Krafttraining: Gute Balance senkt Sterberisiko um bis zu 59 Prozent
Veröffentlicht am: 14.08.2026 um 14:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen unterstreichen die wachsende Bedeutung von körperlichem Training für die langfristige Gesundheit und Krankheitsprävention. Besonders die Kombination verschiedener Trainingsformen rückt dabei in den Fokus der Forschung. Eine Langzeitstudie der University of Queensland liefert fundierte Belege dafür, wie signifikant die Auswirkungen auf die Lebenserwartung und das Risiko für chronische Leiden sind.
Signifikante Risikosenkung durch kombiniertes Training
Die Studie der University of Queensland, die einen Zeitraum von neun Jahren zwischen 2007 und 2016 abdeckt, untersuchte mehr als 8.000 Erwachsene im Alter von 40 bis 64 Jahren. Die Ergebnisse zeigen, dass eine konsequente Kombination aus Ausdauer- und Krafttraining das Risiko für Typ-2-Diabetes um 50 Prozent senkt.
Auch bei anderen schwerwiegenden Erkrankungen wurden deutliche Effekte beobachtet: Das Risiko für Bluthochdruck reduzierte sich um 24 Prozent, während das Krebsrisiko um 23 Prozent sank.
Trotz dieser messbaren gesundheitlichen Vorteile erfüllten laut den Forschern lediglich 24 Prozent der Studienteilnehmer die Empfehlungen für beide Trainingsformen gleichzeitig.
Fitness-Expertin Jessica Bock weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass Ausdauertraining allein oft nicht ausreiche, insbesondere wenn es um die Reduktion des Körpergewichts geht. Krafttraining erhöhe den Energieverbrauch nachhaltig, wobei ein effektiver Muskelaufbau auch in höherem Alter weiterhin möglich sei.
Empfehlungen für Trainingsintensität und Proteinzufuhr
Ergänzende Erkenntnisse liefert eine Auswertung des American College of Sports Medicine (ACSM), die 137 Reviews mit über 30.000 Teilnehmern umfasst. Die Fachgesellschaft empfiehlt, alle großen Muskelgruppen zweimal pro Woche zu trainieren. Dabei seien etwa zehn Sätze pro Muskelgruppe wöchentlich anzustreben. Die Experten betonten zudem, dass auch Übungen mit dem eigenen Körpergewicht effektiv seien.
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Ein wesentlicher Faktor für den Trainingserfolg bleibt die Ernährung. Das ACSM rät zu einer täglichen Proteinzufuhr von 1,4 bis 2,0 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht. Demgegenüber empfiehlt der Ernährungsmediziner Dr. Riedl, pflanzliches Protein zu bevorzugen und einen Wert von maximal 1,2 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht einzuhalten.
Eine Übersichtsarbeit der University of Wisconsin-Madison, die mehr als 350 Studien auswertete, deutet darauf hin, dass eine reduzierte Proteinaufnahme Alterungsprozesse verlangsamen könne. Für Personen ab einem Alter von 60 Jahren wird jedoch explizit eine höhere Zufuhr empfohlen, um dem altersbedingten Muskelabbau entgegenzuwirken.
Die Rolle von Alltagsbewegung und motorischen Fähigkeiten
Neben gezieltem Training im Fitnessstudio – wie etwa im betreuten milon-Zirkel, den das Unternehmen Rückgrat Donaueschingen seit 1993 auf 2.100 Quadratmetern anbietet – spielt die Bewegung im Alltag eine entscheidende Rolle.
Eine Meta-Analyse der University of East Anglia, veröffentlicht im American Journal of Cardiovascular Drugs, untersuchte über 480.000 Teilnehmer über einen Zeitraum von 14 Jahren. Die Analyse ergab, dass regelmäßiges Treppensteigen das Risiko für einen Tod durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen um 39 Prozent und die Gesamtmortalität um 24 Prozent senkt.
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Kardiologische Einschätzungen stützen diese Befunde. Laut dem Kardiologen Stefan Waller senken bereits 6.000 bis 9.000 Schritte täglich das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich. Eine in der Fachzeitschrift Lancet veröffentlichte Studie deutet jedoch an, dass der zusätzliche Nutzen ab einer Schwelle von 5.000 bis 7.000 Schritten geringer ausfällt.
Ergänzend zur Ausdauer und Kraft rückt die Balance in den Fokus der Altersvorsorge. Eine siebenjährige Studie aus Taiwan mit über 13.000 Erwachsenen über 65 Jahren belegt, dass eine gute Leistung in Gleichgewichtstests mit einem um bis zu 59 Prozent niedrigeren Sterberisiko korreliert.
Für spezifische Zielgruppen wie Frauen in der Menopause stellt der körperliche Wandel laut Dr. Viyan Sido einen massiven Einschnitt dar. In einer Publikation, die am 14. August 2026 im Rowohlt Verlag erscheint, wird betont, dass neben einer vielfältigen Ernährung insbesondere Krafttraining dabei hilft, die Folgen des Östrogenabfalls abzufedern.
