Krafttraining ohne Geräte: Zwei bis drei Einheiten pro Woche reichen
Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 05:00 Uhr | Redaktion boerse-global.deEffektives Krafttraining erfordert nicht zwingend Mitgliedschaften im Fitnessstudio oder kostspielige Hantelsets. Das Training mit dem eigenen Körpergewicht, auch als Calisthenics bekannt, nutzt die Schwerkraft und die Hebelwirkung des Körpers als primären Widerstand.
Zu den etablierten Grundübungen zählen dabei der Unterarmstütz (Plank), der Arme, Bauch, Schultern und Brust beansprucht, die Kniebeuge für Gesäß, Beine und Quadrizeps sowie Sit-ups für Arme, Bauch und Brust.
Grundübungen und Steuerung der Belastung
Neben klassischen Kniebeugen und Unterarmstützen bilden Liegestütze, Klimmzüge und Ausfallschritte das Fundament des gerätelosen Trainings. Um auch ohne externe Gewichte Muskeln und Kraft aufzubauen, ist das Prinzip der progressiven Überlastung entscheidend.
Ohne Zusatzgewichte lässt sich der Trainingsreiz durch verschiedene Anpassungen intensivieren:
* Veränderte Hebelverhältnisse: Übungen wie Liegestütze mit erhöhten Füßen (Decline-Liegestütze) verlagern den Schwerpunkt.
* Einseitige Belastungen: Varianten wie bulgarische Kniebeugen (Bulgarian Split Squats) oder einbeinige Kniebeugen (Pistol Squats) verdoppeln die relative Belastung.
* Bewegungstempo und Pausen: Eine verlangsamte Absenkphase (exzentrische Phase) oder das Halten an Umkehrpunkten (isometrische Pausen) erhöhen die Muskelspannung.
* Explosivität: Dynamische Bewegungen wie Sprung-Kniebeugen fordern zusätzliche Muskelfasern.
Für Einsteiger empfiehlt sich ein strukturierter Beginn mit zwei bis drei Trainingseinheiten pro Woche, ergänzt durch feste Ruhetage. Ein typisches Startprogramm umfasst zwei Sätze mit acht kontrollierten Kniebeugen, sechs bis zehn Liegestützen an einer erhöhten Fläche, sechs Ausfallschritten pro Bein und einem kurzen Halten des Unterarmstützes.
Gezieltes Training für Rumpf und tiefe Muskelschichten
Für die Stabilisierung der Körpermitte existieren spezifische Übungsvarianten. Die Bären-Planke (Bear Plank) kräftigt die Rumpfmuskulatur und beugt Schmerzen im unteren Rücken vor. Dabei begibt man sich in den Vierfüßlerstand mit den Händen unter den Schultern und den Knien unter den Hüften.
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Nach dem Anspannen von Gesäß und Bauch werden die Knie wenige Zentimeter vom Boden abgehoben. Empfohlen werden drei Sätze mit einer Haltedauer von 20 bis 60 Sekunden, zwei- bis dreimal pro Woche.
Die Übung „Dead Bug“ aktiviert gezielt die gesamten Bauchmuskeln einschließlich des tiefen Transversus abdominis. Aus der Rückenlage mit im 90-Grad-Winkel angehobenen Beinen und senkrecht zur Decke gestreckten Armen wird kontrolliert ein Bein gestreckt, während der gegenüberliegende Arm abgesenkt wird. Für spürbare Effekte wird eine Durchführung drei- bis viermal wöchentlich empfohlen.
Trainingsumfang, Fettverbrennung und Regeneration
Fachorganisationen wie das American College of Sports Medicine betonen, dass Körpergewicht und Widerstandsbänder bei ausreichendem Einsatz vollkommen genügen. Einheiten von 25 bis 30 Minuten an mindestens zwei Tagen pro Woche für die Hauptmuskelgruppen reichen demnach aus.
Große Verbundübungen wie Kniebeugen, Ausfallschritte, Liegestütze und Klimmzüge beanspruchen große Muskelgruppen und treiben den Energieverbrauch hoch. Isolierte Übungen wie Sit-ups allein zeigen dagegen einen geringen Effekt auf den Kalorienverbrauch.
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Ein gezielter Fettabbau an isolierten Körperstellen wie dem Bauch ist wissenschaftlich widerlegt; Fettreduktion vollzieht sich am gesamten Körper und erfordert neben zwei bis drei Trainingseinheiten pro Woche eine negative Kalorienbilanz.
Auch nach gesundheitlichen Einschränkungen wie einem Bandscheibenvorfall kann Krafttraining die tiefe Rumpf-, Bauch-, Rücken- und Gesäßmuskulatur stabilisieren, erfordert jedoch vorab eine ärztliche Abklärung. In der akuten Phase sind schwere Kniebeugen zu meiden; stattdessen eignen sich isometrische Übungen wie der Unterarmstütz und das Beckenheben, gefolgt von ein bis zwei Einheiten pro Woche.
Zudem lässt sich Bewegung durch Mikrotraining in den Alltag integrieren – etwa durch Wadenheben im Stehen oder Liegestütze an der Schreibtischkante. Am 3. November veranstaltet die Stadt Salzburg im Projekt „Bewegte Stadt“ dazu eine kostenlose Praxiseinheit für Interessierte ohne Vorkenntnisse.
