänzend zur kombinierten Trainingsform lieferte die Analyse spezifische Resultate für das hochintensive Intervalltraining (HIIT). Während hochvolumiges HIIT die stärkste Reduktion des Körperfetts erzielte, erwies sich niedrigvolumiges HIIT als besonders wirksam zur Regulierung des Gesamtcholesterins, der Triglyzeride und des diastolischen Blutdrucks.

Für die Senkung des systolischen Blutdrucks sowie die Erhöhung des HDL-Cholesterins wurden meditative Bewegungsformen wie Tai Chi, Qigong und Baduanjin als führend bewertet.

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Langfristige Prävention von Typ-2-Diabetes

Der Nutzen von Krafttraining für die langfristige Gesundheit wird durch groß angelegte Kohortenstudien untermauert. Eine im Juni veröffentlichte Untersuchung der Harvard-Universität, die 143.715 Teilnehmer über drei Kohorten begleitete, belegt den präventiven Charakter regelmäßiger Belastung.

Demnach senkt ein Krafttraining von mindestens zwei Stunden pro Woche das Risiko für Typ-2-Diabetes um 27 Prozent im Vergleich zu Personen ohne entsprechendes Training. In Verbindung mit Aerobic und einer Reduzierung der täglichen Fernsehzeit sank das Risiko laut der in JAMA Network Open publizierten Daten sogar um 62 Prozent.

Diese Beobachtungen decken sich mit der HABITAT-Studie aus Brisbane. Bei der Untersuchung von rund 8.000 Erwachsenen im Alter zwischen 40 und 65 Jahren wurde festgestellt, dass die Kombination aus mindestens 150 Minuten Aerobic pro Woche und Krafttraining an mindestens zwei Tagen das Diabetes-Risiko um etwa 50 Prozent reduziert. Auch für Herzkrankheiten und Bluthochdruck wurden geringere Risiken festgestellt, wenngleich der Effekt dort schwächer ausfiel.

Auswirkungen auf die Sterblichkeit und systemische Effekte

Untersuchungen im British Journal of Sports Medicine, die Daten von über 147.000 Teilnehmern über einen Zeitraum von 30 Jahren auswerteten, quantifizieren den Einfluss auf die Lebenserwartung. Ein wöchentliches Krafttraining von 90 bis 119 Minuten senkt demnach das allgemeine Sterberisiko um 13 Prozent.

Speziell bei kardiovaskulären Ursachen lag die Senkung bei 19 Prozent, während das Risiko für neurologische Todesursachen um 27 Prozent zurückging. Ein Zeitaufwand von mehr als zwei Stunden pro Woche erbrachte laut der Studie keinen weiteren statistischen Nutzen. Die Kombination mit aeroben Einheiten führte hingegen zu einem um 45 Prozent niedrigeren Gesamtrisiko.

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Neben zeitintensiven Einheiten rücken auch kurze Alltagsinterventionen in den Fokus der Forschung. Eine britische Metaanalyse von neun Studien mit über 450.000 Teilnehmern zeigt, dass regelmäßiges Treppensteigen die Herz-Kreislauf-Sterblichkeit um 39 Prozent und die Gesamtsterblichkeit um 24 Prozent senken kann. Als optimaler Umfang wurden sechs Stockwerke beziehungsweise 60 Stufen täglich ermittelt.

Hinsichtlich der physiologischen Prozesse deutet eine Untersuchung der Universität Göteborg an acht Probanden auf systemische Effekte hin. Ein hochintensives Intervalltraining auf dem Rad vor dem Krafttraining aktivierte demnach Muskelwachstums-Signale auch in Muskelgruppen wie den Armen, die während der Radfahreinheit nicht direkt beansprucht wurden.

Experten wie Professorin Bischoff-Ferrari betonen in diesem Zusammenhang, dass die genetische Veranlagung nur einen Bruchteil der Variabilität der Lebenserwartung erkläre, während Lebensstilfaktoren wie ausreichende tägliche Schritte und gesunder Schlaf entscheidend seien.

Zur weiteren Standardisierung der Behandlungsergebnisse veröffentlichte die Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (BAR) zudem neue Rahmenempfehlungen für die ambulante und stationäre Versorgung.

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