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Kurzvideos: Studie zeigt Deaktivierung von Kontrollregionen im Gehirn

Veröffentlicht am: 21.08.2026 um 03:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Neue fMRI-Studie der Zhejiang University belegt: Der Konsum von Kurzvideos senkt die AktivitĂ€t in Gehirnarealen, die fĂŒr Selbstkontrolle und Impulsregulation zustĂ€ndig sind.

Kurzvideos: Hirnstudie zeigt reduzierte AktivitÀt in Selbstkontrollregionen
Eine junge Person blickt konzentriert auf den Bildschirm eines Smartphones in einem abgedunkelten Raum. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Die neurologischen Auswirkungen des Konsums von Kurzvideos stehen zunehmend im Fokus der Wissenschaft. Eine im August 2026 in der Fachzeitschrift NeuroImage veröffentlichte Untersuchung der Zhejiang University liefert neue Erkenntnisse darĂŒber, wie algorithmisch gesteuerte Videoinhalte die menschliche Selbstkontrolle beeinflussen können.

Die Studie unter der Leitung von Tiantian Hong untersuchte die HirnaktivitÀt von 56 jungen Erwachsenen mit einem Durchschnittsalter von 23 Jahren wÀhrend des Konsums bevorzugter Kurzvideos.

Deaktivierung von Kontrollregionen im Gehirn

Die Forscher der Zhejiang University setzten fĂŒr ihre Analyse zwei verschiedene bildgebende Verfahren (fMRI) ein. Dabei stellten sie fest, dass das Ansehen der prĂ€ferierten Kurzvideos zu einer signifikanten Reduktion der AktivitĂ€t in spezifischen Hirnregionen fĂŒhrte.

Betroffen waren insbesondere der dorsale anteriorer cingulĂ€re Kortex (dACC) sowie der dorsolaterale prĂ€frontale Kortex (dlPFC). Beide Regionen gelten als zentrale Bestandteile des kognitiven Kontrollnetzwerks, das fĂŒr die Regulation von Impulsen und die Selbstkontrolle verantwortlich ist.

Interessanterweise sank die AktivitÀt in diesen Bereichen wÀhrend des Videokonsums unter die individuelle Basislinie der Probanden. Ein weiterer Befund der im Juli und August 2026 publizierten Daten betrifft die neurochemische Ebene: Höhere Glutamat-Werte im cingulÀren Kortex korrelierten mit einer geringeren Deaktivierung dieser Kontrollregionen.

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Trotz dieser beobachteten funktionellen VerĂ€nderungen betont die Studie, dass keine Beweise fĂŒr permanente SchĂ€den oder eine klinische Sucht durch die Nutzung von Kurzvideos vorlĂ€gen.

Zusammenhang mit ImpulsivitÀt und psychischer Belastung

ErgÀnzende Forschungsergebnisse aus dem Jahr 2026 weisen auf breitere verhaltensbiologische Auswirkungen hin. Eine Untersuchung unter Beteiligung von 839 chinesischen Jugendlichen assoziierte die Nutzung von Kurzvideoplattformen mit einer gesteigerten Aufmerksamkeits-ImpulsivitÀt. Zudem wurde in diesem Zusammenhang ein vermehrtes Fehlverhalten im schulischen Umfeld beobachtet.

Neben den rein kognitiven Aspekten werden auch psychische Folgen der digitalen Stimulation thematisiert. Eine im Mai 2026 in Psychological Reports veröffentlichte Studie legte dar, dass exzessive digitale Stimulation zu Burnout-Erscheinungen fĂŒhren kann. Diese Entwicklung erhöhe das Stresslevel sowie Angstsymptome und begĂŒnstige die Entstehung depressiver Symptome bei den Betroffenen.

Auswirkungen auf die GedÀchtnisleistung und gesellschaftliche Einordnung

Die Fragmentierung der Inhalte spielt offenbar eine entscheidende Rolle fĂŒr die kognitive Verarbeitung. Laut einer im Jahr 2026 in Communications Psychology erschienenen Studie fĂŒhrt die Nutzung fragmentierter Kurzvideos zu einer nachweislich schlechteren GedĂ€chtnisleistung. Die schnellen Schnitte und die KĂŒrze der Informationen scheinen die Konsolidierung von Inhalten im LangzeitgedĂ€chtnis zu erschweren.

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Die gesellschaftliche Relevanz dieser PhĂ€nomene spiegelt sich auch in der Sprache wider. Bereits im Jahr 2024 wĂ€hlte die Oxford University Press den Begriff „Brain rot“ (HirnfĂ€ule) zum Wort des Jahres.

Der Begriff beschreibt umgangssprachlich die BefĂŒrchtung, dass der ĂŒbermĂ€ĂŸige Konsum minderwertiger digitaler Inhalte die kognitiven FĂ€higkeiten negativ beeinflussen könnte – eine Sorge, die durch die aktuellen neurobiologischen Untersuchungen der Zhejiang University und anderer Institute nun eine wissenschaftliche Datengrundlage erhĂ€lt.

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