Kreatin bei Depressionen: Zwei von sechs Studien zeigen Besserung
Veröffentlicht: 09.07.2026 um 22:33 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Die Branche steht vor einem Paradox: Nie war das Angebot an Therapieformen größer, nie der Druck auf die Finanzierung höher.
Von der Zuckersucht bis zum Business-Coaching
Hypnosetherapie wird zunehmend als integratives Werkzeug eingesetzt. In Berlin nahm die 37-jährige Evelyn Burdecki Anfang Juli professionelle Hypnoseunterstützung bei Jan Becker in Anspruch. Ziel: die mentale Neuausrichtung bei chronischer Fehlernährung.
Parallel dazu boomen Coaching-Ausbildungen. Ab Oktober 2026 bietet Kraus & Partner eine neunmonatige, berufsbegleitende Ausbildung zum systemischen Business-Coach an. Das Programm umfasst fünf Präsenz-Workshops und Online-Einheiten – zertifiziert durch den Deutschen Verband für Coaching und Training (dvct). Auch „HolidayCoaching“ sucht Fachkräfte mit ICF- oder DGfC-Zertifizierung für 1:1-Sitzungen an Urlaubsorten wie Dresden oder der Lüneburger Heide.
Die Wissenschaft hinter den Methoden
Die Transaktionsanalyse nach Eric Berne bleibt ein Fundament vieler Ansätze. Sie analysiert Kommunikationsabläufe durch Ich-Zustände wie das Kind- oder Erwachsenen-Ich – nützlich in Pädagogik und Psychotherapie.
Wirtschaftlich zeigt die „Mentally STRONG Method“ von Dr. Cristi Bundukamara Skalierungseffekte. Das skill-basierte System aus Denken, Organisieren und Wählen generierte mit über 7.000 Kunden rund 15 Millionen US-Dollar Umsatz.
Kreatin gegen Depressionen?
Eine Ende Juni 2026 in „Brain Medicine“ veröffentlichte Übersichtsarbeit der University of Toronto und der University of Ottawa untersuchte Kreatinmonohydrat bei Depressionen. Das Ergebnis: uneinheitlich. Zwei von sechs Studien mit 238 Teilnehmern zeigten bei 5 Gramm Kreatin plus Antidepressiva eine Besserung – drei Studien keinen signifikanten Nutzen.
Während die Wissenschaft neue Wege in der Depressionsforschung sucht, bleibt die Prävention psychischer Abbauprozesse im Alltag entscheidend. Erfahren Sie in diesem Ratgeber, welche 11 Alltagsübungen Ihr Gehirn bis ins hohe Alter fit halten und Demenz gezielt vorbeugen. Gehirntraining-Ratgeber kostenlos herunterladen
Deutlich positiver fiel eine Studie in „The Lancet Regional Health – Europe“ aus. Das Peer-Programm „In Würde zu sich stehen“ (IWS) der Universität Ulm und des BKH Günzburg reduzierte bei 457 Teilnehmern an neun Standorten das Selbststigma psychischer Erkrankungen und verbesserte Lebensqualität und soziale Inklusion.
Bei Störungen der Darm-Hirn-Interaktion empfiehlt Prof. Sigrid Elsenbruch von der Ruhr-Universität Bochum einen biopsychosozialen Ansatz: Psychoedukation, Verhaltenstherapie und spezialisierte gastropsychologische Betreuung.
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Reformstau und Kürzungspläne
Für den 10. Juli 2026 ist die Verabschiedung des GKV-Beitragsstabilisierungsgesetzes geplant. Therapeutenverbände und die Deutsche Gesellschaft für Psychologie (DGPs) kritisieren die vorgesehenen Kürzungen scharf. Besonders die Streichung der Angemessenheitsprüfung für Honorare könnte die ambulante Versorgung gefährden.
Die Finanzierung der psychotherapeutischen Weiterbildung bleibt sechs Jahre nach der Reform von 2020 ungeklärt. In Niedersachsen fehlen rund 600 Plätze – massive Verunsicherung unter Studierenden ist die Folge.
Fortschritte gibt es in Österreich: Die Akkreditierungsagentur AQ Austria beurteilte den Antrag für ein Master-Studium der Psychotherapie an der UMIT TIROL positiv. Noch 2026 könnte das erste Studium an einer privaten Universität nach dem neuen Psychotherapiegesetz starten.
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