Krafttraining: Muskel-Hirn-Achse schĂŒtzt vor Demenz
Veröffentlicht: 11.07.2026 um 18:08 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Neue Studien belegen die weitreichende Wirkung von Bewegung auf die kognitive Gesundheit, die genetische Steuerung des Alterns und das Immunsystem.
Die Muskel-Hirn-Achse: Schutz vor Demenz
Bis zu 45 Prozent der DemenzfĂ€lle könnten durch prĂ€ventive MaĂnahmen verzögert oder verhindert werden. Das zeigen Daten der Lancet-Kommission. Sportmediziner Daniel König von der UniversitĂ€t Wien verweist auf die sogenannte Muskel-Hirn-Achse: Krafttraining fördere nicht nur die körperliche StabilitĂ€t, sondern auch GedĂ€chtnis und geistige Beweglichkeit.
Durch Bewegung werden EntzĂŒndungsprozesse gehemmt, die GefĂ€Ăgesundheit geschĂŒtzt und das Nervenwachstum angeregt. Um diese ZusammenhĂ€nge genauer zu verstehen, lĂ€uft an der UniversitĂ€t Wien eine randomisierte Doppelblindstudie. Ăber 48 Wochen untersuchen Forscher an 126 Teilnehmern zwischen 65 und 85 Jahren die Wirkung der AminosĂ€ure L-Serin in Kombination mit Krafttraining.
FĂŒr Interessierte findet dazu am 20. Juli eine Informationsveranstaltung statt. Fachleute empfehlen Ă€lteren Menschen zudem eine Proteinzufuhr von etwa einem Gramm pro Kilogramm Körpergewicht tĂ€glich â fĂŒr den Muskelerhalt.
Genetische Steuerung: Wie Bewegung den Muskelabbau bremst
Eine Studie in der Fachzeitschrift PNAS gibt Einblicke in die molekularen Mechanismen des Muskelabbaus. Ein internationales Forscherteam identifizierte den Transkriptionsfaktor DEAF1 als zentralen Regulator. Eine Ăberaktivierung dieses Faktors stört den mTORC1-Wachstumspfad â das beschleunigt den altersbedingten Schwund der Muskelmasse und beeintrĂ€chtigt die Funktion von Muskelstammzellen.
RegelmĂ€Ăige Bewegung senkt den DEAF1-Spiegel und stellt das physiologische Gleichgewicht fĂŒr Reparaturprozesse wieder her. Experte Benjamin Levine betont: Körperliche BetĂ€tigung sollte bereits ab dem mittleren Alter fester Bestandteil des Alltags sein.
Bis zu 45 Prozent der DemenzfĂ€lle lieĂen sich durch prĂ€ventive MaĂnahmen verzögern oder verhindern â das zeigt die Lancet-Kommission. Der SchlĂŒssel liegt in der Muskel-Hirn-Achse: Krafttraining schĂŒtzt nicht nur Ihre Muskeln, sondern auch Ihr GedĂ€chtnis. In diesem kostenlosen Report erfahren Sie, mit welchen 3 Ăbungen und einem optimierten Protein-Plan Sie Ihr persönliches Risiko senken. Jetzt kostenlosen PrĂ€ventions-Report anfordern
Kreatin: HoffnungstrÀger mit Risiken
Supplemente aus dem Fitnessbereich rĂŒcken zunehmend in den Fokus der medizinischen Forschung. Eine Untersuchung der UCLA im Fachjournal iScience zeigt an MĂ€usen und menschlichen Zellkulturen: Kreatin verbessert die Energieversorgung dendritischer Immunzellen. Das fĂŒhrt zu einer effektiveren Aktivierung von Killer-T-Zellen und verlangsamte in Versuchen das Wachstum von Melanomen signifikant.
Eine klinische Zulassung durch die FDA fĂŒr diesen Einsatzbereich liegt jedoch nicht vor. Forscher warnen vor Risiken: Bestimmte Tumorzellen, etwa beim kolorektalen Karzinom, könnten Kreatin ebenfalls fĂŒr ihr eigenes Wachstum nutzen.
Auch bei Depressionen wird Kreatin untersucht. Eine Ăbersichtsarbeit der University of Ottawa analysierte klinische Studien: Zwei Untersuchungen zeigten bei Patienten mit Major Depression eine verbesserte Symptomatik unter Kreatin in Kombination mit Antidepressiva. Andere Studien bei therapieresistenten oder bipolaren Störungen fanden keinen Nutzen. Fachleute mahnen zur Vorsicht â bei bipolaren Patienten könnte das Risiko fĂŒr manische Episoden steigen.
Wassergymnastik: Gelenkschonende Alternative
Muskelabbau im Alter ist kein Schicksal â und auch nicht die Demenz. Die UniversitĂ€t Wien untersucht in einer aktuellen Studie, wie Krafttraining in Kombination mit der AminosĂ€ure L-Serin die kognitive Gesundheit fördert. Profitieren Sie von den neuesten Erkenntnissen: Der Report liefert Ihnen eine konkrete Bewegungs-Checkliste und einen ErnĂ€hrungsplan, der Muskel- und Gehirngesundheit vereint. PrĂ€ventions-Report jetzt sichern
FĂŒr Menschen, die klassisches Krafttraining an Land nur schwer durchfĂŒhren können, bietet Aquafitness eine effektive Alternative. Der Widerstand im Wasser ist deutlich höher als an Land. Laut einer Studie aus dem Jahr 2025 ist die Muskelaktivierung in ĂŒber 70 Prozent der FĂ€lle mit herkömmlichem Training vergleichbar oder sogar höher.
Gleichzeitig reduziert sich das Körpergewicht im Wasser auf etwa zehn Prozent â das entlastet die Gelenke massiv. Der Kalorienverbrauch liegt zwischen 400 und 700 Kilokalorien pro Stunde. Der hydrostatische Druck unterstĂŒtzt zudem die Regeneration. Wassergymnastik ist damit eine vollwertige Methode, um Muskelabbau entgegenzuwirken und die allgemeine Fitness zu steigern.
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