Krafttraining: 90–119 Minuten senken Sterblichkeit um 13%
Veröffentlicht: 01.07.2026 um 22:51 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Wiederholte Diät-Zyklen sind weniger schädlich als gedacht. Krafttraining und Proteinzufuhr rücken in den Fokus.
Eine aktuelle Studie im The Lancet Diabetes & Endocrinology stellt langjährige Annahmen infrage. Der Jo-Jo-Effekt verursacht demnach keine kausalen klinischen Schäden. Die Forscher Faidon Magdos und Norbert Stefan von der Universität Kopenhagen zeigen: Die Vorteile einer Gewichtsreduktion überwiegen die Risiken wiederholter Zyklen deutlich.
Die Wissenschaftler beobachteten verbesserte Stoffwechselwerte, eine gesteigerte Herz-Kreislauf-Gesundheit und höhere Lebensqualität. Klinische Belege für gesundheitsschädliche Folgen des Jo-Jo-Effekts fanden sie nicht. Für viele Patienten bedeutet das Entwarnung bei der langfristigen Gewichtskontrolle.
Krafttraining senkt Sterblichkeit
Mehrere Studien unterstreichen die präventive Wirkung von Krafttraining. Eine Untersuchung im British Journal of Sports Medicine mit über 147.000 Teilnehmern identifizierte eine optimale Trainingsdauer von 90 bis 119 Minuten pro Woche. Dieses Pensum senkt die Gesamtmortalität um 13 Prozent und das Risiko für neurologische Todesfälle um 27 Prozent. Den größten Nutzen verspricht die Kombination aus Kraft- und Ausdauertraining.
Speziell fĂĽr Frauen lieferte eine Studie im Journal of the American College of Cardiology relevante Daten. Krafttraining von mindestens zwei Stunden pro Woche reduziert das Risiko fĂĽr schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen um 20 Prozent und das Herzinfarktrisiko um 44 Prozent.
Für ältere Erwachsene ist Krafttraining die einzige Trainingsform, die Fettabbau ohne Muskelmasseverlust ermöglicht. Das ist entscheidend, um das mit dem Alter steigende Sturz- und Krankheitsrisiko durch Muskelschwund zu minimieren.
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Proteinzufuhr: Bisherige Standards zu niedrig
Die Ernährungsforschung hinterfragt zunehmend die bisherigen Standards. Chris Macdonald von der Universität Cambridge legte im Juni 2026 in Frontiers in Nutrition dar, dass aktuelle Empfehlungen oft zu niedrig angesetzt sind. Für aktive Menschen empfahl er eine Aufnahme von 0,6 bis 1,6 Gramm Protein pro Pfund Körpergewicht. Die herkömmlichen Richtlinien des britischen Gesundheitsdienstes NHS liegen mit etwa 0,34 Gramm pro Pfund deutlich darunter.
Medikamente und Muskelschutz
Bei der medikamentösen Adipositas-Therapie mit GLP-1-Agonisten wie Semaglutid oder Tirzepatid gewinnen begleitende Maßnahmen an Bedeutung. Diese Wirkstoffe bauen neben Fett auch Muskelmasse ab. Studien aus dem Jahr 2026 zeigen die Wirksamkeit von Myostatin-Blockern wie Apitegromab. In Kombination mit Tirzepatid konnte die Erhaltung der fettfreien Masse um 55 Prozent gegenüber einer Placebo-Gruppe gesteigert werden.
Parallel dazu weitete die US-Gesundheitsbehörde FDA die Zulassung für Semaglutid zur Senkung kardiovaskulärer Risiken aus. In den USA startete am heutigen Mittwoch ein spezielles Förderprogramm für die medikamentöse Versorgung.
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Männergesundheit: Biologische Unterschiede beachten
Männer verfügen tendenziell über eine höhere Muskelmasse und einen höheren Grundumsatz, neigen jedoch verstärkt zu viszeralem Bauchfett. Ab einem Alter von 40 Jahren beschleunigen hormonelle Veränderungen den Muskelabbau. Ein gezieltes Kaloriendefizit in Verbindung mit Eiweißzufuhr und Krafttraining gilt als besonders effektiv.
Einfache Tests wie die Messung der Griffkraft oder der Stuhl-Aufstehen-Test dienen als verlässliche Indikatoren für das individuelle Sterberisiko und den Zustand des Bewegungsapparates.
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