Kraft- und Ausdauertraining: 40% weniger Sterberisiko laut Cambridge
Veröffentlicht: 02.07.2026 um 19:04 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Das zeigt eine aktuelle Studie der UniversitÀt Cambridge, veröffentlicht im Fachjournal Frontiers in Nutrition.
Forscher werteten Daten von mehr als 70.000 Erwachsenen aus der UK Biobank aus. Bereits 15 Minuten tÀgliche Bewegung senken demnach das Sterberisiko. Wer zusÀtzlich Krafttraining macht, profitiert deutlich stÀrker.
Muskelkraft entscheidet ĂŒber Lebenserwartung
Die Studie stellt die Bedeutung der Muskelkraft klar heraus. Eine geringe Muskelkraft korreliert mit einem dreifach erhöhten Sterberisiko. Noch dramatischer: Eine niedrige Ausdauerfitness verfĂŒnffacht das Risiko.
Die Forscher betonen zudem die Effizienz intensiver Belastungen. Eine Minute hochintensive AktivitÀt kann demnach Àhnlich wirken wie vier Minuten moderate Bewegung.
Proteinzufuhr: Alte Standards sind ĂŒberholt
Die Cambridge-Forscher fordern eine Ăberarbeitung der gĂ€ngigen ErnĂ€hrungsempfehlungen. Die aktuellen Standards zur Proteinzufuhr seien zu niedrig angesetzt â besonders zur Vorbeugung von Sarkopenie, dem altersbedingten Muskelschwund.
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Die Folgen von Muskelschwund sind gravierend: Das Sturzrisiko steigt um 60 Prozent, die Frakturrate sogar um 80 Prozent. Die Lösung: eine Verdopplung der Mindestmenge von etwa 0,34 Gramm pro Pfund Körpergewicht.
FĂŒr sportlich Aktive empfehlen die Forscher Werte zwischen 0,6 und 1,6 Gramm Protein pro Pfund Körpergewicht. Bei einem 175 Pfund schweren Erwachsenen entspricht das 120 Gramm Protein tĂ€glich â idealerweise verteilt auf Portionen von 30 Gramm pro Mahlzeit.
Auch Schwangere profitieren: 0,6 Gramm Protein pro Pfund Körpergewicht können das fetale Wachstum verbessern. Eine rein pflanzliche ErnÀhrung ist möglich, erfordert aber sorgfÀltige Planung.
Training bis zum Muskelversagen? Nicht nötig
Gute Nachrichten fĂŒr alle, die sich im Fitnessstudio nicht bis zur Erschöpfung quĂ€len wollen. Ein Review im Strength and Conditioning Journal zeigt: Training bis zum vollstĂ€ndigen Muskelversagen ist fĂŒr den Muskelaufbau nicht zwingend erforderlich.
Trainingseinheiten, die ein bis drei Wiederholungen vor dem Versagen enden, liefern bei gleichem Volumen vergleichbare Ergebnisse. Der Vorteil: schnellere Regeneration.
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Training bis zum absoluten Versagen erhöht die ErmĂŒdung deutlich und verlĂ€ngert die Erholungszeit um 24 bis 48 Stunden. Besonders bei Ă€lteren Probanden funktioniert der Muskelaufbau auch ohne Erreichen der Belastungsgrenze.
Krafttraining bei Osteoporose: Leitlinie gibt klare Empfehlungen
Die DVO-Leitlinie von 2023 empfiehlt fĂŒr Osteoporose-Patienten explizit eine Kombination aus Kraft- und Gleichgewichtstraining. Die IntensitĂ€t sollte schrittweise auf mindestens 60 Prozent der Maximalkraft gesteigert werden.
Empfohlen werden komplexe Ăbungen wie Kniebeugen, Ausfallschritte, Rudern und SchulterdrĂŒcken. Die Leitlinie warnt jedoch vor Crunches, tiefen Vorbeugen oder Rotationen unter Last â sie erhöhen das Verletzungsrisiko.
ErgĂ€nzend wird eine tĂ€gliche Calciumzufuhr von 1.000 Milligramm empfohlen. FĂŒr Menschen ĂŒber 65 Jahre gilt eine Proteinzufuhr von 1,0 bis 1,2 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht.
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