Krafttraining und Ernährung: Senioren nehmen täglich 29,1 Gramm mehr Protein auf
Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 06:05 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine gezielte Steigerung von Menge und Qualität der Proteinzufuhr kann bei gebrechlichen, selbstständig lebenden Senioren zu deutlichen ernährungsphysiologischen Verbesserungen führen. Wie eine randomisierte kontrollierte Studie im Fachjournal BMC Nutrition zeigt, führt die Kombination aus strukturiertem Krafttraining und einer individuellen Proteinintervention zu einer signifikant höheren Eiweißaufnahme über den gesamten Tagesverlauf hinweg.
Mehr Eiweiß über alle Mahlzeiten hinweg
An der Untersuchung nahmen 295 gebrechliche, selbstständig lebende Senioren mit einem Durchschnittsalter von 73,9 ± 6,0 Jahren teil, von denen 69 Prozent weiblich waren. Über einen Zeitraum von 12 Wochen absolvierte die Kontrollgruppe mit 146 Teilnehmenden ausschließlich ein Krafttraining.
Die Interventionsgruppe mit 149 Teilnehmenden erhielt zusätzlich eine Ernährungsberatung sowie täglich 20 Gramm Molkenprotein mit dem Ziel, eine Gesamtzufuhr von 1,2 bis 1,5 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht und Tag zu erreichen.
Bei der Nachuntersuchung wies die Interventionsgruppe eine um 29,1 Gramm pro Tag höhere Proteinzufuhr auf (p<0,001). Diese Steigerung verteilte sich über sämtliche Mahlzeiten des Tages (jeweils p?0,028):
- Frühstück: +9,1 Gramm pro Tag
- Erster Snack: +2,4 Gramm pro Tag
- Mittagessen: +5,2 Gramm pro Tag
- Zweiter Snack: +2,3 Gramm pro Tag
- Abendessen: +3,2 Gramm pro Tag
- Abendsnack: +7,4 Gramm pro Tag
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Bessere Proteinqualität und veränderte Energieaufnahme
Neben der reinen Menge verbesserte sich auch die Proteinqualität in der Interventionsgruppe signifikant um 33,8 Punkte (p<0,001), wobei die Werte bei allen Einzelmahlzeiten signifikant über denen der Kontrollgruppe lagen (p?0,005). Als wesentliche Proteinquellen der Intervention dienten neben Nahrungsergänzungsmitteln vor allem Eier, Käse und weitere Milchprodukte. Die Studie war unter der Kennung NL-OMON54919 registriert worden.
Die Ernährungsanpassung wirkte sich zudem auf die gesamte Energie- und Makronährstoffaufnahme aus. Die tägliche Energiezufuhr stieg in der Interventionsgruppe um 208,9 Kilokalorien (p<0,001), begleitet von einer Zunahme der Fettaufnahme um 7,3 Gramm pro Tag (p=0,022). Bei der Zufuhr von Kohlenhydraten zeigte sich hingegen kein signifikanter Unterschied zwischen den beiden Gruppen.
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