Krafttraining, Stunden

Krafttraining: Zwei Stunden pro Woche senken Herzinfarktrisiko um 44%

Veröffentlicht: 11.07.2026 um 07:15 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Aktuelle Forschung zeigt: Schon zwei Stunden Krafttraining pro Woche senken Sterberisiko und schĂĽtzen vor Herzinfarkt und Demenz.

Krafttraining verlängert Leben: Neue Studien belegen Effekt
Eine starke Frau ĂĽber 50 hebt Gewichte in einem modernen Fitnessstudio, konzentriert und aktiv. Illustration mit AI erstellt ĂĽbermittelt durch boerse-global.de

Das belegen gleich mehrere aktuelle Studien aus dem Sommer 2026. Besonders Frauen über 50 profitieren enorm – und zwar nicht nur körperlich.

20 Prozent weniger Herzinfarkte

Eine Harvard-Studie mit 147.000 Erwachsenen zeigt: Wer 90 bis 120 Minuten pro Woche Gewichte stemmt, senkt sein Sterberisiko um 13 Prozent. Kombiniert mit Ausdauertraining steigt der Wert auf satte 41 Prozent. Mehr als 140 Minuten bringen laut den Autoren keinen zusätzlichen Effekt.

Das Journal of the American College of Cardiology bestätigt die Zahlen. Bei 117.000 Teilnehmerinnen sank das Risiko für schwere Herz-Kreislauf-Ereignisse um 20 Prozent. Das Herzinfarktrisiko fiel sogar um 44 Prozent. Voraussetzung: mindestens zwei Stunden Krafttraining pro Woche.

Forscher am Karolinska Institutet untermauern die Ergebnisse. Bei Frauen zwischen 63 und 99 Jahren korrelieren Bein- und Griffstärke direkt mit einem geringeren Risiko für vorzeitigen Tod.

Muskeln schĂĽtzen das Gehirn

Krafttraining wirkt nicht nur auf den Körper. Sportmediziner Daniel König von der Universität Wien betont: Bis zu 45 Prozent der Demenzerkrankungen ließen sich durch Bewegung hinauszögern oder verhindern. Während Ausdauersport die Gefäße stärkt, fördert Krafttraining gezielt Gedächtnis und geistige Flexibilität.

Der Grund: Die Muskulatur schüttet Botenstoffe aus, die das Nervenwachstum anregen. Die Universität Wien untersucht diesen Effekt derzeit in einer randomisierten Doppelblindstudie. 126 Probanden zwischen 65 und 85 Jahren kombinieren Krafttraining mit der Supplementierung von L-Serin.

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Vier Minuten täglich reichen

Die BONEMORE-Studie des Karolinska Institutet zeigt: Schon 20 Minuten hochintensives Belastungstraining pro Woche verbessern bei Frauen mit Osteoporose die Muskelstärke spürbar. Zwei Einheiten à 60 Minuten mit dynamischen Übungen bringen zusätzlich Fortschritte bei Balance und Ganggeschwindigkeit.

Noch überraschender: Die FAST-2-Studie, veröffentlicht am 11. Juli 2026 in PLOS One, belegt die Wirksamkeit von Kleinstintervallen. Täglich vier Minuten Widerstandstraining – Kniebeugen oder Treppensteigen – verbesserten bei Probanden ab 65 Jahren nach zwölf Wochen die funktionale Leistung erheblich.

Experten der AARP empfehlen zudem sogenanntes „Power Training": schnelle, kontrollierte Bewegungen aktivieren die schnell zuckenden Muskelfasern und minimieren so das Sturzrisiko.

So trainieren Frauen ĂĽber 50 richtig

Zwei- bis dreimal pro Woche, 30 bis 45 Minuten – das ist die Formel für Frauen ab 50. Im Fokus stehen Grundübungen wie Kniebeugen, Ruderbewegungen und Liegestütze. Die Intensität sollte bei 70 bis 85 Prozent der Maximalkraft liegen.

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Flankierend zur Bewegung spielt die Ernährung eine entscheidende Rolle. Fachleute empfehlen 1,0 bis 1,5 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht täglich. Dazu kommen ausreichend Calcium und Vitamin D für die Knochen.

Wer seine Gelenke schonen will, setzt auf Aquafitness. Studien aus dem Jahr 2025 zufolge liegt der Kalorienverbrauch im Wasser bei 400 bis 700 kcal pro Stunde – bei nur zehn Prozent der Gelenkbelastung.

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