Krafttraining, Weltmeisterin

Krafttraining im Alter: 65-Jährige wird zum dritten Mal Weltmeisterin

Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 09:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die Britin begann vor weniger als drei Jahren mit Krafttraining und berichtet von mehr Kraft sowie leichteren Alltagsbewegungen.

Martine Barons gewinnt mit 65 ihren dritten Powerlifting-Weltmeistertitel
Symbolbild: Yogamatte, Trinkflasche und Laufschuhe Illustration mit AI erstellt.

Gezieltes Krafttraining gewinnt in der Trainingslehre für ältere Erwachsene zunehmend an Bedeutung. Wie anpassungsfähig die Muskulatur auch in fortgeschrittenen Lebensjahren bleibt, zeigt das Beispiel der 65-jährigen Britin Martine Barons aus Stratford-upon-Avon in England.

Am 14. September 2026 sicherte sie sich bei den AWPC World Powerlifting Championships in der Kategorie der 65- bis 85-Jährigen ihren dritten Weltmeistertitel im Powerlifting. Bei den Titelkämpfen traten mehr als 450 Athleten aus 16 Ländern an. Gegenüber der BBC erklärte Barons, ihr Körper fühle sich inzwischen mindestens 20 Jahre jünger an.

Später Einstieg in den Leistungssport

Der Werdegang der Athletin unterstreicht das neuromuskuläre Potenzial im Alter. Barons hatte vor weniger als drei Jahren überhaupt erst mit dem Krafttraining begonnen und zuvor noch nie Gewichte gehoben.

Ihr Einstieg erfolgte während der COVID-19-Lockdowns im Vereinigten Königreich, nachdem sie ein Seminar über körperliche Aktivität in den Wechseljahren besucht hatte. Zunächst trainierte sie aus Spaß mit einem einfachen Programm, das aus Widerstandsbändern bestand, und arbeitete mit einem Personal Trainer zusammen.

Eine Kollegin von der University of Warwick, die ebenfalls als Personal Trainerin tätig ist, brachte ihr das Kreuzheben bei. Diese Disziplin entwickelte sich zu ihrer Spezialübung und brachte ihr im Umfeld die Bezeichnung als kreuzhebende Großmutter ein.

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Bereits ihren ersten Wettkampf schloss sie siegreich ab. In einem Zeitraum von etwas mehr als zwei Jahren absolvierte Barons insgesamt 16 Wettkämpfe und erhielt im weiteren Verlauf auch Einladungen zu den britischen sowie den europäischen Meisterschaften.

Funktionelle Effekte für den Alltag

Neben den Wettkampferfolgen dokumentiert der Fall spürbare Verbesserungen der funktionellen Alltagsfähigkeiten. Barons berichtet von einer optimierten Körperhaltung, gesteigertem Selbstvertrauen und spürbaren Erleichterungen bei alltäglichen Anforderungen. Dazu zählen das Verschieben von Möbelstücken, das gemeinsame Spielen mit ihren Enkelkindern sowie die Beweglichkeit, morgens mühelos die eigenen Zehen berühren zu können.

Aus sportwissenschaftlicher und physiotherapeutischer Sicht lassen sich diese Fortschritte biomechanisch begründen. Der indische Physiotherapeut und Neurorehabilitations-Spezialist Dharam Pandey betont, dass gezieltes Krafttraining eine kontrollierte Belastung auf die Muskelfasern ausübe. Dieser Reiz zwinge das Gewebe zu einer physiologischen Anpassung und baue mehr Muskelkraft auf.

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Ein solcher Belastungsreiz wirkt direkt dem Phänomen der Sarkopenie entgegen, welches den altersbedingten, progressiven Verlust von Muskelmasse und Muskelkraft bezeichnet. Durch strukturierte Trainingsprogramme lässt sich dieser Abbauprozess nicht nur abbremsen, sondern in Kombination mit adäquater Betreuung auch bis ins hohe Alter funktionell kompensieren.

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