Krafttraining in der Therapie: 15% Leistungssteigerung bei Hirntumor-Patienten
19.06.2026 - 17:13:14 | boerse-global.de
Neue Studien und Behandlungsrichtlinien etablieren es als therapeutisches Instrument in der Onkologie, Schmerztherapie und bei Stoffwechselerkrankungen.
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Bewegung als Therapie bei Krebs
Eine Langzeitstudie des Universitätsklinikums Münster liefert beeindruckende Zahlen. Zwischen 2020 und 2024 untersuchten Forscher 54 Glioblastom-Patienten im Programm „Mobil mit Hirntumor“. Das Ergebnis: eine durchschnittliche Leistungssteigerung von 15 Prozent in Kraft, Ausdauer und Koordination. Die Patienten berichteten zudem von einer deutlich besseren Lebensqualität. Das Programm soll nun auf andere Hirntumorarten ausgeweitet werden.
In Lübeck werden im Juni 2026 Konzepte wie „Sport mit Krebs“ vorgestellt. Sie sollen Patienten den Zugang zu Bewegungstherapien erleichtern. Neue Ansätze in der Neuro-Physiologie kombinieren zudem kognitive Elemente wie Jonglieren mit physischem Training – ein vielversprechender Weg für die Gehirngesundheit.
Neue Regeln bei Rückenschmerzen
Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat am 18. Juni 2026 die Anforderungen für das Disease-Management-Programm bei chronischem Rückenschmerz aktualisiert. Die Basis: eine Auswertung von 425 Empfehlungen. Der Fokus liegt nun verstärkt auf körperlicher Aktivität und der Vermeidung von Angst-Vermeidungs-Verhalten.
Experten betonen immer wieder, dass gezielte Bewegung der Schlüssel zur Schmerzlinderung ist, doch oft fehlt im Alltag die Zeit für lange Trainingseinheiten. Erfahren Sie in diesem Gratis-Report, wie Sie mit nur 3 Minuten täglichem Aufwand Ihre Muskeln stärken und Beschwerden effektiv vorbeugen. 17 Wunderübungen gratis als PDF sichern
Fachleute fordern zudem mehr Prehabilitation-Konzepte. Prof. Dr. Alfred Rucker betonte in einer Fachpublikation, dass Physiotherapie stärker als Schlüssel für Selbstwirksamkeit dienen müsse. Das TUS-Prinzip (Therapie, Training, Teilhabe) soll die Unterfinanzierung bewegungsbasierter Prävention überwinden. Ein konkretes Beispiel: Die Barmer führt ab Juli 2026 in Berlin und Brandenburg das dänische Konzept GLA:D für Arthrose-Patienten ein – gezieltes Training statt Operation.
Fettabbau senkt Diabetes-Risiko
Die Universität Leipzig und die Ben-Gurion-Universität veröffentlichten eine Studie in der Fachzeitschrift Circulation. Demnach senkt eine Reduktion des viszeralen Fetts um zehn Prozent das Risiko für Typ-2-Diabetes um 28 Prozent – unabhängig vom Gesamtgewicht.
Besonders profitieren Frauen in und nach der Menopause. Eine Meta-Analyse aus dem Jahr 2025 zeigt: Krafttraining und Kreatin-Supplementierung (drei bis fünf Gramm täglich) verbessern Muskelmasse, Knochendichte und Insulinresistenz.
Ein neuer Aspekt betrifft GLP-1-Medikamente. Eine Untersuchung des HSHS Saint John’s Hospital, vorgestellt auf der ENDO 2026, zeigt: Patienten unter dieser Medikation reduzieren ihre tägliche Schrittzahl und die Zeit für zügige Bewegung. Die Botschaft: Medikamente allein reichen nicht – kontrolliertes Training muss sie begleiten.
Smarte Technik fürs Training
Die Digitalisierung hält Einzug in die medizinische Bewegungstherapie. Für Juli 2026 kündigt Anbieter EGYM Updates an, die das biologische Alter (BioAge) präziser bestimmen und spezielle Longevity-Programme bereitstellen. KI-gestützte Pilates-Reformer mit 3D-Körperscannern korrigieren Haltungsfehler in Echtzeit.
Auch Wearables werden spezialisierter. Ende Juni 2026 kommen neue Sensorsysteme auf den Markt, die Herzfrequenz und Bewegungsdaten für hybride Trainingsformen erfassen. Apple plant für Herbst 2026 erweiterte Tracking-Funktionen für die Peri- und Menopause in iOS 27 und watchOS 27 – eine engmaschigere gesundheitliche Überwachung wird möglich.
