Leisure Sickness: 72% kennen das Phänomen – wie Urlaub krank macht
Veröffentlicht: 16.07.2026 um 09:14 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Das zeigt eine Studie der Techniker Krankenkasse aus dem Jahr 2025. Die Folgen sind messbar: Psychische Erkrankungen verursachen pro Fall durchschnittlich 33 Ausfalltage, belegen Daten der DAK aus dem Jahr 2024.
Die KKH meldet zudem steigende Fehltage durch Burnout-Diagnosen. Auf makroökonomischer Ebene wird es richtig teuer: Die OECD schätzt für 2026, dass psychische Erkrankungen die europäische Wirtschaft jährlich Milliarden kosten. Experten raten daher zu Präventionsangeboten wie Inhouse-Seminaren oder Bildungsurlaub.
Feierabend ist Feierabend – wirklich?
Eine Studie der University of North Carolina aus dem Jahr 2026 im Journal of Applied Psychology zeigt: Wer nach Feierabend konsequent abschaltet, erholt sich besser und ist am nächsten Tag leistungsfähiger. Empfohlen werden feste Feierabendroutinen, das Notieren von Tageserfolgen und Bewegung an der frischen Luft.
Ein weiterer psychologischer Ansatz: bewusst die Kontrolle über das Verhalten anderer abgeben. Eine Fachautorin beschreibt diese Methode, um die eigene Frustration zu senken und mentale Ressourcen für beeinflussbare Bereiche zu reservieren. Eine Ärztin und Fachberaterin für Stressregulation ordnet Burnout übrigens nicht als klassische Krankheit ein, sondern als physiologische Reaktion des Körpers.
Die innere Uhr als Produktivitätsbooster
Neuere wissenschaftliche Erkenntnisse betonen den Einfluss der inneren Uhr auf die berufliche Leistungsfähigkeit. Wer sich an biologischen Rhythmen statt an starren Arbeitszeitmodellen orientiert, steigert offenbar die Produktivität. Dazu passt eine Studie der University of Pittsburgh aus dem Jahr 2026 im Journal of Sport and Health Science: 150 Minuten Ausdauersport pro Woche über zwölf Monate senken das Stresshormon Cortisol im Haar signifikant.
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Forscher der Universität Tübingen untersuchen zudem die sogenannte Interozeption – die Wahrnehmung körperinterner Signale. Ihre Studie aus dem Jahr 2026 legt nahe: Menschen mit präziser interozeptiver Wahrnehmung reagieren weniger empfindlich auf hungerbedingte Stimmungsschwankungen. Schwierigkeiten in diesem Bereich werden hingegen häufig mit Angststörungen oder Depressionen in Verbindung gebracht.
Hightech gegen Stress im Management
Das Fraunhofer IAO plant für November 2026 ein spezielles Format für das obere Management. Dabei kommen Wearables und Eye-Tracking-Technologien zum Einsatz, um die kognitive Resilienz von Führungskräften zu stärken. Ziel: bessere Entscheidungen unter hohem Druck.
Auch für Einsatzkräfte entstehen digitale Lösungen. Eine Plattform bietet speziell der Feuerwehr niedrigschwellige Impulse zur Selbstregulation im Alltag. Keine medizinische Therapie, aber ein Werkzeug zur Förderung der psychischen Widerstandskraft.
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Urlaub? Dann werde ich krank
Das Phänomen der „Leisure Sickness“ – das Erkranken unmittelbar zu Urlaubsbeginn – kennen 72 Prozent der Befragten. Das ergab eine Umfrage der IU Internationalen Hochschule aus dem Jahr 2025. Ursache: ein plötzlicher Abfall des Stresshormonspiegels. Die Lösung: regelmäßige Mikropausen im Arbeitsalltag und ein fließender Übergang in die Erholungsphase. Experten empfehlen, den Urlaub gedanklich bereits eine Woche vorher vorzubereiten.
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