Krafttraining, Minuten

Krafttraining: 90 Minuten pro Woche senken Sterberisiko um 13%

13.06.2026 - 17:10:45 | boerse-global.de

Eine 30-jährige Studie zeigt: Schon 90 Minuten Krafttraining pro Woche reduzieren das allgemeine Sterberisiko um 13 Prozent.

Krafttraining senkt Sterberisiko: Neue Langzeitstudie belegt Effekte
Krafttraining - Menschen unterschiedlichen Alters beim Krafttraining in einem modernen Rehabilitationszentrum, das digitale Therapieansätze und Geräte nutzt. 13.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Eine Langzeitstudie mit 147.000 Erwachsenen zeigt: Schon kurze Trainingseinheiten pro Woche senken das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich.

Das British Journal of Sports Medicine veröffentlichte die Daten einer 30-jährigen Beobachtungsstudie (1992 bis 2022). 90 bis 119 Minuten Krafttraining pro Woche reduzieren das allgemeine Sterberisiko um 13 Prozent. Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind es sogar 19 Prozent, bei neurologischen Leiden 27 Prozent.

Bereits unter 30 Minuten wöchentliches Krafttraining senkt das Krebssterberisiko um etwa 21 Prozent. Kombiniert mit Ausdauersport sind Risikoreduzierungen von bis zu 45 Prozent möglich.

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Exergames: Spielerisch zur besseren Rumpfstabilität

Die Digitalisierung hält Einzug in die Rehabilitation. Ein Projekt zur Entwicklung digitaler Bewegungsspiele – sogenannter Exergames – wurde kürzlich abgeschlossen. Beteiligt waren das Unternehmen Plankpad, die Marien Aktiv gGmbH und das European Digital Innovation Hub Südwestfalen.

Die Anwendungen fördern Rumpfstabilität, Koordination und Reaktionsfähigkeit durch spielerische Elemente. Die Pilotierung läuft beim ambulanten Reha-Anbieter Marien Aktiv in Siegen (60 bis 80 Mitarbeiter). Die wissenschaftliche Abschlussevaluierung soll die Exergames als evidenzbasierte Ergänzung in Prävention und Rehabilitation etablieren.

Krankenkassen müssen zahlen – wenn das Gerät Teil der Therapie ist

Für Patienten mit Multipler Sklerose oder anderen chronischen Erkrankungen ist der Zugang zu speziellen Trainingsgeräten oft eine Kostenfrage. Ein Urteil des Landessozialgerichts Sachsen von 2013 (AZ L 1 KR 33/11) schafft Klarheit: Die Kosten für einen professionellen Bewegungstrainer müssen übernommen werden, wenn das Gerät integraler Bestandteil des Therapieplans ist.

Das Gericht argumentierte, solche Hilfsmittel senkten den Bedarf an klassischer Krankengymnastik. Der medizinische Zweck stehe klar vor der allgemeinen Lebensführung. Solche Entscheidungen ebnen den Weg für technische Hilfsmittel in der häuslichen und ambulanten Versorgung.

Trends: Von Goblet-Kniebeugen bis Atemtraining

Neben Technik und Recht rücken spezifische Übungsformen in den Fokus:

Ganzkörpertraining: Physiotherapeut Will Harlow empfiehlt Goblet-Kniebeugen als Allround-Übung. Sie trainieren Kraft, Beweglichkeit und Gleichgewicht gleichzeitig. Die Wiederholungszahl sollte knapp unter der Belastungsgrenze liegen – das stimuliert Gelenke und Knochen optimal.

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Reformer-Pilates: Der Trend aus den USA findet zunehmend Verbreitung in Deutschland. Ein Schlittensystem mit Federwiderständen ermöglicht kontrollierte Kräftigungsübungen.

Atemarbeit fürs Herz: Eine Metaanalyse im European Journal of Cardiology deutet darauf hin, dass gezielte Atemübungen ähnliche Schutzeffekte auf Blutdruck und Blutfettwerte haben können wie Ausdauersport. Der Grund: Die Übungen wirken über das vegetative Nervensystem.

Der Markt für medizinische Fitness und Rehabilitation wird vielfältiger. Wissenschaftliche Evidenz und technologische Unterstützung rücken enger zusammen – zum Wohl der Patienten.

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