Krafttraining, Harvard-Studie

Krafttraining: Harvard-Studie zeigt 13% weniger Sterblichkeit

Veröffentlicht am: 27.07.2026 um 16:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Kombiniertes Kraft- und Ausdauertraining senkt das Sterberisiko um bis zu 45 Prozent, so eine neue Harvard-Analyse.
Eine Person trainiert morgens in einem modernen Fitnessstudio mit Hanteln fĂŒr ein gesundes Krafttraining. Illustration mit AI erstellt.

Neue Harvard-Daten zeigen: Wer regelmĂ€ĂŸig trainiert, lebt lĂ€nger. Besonders eine Kombination aus Kraft- und Ausdauersport wirkt wie ein Jungbrunnen.

Die optimale Dosis fĂŒr ein lĂ€ngeres Leben

Eine aktuelle Harvard-Studie mit ĂŒber 147.000 Erwachsenen liefert konkrete Zahlen. Die Forscher begleiteten die Teilnehmer bis zu 30 Jahre lang. Ihr Ergebnis: 90 bis 119 Minuten Krafttraining pro Woche senken das allgemeine Sterberisiko um 13 Prozent.

Noch deutlicher fallen die Werte bei spezifischen Erkrankungen aus. Bei Demenz sinkt das Risiko um 27 Prozent, bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen um 19 Prozent. Wer Kraft- und Ausdauertraining kombiniert, reduziert sein Sterberisiko sogar um bis zu 45 Prozent.

Morgens oder nachmittags? Der Zeitpunkt macht den Unterschied

Eine Analyse von 14.500 Fitness-Tracker-Nutzern zeigt: Training zwischen 7:00 und 8:00 Uhr morgens senkt das Risiko fĂŒr Bluthochdruck, Typ-2-Diabetes und Herzkrankheiten. Die Effekte treten unabhĂ€ngig von der gesamten Bewegungsmenge auf.

Experten weisen jedoch darauf hin: Krafttraining am spÀten Nachmittag zwischen 16:00 und 17:00 Uhr bietet physiologische Vorteile. Die höhere Körpertemperatur und bessere Durchblutung machen die Einheiten dann besonders effektiv.

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Vielfalt verlÀngert das Leben

Die Übungsauswahl spielt ebenfalls eine entscheidende Rolle. Eine im BMJ Medicine veröffentlichte Analyse von ĂŒber 111.000 Teilnehmern ĂŒber 30 Jahre zeigt: Wer verschiedene Sportarten kombiniert, senkt sein Sterberisiko um 19 Prozent. Besonders vorteilhaft sind Gehen, Treppensteigen sowie die Mischung aus Ausdauer- und Kraftsport.

Was im Körper passiert

Forscher der UniversitĂ€t TĂŒbingen entdeckten: Krafttraining verĂ€ndert das Darm-Mikrobiom. Teilnehmer, die innerhalb von acht Wochen ihre Kraft um mehr als 33 Prozent steigerten, zeigten eine deutliche Zunahme entzĂŒndungshemmender BakterienstĂ€mme wie Faecalibacterium.

Gleichzeitig warnen Wissenschaftler vor Bauchfett. Eine Studie mit rund 4.800 Erwachsenen belegt: Bereits 100 Gramm zusĂ€tzliches viszerales Fett beschleunigen die Zellalterung bei Frauen um 0,32 Jahre, bei MĂ€nnern um 0,16 Jahre. Der Jo-Jo-Effekt ist besonders gefĂ€hrlich – starke Gewichtsschwankungen fĂŒhren zu deutlichem Muskelverlust an den Oberschenkeln.

Muskelerhalt im Alter: So klappt's

Gegen altersbedingten Muskelabbau empfehlen Experten kurze, regelmĂ€ĂŸige Einheiten. Ein bewĂ€hrtes Modell: sechs Trainingstage pro Woche mit jeweils 20 Minuten Krafttraining. Alle fĂŒnf Tage sollten die Übungen variieren. ErgĂ€nzend raten Fachleute zu tĂ€glich 12.000 Schritten.

Die ErnĂ€hrung spielt eine SchlĂŒsselrolle. Die Deutsche Gesellschaft fĂŒr ErnĂ€hrung empfiehlt Menschen ab 65 Jahren mindestens 1,0 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht tĂ€glich. Bei hoher Belastung oder Stoffwechselrisiken sind sogar 1,5 bis 2,0 Gramm sinnvoll.

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Hoffnung aus der Grundlagenforschung

Wissenschaftler der Kyushu University identifizierten ein MolekĂŒl namens LiponsĂ€ure-Trisulfid (LASSS). Es fördert die Muskelregeneration und hemmt den Abbau durch InaktivitĂ€t. Die Ergebnisse wurden im Juli 2026 in Scientific Reports veröffentlicht.

Mini-Bewegung, große Wirkung

Auch kurze Einheiten haben messbare Effekte. Eine Studie der University of Otago belegt: DreiminĂŒtige Pausen mit leichten Übungen wie Kniebeugen alle 30 Minuten verlĂ€ngern die Schlafdauer um durchschnittlich 30 Minuten. Solche kurzen Unterbrechungen mildern die Folgen eines bewegungsarmen Lebensstils.

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