Kreatin, Krebs

Kreatin gegen Krebs: UCLA-Forscher entdecken Immuntherapie-Potenzial

Veröffentlicht: 13.07.2026 um 15:09 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Verbraucherschützer sehen Proteinshakes für Sportler meist als überflüssig an. Neue Forschung zeigt zudem Zusammenhänge zwischen Kreatin, Krebs und Muskelabbau im Alter.

Proteinshakes oft unnötig: Neue Studien zu Muskeln & Gesundheit
Nahaufnahme eines angespannten Bizeps, der Stärke und Muskulatur symbolisiert, mit verschwommenem Fitnessstudio im Hintergrund. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Darauf weisen Fachleute der Verbraucherzentrale Bayern im Juli 2026 hin. Der erhöhte Energiebedarf bei intensiver Aktivität führe meist automatisch zu einer höheren Proteinaufnahme durch normale Nahrung.

Für Profisportler empfehlen Experten täglich 1,2 bis 2,0 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht. Entscheidend für den Muskelzuwachs bleibt aber das Training selbst.

Ein Orientierungsmodell für den Breitensport: Bei 80 Kilogramm Körpergewicht sind täglich 160 Gramm Protein, 80 Gramm Fett und 460 Gramm Kohlenhydrate empfohlen. Die individuellen Körpertypen – ektomorph, mesomorph und endomorph – beeinflussen dabei die Berechnung des Grundumsatzes.

Abnehmspritzen gefährden die Muskulatur

Moderne Medikamente zur Gewichtsreduktion haben einen Haken: Sie kosten Muskelmasse. Eine Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM) vom Juli 2026 zeigt: Tirzepatid ermöglicht durchschnittlich 20,9 Prozent Gewichtsverlust, Semaglutid 17 Prozent – aber beide reduzieren auch die Muskulatur.

Die Lösung? Regelmäßiges Kraft- und Ausdauertraining kombiniert mit konsequenter Eiweißzufuhr. Wer die Medikamente absetzt, ohne den Lebensstil dauerhaft zu ändern, riskiert zudem den gefürchteten Jo-Jo-Effekt.

Kreatin: Hoffnungsträger in der Krebsforschung

Kreatin kann mehr als nur die Leistung im Fitnessstudio steigern. Forscher der UCLA entdeckten im Juli 2026 ein potenzielles Einsatzgebiet in der Krebsbekämpfung. Die im Fachjournal iScience veröffentlichte Studie zeigt: Kreatin versorgt dendritische Zellen mit zusätzlicher Energie in Form von ATP. Diese Immunzellen aktivieren wiederum T-Zellen zur Tumorabwehr.

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In Versuchen mit Mäusen, die an einem Melanom litten, verlangsamten tägliche Kreatin-Injektionen das Tumorwachstum. Die Forscher sehen Chancen für künftige Immuntherapien oder Krebsimpfstoffe. Klinische Studien am Menschen stehen allerdings noch aus.

Warum Bewegung im Alter so wichtig ist

Die molekulare Forschung entschlüsselt neue Zusammenhänge zwischen Inaktivität und Muskelabbau. Eine in Science Advances veröffentlichte australische Studie untersuchte das Enzym NOX4. Es produziert bei Muskelkontraktionen reaktive Moleküle, die zelluläre Reparaturprozesse auslösen. Mit dem Alter sinkt der NOX4-Spiegel – Muskelabbau und Insulinresistenz sind die Folge.

Die gute Nachricht: Mehrwöchiges Training konnte den NOX4-Spiegel bei älteren Probanden wieder auf jugendliches Niveau heben. Zusätzlich zeigt der in Brokkoli enthaltene Stoff Sulforaphan positive Effekte auf Muskelmasse, Blutzuckerspiegel und Entzündungsprozesse in der Leber – zumindest in Testmodellen.

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Nachteulen haben häufiger Übergewicht

Der Zeitpunkt der Nahrungsaufnahme beeinflusst das Körpergewicht. Eine neuseeländische Studie an 300 Frauen, veröffentlicht in Frontiers in Nutrition, zeigt: Chronobiologische Spättypen („Nachteulen“) haben einen signifikant höheren Body-Mass-Index (31,4 gegenüber 26,1) sowie mehr Körper- und Bauchfett als Morgen- oder Mischtypen. Die Ursache: spätere Mahlzeiten und geringere Ballaststoffaufnahme.

Parallel forscht die Wissenschaft an Wirkstoffen wie dem Pan-ERR-Agonisten SLU-PP-332. Er soll Anpassungsprozesse des Körpers an Sport auf molekularer Ebene simulieren – durch Aktivierung spezifischer Rezeptoren, die Fettstoffwechsel und Mitochondrienbildung ankurbeln. Das Ziel: bessere Energieeffizienz und Ausdauer ohne körperliche Belastung.

Im Profifußball setzt man unterdessen auf eine Kombination aus Maximal- und Explosivkraft plus Perturbationstraining für mehr Schnelligkeit und Stabilität. Und eine malaysische Studie zur Wirkung von Schokoladenduft auf die Wiederholungsrate im Krafttraining? Die lieferte erste Hinweise auf psychologische Effekte – bei nur 23 Teilnehmern bedarf sie aber weiterer Verifizierung.

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