Krafttraining, Herzinfarktrisiko

Krafttraining: Herzinfarktrisiko sinkt um 31 Prozent

Veröffentlicht: 06.07.2026 um 05:23 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Mehrere Studien belegen: Krafttraining reduziert Herzinfarkt-, Diabetes- und Demenzrisiko erheblich. Bereits 30 Minuten pro Woche wirken prÀventiv.

Krafttraining senkt Risiko fĂŒr Herzinfarkt und Demenz drastisch
Ein Ă€lterer Erwachsener hebt eine Langhantel in einem Fitnessstudio, symbolisiert Kraft und gesunde Alterung. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Das belegen gleich mehrere Studien aus dem ersten Halbjahr 2026.

Weniger Herzinfarkte, lÀngeres Leben

Eine Studie der University of Edinburgh, unterstĂŒtzt von der British Heart Foundation, zeigt den direkten Zusammenhang zwischen Muskeldichte und Lebenserwartung. Die Forscher untersuchten 1.722 Patienten ĂŒber zehn Jahre. Ergebnis: Eine höhere Muskeldichte im Oberkörper senkt das Herzinfarktrisiko um 31 Prozent. Die Sterblichkeit reduzierte sich um 39 Prozent. Als Indikator diente die Helligkeit in bildgebenden Scans.

Die Daten wurden Anfang Juli im Fachjournal Radiology veröffentlicht.

30 Minuten pro Woche gegen Diabetes

Langzeitbeobachtungen ĂŒber 20 Jahre, dokumentiert in JAMA Network Open, zeigen einen weiteren Effekt. Bereits 30 Minuten Krafttraining pro Woche senken das Diabetes-Risiko um 42 Prozent. Kombiniert mit Ausdauersport steigt der Schutz auf bis zu 62 Prozent.

Forscher des Weizmann-Instituts identifizierten zudem das MTCH2-Protein als wichtigen Regulator des Fettstoffwechsels. Dessen Produktion wird durch Training epigenetisch beeinflusst.

Schweres Training hÀlt Senioren fit

Wie viel IntensitĂ€t nötig ist, zeigt eine dĂ€nische Studie mit 451 Erwachsenen zwischen 64 und 75 Jahren. Die Probanden trainierten dreimal wöchentlich an Maschinen – mit 70 bis 80 Prozent ihrer Maximalkraft.

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Über vier Jahre stabilisierten sie ihre Muskelmasse und -kraft. Eine Kontrollgruppe mit moderatem Training (50 bis 60 Prozent IntensitĂ€t) verzeichnete dagegen deutliche Kraftverluste. Fachleute empfehlen begleitend etwa ein Gramm Protein pro Pfund Körpergewicht sowie Kreatin-Supplementierung.

Schutz fĂŒrs Gehirn

Die Wirkung von Kraftsport geht weit ĂŒber die Muskeln hinaus. Analysen der Harvard University zeigen: 90 bis 119 Minuten Krafttraining pro Woche senken das Alzheimer-Risiko um 27 Prozent. Die allgemeine Sterblichkeit sinkt um 13 Prozent.

Forscher der UniversitĂ€ten Trier, Rostock und Köln schĂ€tzen, dass etwa die HĂ€lfte aller Demenz-Neuerkrankungen durch PrĂ€vention vermeidbar wĂ€re. SchlĂŒsselfaktoren: Übergewicht bekĂ€mpfen, Diabetes vorbeugen.

Das Projekt „Demenz verzögern“ im bayerischen Landkreis Cham setzt deshalb auf die Kombination von Bewegung und kognitiven Aufgaben. Ziel ist, ReaktionsfĂ€higkeit und Alltagstransfer zu verbessern.

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Kraftsport bis ins hohe Alter

Dass Gewichtheben auch jenseits der 65 auf Wettkampfniveau funktioniert, zeigen aktuelle Erfolge. Bei der Senioren-Europameisterschaft im belgischen Waregem sicherte sich Franz Galuska vom SK Loosdorf in der Klasse bis 60 kg (Altersklasse 65–69) seinen sechsten EM-Titel.

In Deutschland stehen die FinalwettkÀmpfe der Gewichtheber-Bundesliga an. Am 26. Juli 2026 wird in der Swiss Life Hall in Hannover ein Mixed-Team-Event ausgetragen. Statt starrer Gewichtsklassen kommt eine Relativwertung zum Einsatz.

Auch im Masters-Bereich wurden zuletzt Rekorde aufgestellt. Sabine Kraut und Hamed Niarilkhani gewannen deutsche Meistertitel, Ira Neitzel und Olga Dell stellten im Kraftdreikampf mehrere nationale Rekorde auf. Der Trend ist klar: Gewichtheben etabliert sich als lebensbegleitende Disziplin.

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