Krafttraining, Minuten

Krafttraining: 90 Minuten pro Woche senken Sterberisiko deutlich

Veröffentlicht: 09.07.2026 um 05:08 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Neuer Physiotherapie-Verband in der Schweiz gegründet, während Harvard-Studie positive Effekte von Krafttraining belegt.

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Nahaufnahme von Händen, die sanft Akupressurpunkte drücken, mit subtilen leuchtenden Energielinien an den Fingerspitzen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

In der Schweiz spaltet ein Tarifkonflikt die Verbände, während neue Studien die Wirksamkeit von Bewegungstherapie belegen.

Tarifstreit in der Schweiz: Therapeuten schlagen Alarm

Anfang Juli hat sich mit Prophysio ein neuer Physiotherapie-Verband in der Schweiz gegründet. Der Schritt ist eine direkte Reaktion auf die neue Tarifstruktur, die 1,50 CHF pro Minute in 5-Minuten-Schritten vorsieht. Die Gründung am 7. und 8. Juli markiert eine deutliche Spaltung der Branche.

Die wirtschaftlichen Sorgen sind groß. Eine Umfrage des Forschungsinstituts Sotomo unter 2.800 Teilnehmenden zeigt: Rund 71 Prozent bewerten die neue Tarifstruktur negativ. Etwa 55 Prozent der Physiotherapeuten rechnen mit spürbaren Einkommensverlusten. Das Bundesamt für Gesundheit prüft das Tarifwerk derzeit, die endgültige Entscheidung liegt beim Bundesrat.

Harvard-Studie: 90 Minuten Krafttraining pro Woche senken Sterberisiko

Parallel zu den Tarifdebatten liefert die Wissenschaft starke Argumente für Bewegungstherapie. Eine Harvard-Studie im British Journal of Sports Medicine belegt: Bereits 90 Minuten Krafttraining pro Woche senken das Risiko eines vorzeitigen Todes. Die Forscher empfehlen eine Kombination aus Einbeinstand, Glute Bridge und Planks – idealerweise verteilt auf drei Einheiten à 30 Minuten.

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Auch Präventionskurse zeigen Wirkung. Das BQS-Institut evaluierte im Auftrag des GKV-Spitzenverbandes die Ergebnisse: 20,1 Prozent der Teilnehmenden verbesserten ihre Beschwerden am Bewegungsapparat nachhaltig. 13,9 Prozent steigerten ihren allgemeinen Gesundheitszustand. Die Evaluation belegt zudem eine dauerhafte Erhöhung der körperlichen Aktivität bei den Absolventen.

Moderne Behandlungsansätze in der Praxis

In Fachpraxen gewinnen kombinierte Therapieformen an Bedeutung. In Berlin etwa verknüpfen Therapeuten muskuloskelettale Ultraschalldiagnostik mit Stoßwellentherapie bei Achillessehnenbeschwerden. Dieser Ansatz kommt sowohl bei akuten als auch bei chronischen Fällen zum Einsatz – ergänzt durch individuelle Übungsprogramme.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Triggerpunkttherapie nach Travell und Simons. Sie hilft besonders bei chronischen Verspannungen, Nacken- und Rückenschmerzen sowie Spannungskopfschmerzen. In der Schweiz rechnen Therapeuten solche Behandlungen oft über Zusatzversicherungen oder als Privatleistung ab – eine 25-minütige Sitzung kostet rund 70 CHF.

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Auch in der Pädiatrie wächst das Angebot. Osteopathische und physiotherapeutische Ansätze für Säuglinge und Kinder behandeln Haltungs- und Bewegungsstörungen, aber auch Atemwegserkrankungen, Verdauungsprobleme und Schlafstörungen. Spezialisierte Techniken wie Baby-Shiatsu oder Shonishin werden angeboten, die Kostenübernahme für Osteopathie bleibt bei gesetzlichen Krankenkassen jedoch oft eingeschränkt.

Vorsicht bei Schmerzmitteln: Dosierungsgrenzen beachten

Ergänzend zur manuellen Therapie warnen Mediziner vor Fehlern bei der Selbstmedikation. Ein Facharzt für Schmerztherapie betont: Die Dosierungsgrenzen müssen strikt eingehalten werden, sonst drohen schwerwiegende Organschäden.

Eine Überdosis Paracetamol (über 4 Gramm pro Tag) kann zu Leberversagen führen. Ibuprofen in hohen Dosen (1.200 bis 2.400 Milligramm pro Tag) birgt Risiken für Magengeschwüre, Nierenschäden und das Herz-Kreislauf-System. Aspirin gehört nicht in Kinderhände. Fachleute raten: Ibuprofen primär bei entzündlichen Schmerzen, Paracetamol bei Kopfschmerzen oder Fieber. Kombinationen ohne ärztlichen Rat sind tabu.

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