Office-Krise, Microsoft

Office-Krise ab Juli: Microsoft sperrt Millionen Nutzer in Lesemodus

Veröffentlicht: 16.07.2026 um 09:14 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Microsoft schränkt Office auf Apple-Geräten ein und erhöht Abopreise. CEO Nadella warnt vor versteckten Kosten durch KI-Datennutzung.

Microsoft-Ärger: Office-Lesemodus, Preiserhöhung & KI-Warnung
Leuchtendes digitales Vorhängeschloss-Symbol über unscharfem Büroarbeitsplatz, symbolisiert Softwarelizenzierung und Sicherheitsherausforderungen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Steigende Preise, eingeschränkte Funktionen und KI-Risiken zwingen Unternehmen zum Umdenken.

Seit dem 13. Juli 2026 schaltet Microsoft auf Apple-Geräten mehrere Office-Versionen in einen abgespeckten Lesemodus. Nutzer von Microsoft 365, Office 2021 und Office 2019 auf Mac, iPhone und iPad können Dokumente nur noch öffnen und drucken – Bearbeiten, Speichern oder Neuerstellen ist nicht mehr möglich. Grund dafür ist ein abgelaufenes digitales Zertifikat.

Betroffen sind alle, die nicht auf macOS 12 oder iOS 17 aufgerĂĽstet haben. Windows- und Android-Nutzer bleiben verschont. Wer wieder voll arbeiten will, muss entweder ein Microsoft-365-Abo abschlieĂźen, die Einmal-Lizenz Office 2024 fĂĽr rund 140 Euro kaufen oder auf kostenlose Alternativen wie Apple iWork ausweichen.

Preisschock bei Abos: Bis zu 43 Prozent teurer

Bereits Anfang Juli zog Microsoft die Preise für seine Cloud-Produkte kräftig an. Seit dem 1. Juli 2026 kosten Microsoft-365-Geschäftslizenzen zwischen 5 und 43 Prozent mehr. Im Gegenzug ist der KI-Assistent Copilot Chat in allen Basistarifen enthalten. Besonders stark stiegen die Preise in den höheren Paketen, während Business Premium und Office 365 E1 unverändert blieben.

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Bestehende Kunden zahlen noch bis zur nächsten Verlängerung den alten Preis. Bei Neuabschlüssen greifen sofort die höheren Tarife. Analysten raten Unternehmen zu strengeren Einkaufsprüfungen und klaren KI-Richtlinien. Erste britische Kanzleien berichten zwar von Produktivitätsgewinnen durch das Copilot-Add-on für 28 Euro pro Nutzer – doch belastbare Zahlen fehlen bislang.

GĂĽnstige Auswege: Dauerlizenzen fĂĽr kleines Geld

Genau diese Entwicklung treibt Alternativen hervor. Am 15. Juli 2026 brachte die Indomitus Group die Buchhaltungssoftware indiAccounting für Windows 10 und 11 auf den Markt – als reine Einmal-Lizenz ohne Abo. Die Basisversion kostet 230 Euro, Versionen mit Lohnabrechnung für bis zu 100 Mitarbeiter liegen zwischen 280 und 740 Euro.

Noch günstiger: Über Drittanbieter sind seit dem 15. Juli Einmal-Lizenzen für Microsoft Office Professional Plus 2019 für Windows ab etwa 18 Euro erhältlich. Die Lizenzen sind zwar an einen einzigen PC gebunden und erhalten keine Updates – dafür gehört die Software dem Käufer für immer.

KI-Warnung vom Chef: „Ihr zahlt doppelt"

Microsoft-CEO Satya Nadella schlug am 12. Juli 2026 Alarm. Sein Appell an Unternehmenslenker: Wer proprietäre KI-Modelle nutze, zahle womöglich doppelt – einmal durch die Gebühren und ein zweites Mal durch die eigenen Daten, mit denen die Modelle der Anbieter trainiert werden.

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Nadella spricht von einem „umgekehrten Informationsparadoxon": KI-Anbieter lernen aus dem „Intelligenz-Abgas" ihrer Nutzer – aus Eingaben, Korrekturen und Bewertungsdaten. Sein Rat an Unternehmen:
- Strikte Datenhoheit behalten
- Eigene, abgeschottete Lernumgebungen aufbauen
- Flexible Wechselmöglichkeiten zwischen verschiedenen KI-Modellen einplanen

Zwar verbieten Enterprise-Verträge großer Anbieter meist das Training mit Kundendaten. Doch für Verbraucher-Tools und autonome KI-Agenten sieht Nadella weiterhin hohe Risiken. Er schlägt ein „Fünf-C-Modell" vor: Kontrolle, Fähigkeiten, Wahlfreiheit, Kosten und Compliance. Dass der Markt bereits umschwenkt, zeigt ein aktueller Wert: Offene Modelle machten zuletzt 29 Prozent des Datenverkehrs auf der Vercel-Plattform aus – ein klares Signal für den Trend weg von geschlossenen Systemen.

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