Leisure, Sickness

Leisure Sickness: 72% leiden unter Erholungs-Kopfschmerzen

Veröffentlicht: 18.07.2026 um 02:30 Uhr, Redaktion boerse-global.de

72 Prozent der Deutschen leiden laut IU-Studie unter Leisure Sickness. Naturkontakt und Mikropausen helfen, Modetrends sind oft wirkungslos.

Leisure Sickness: Warum Entspannung krank machen kann
Eine Person meditiert friedlich an einem ruhigen See bei Sonnenaufgang, umgeben von grĂŒnen BĂ€umen. Ruhige und entspannende AtmosphĂ€re. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Wenn der Stresspegel sinkt, steigt das Krankheitsrisiko. Viele kennen dieses PhÀnomen.

Eine Umfrage der IU Internationalen Hochschule aus dem Jahr 2025 zeigt: 72 Prozent der Befragten leiden unter der sogenannten „Leisure Sickness“. Sobald der Urlaub beginnt, stellen sich Kopfschmerzen, Erschöpfung oder ErkĂ€ltungen ein. Rund 20 Prozent der 2.000 Teilnehmer haben regelmĂ€ĂŸig mit diesen Symptomen zu kĂ€mpfen.

Der Grund: Ein plötzlicher Abfall des Cortisolspiegels. Experten raten daher, den Übergang in die Erholung moderat zu gestalten. Mikropausen im Arbeitsalltag, feste Feierabend-Rituale und bewusstes Abschalten digitaler GerĂ€te helfen. Auch der „Sunday Reset“ – ein Trend aus sozialen Netzwerken – soll Sonntagsstress reduzieren.

Die heilende Kraft von Wasser und Wald

Wissenschaftler setzen zunehmend auf die Wirkung von Naturlandschaften. Bereits 2014 prĂ€gte der Biologe Wallace J. Nichols den Begriff „Blue Mind“. Er beschreibt den positiven Einfluss von GewĂ€ssern auf die Psyche. Aufenthalte an Seen oder Meeren senken den Cortisolspiegel und vermitteln ein GefĂŒhl der Ruhe.

Weltweit nutzen Programme diese Erkenntnisse. Segelangebote fĂŒr Veteranen oder Surftherapien sind Beispiele. Auch die Waldtherapie gewinnt an Bedeutung. In Litauen entstand ein Natur-Retreat, dessen Design 2026 einen internationalen Architekturpreis erhielt. Das Klinikum Landshut bietet gefĂŒhrte SpaziergĂ€nge fĂŒr Patienten an – als Begleittherapie.

Die BUND-Jugend setzt ebenfalls auf Naturerfahrungen. In Sommercamps vermittelt sie jungen Menschen ökologische Themen in entspannter AtmosphÀre.

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Vorsicht vor Modetrends

Der Markt fĂŒr StressbewĂ€ltigung bringt stĂ€ndig neue Trends hervor. „Cortisol-Cocktails“ etwa werden in sozialen Netzwerken als Wundermittel beworben. Experten sind skeptisch: Sie hydrieren zwar, senken den Hormonspiegel aber nicht direkt. Eine chronische Cortisolerhöhung ist zudem selten – sie betrifft jĂ€hrlich nur 10 bis 15 von einer Million Menschen.

Statt auf Modetrends setzen Fachleute auf ausgewogene ErnĂ€hrung mit Omega-3-FettsĂ€uren, Magnesium und Vitamin C sowie gute Schlafhygiene. Ein kritischer Blick auf den Markt fĂŒr NahrungsergĂ€nzungsmittel zeigte sich im Juli 2026: Ein MikronĂ€hrstoffkonzentrat erhielt den Negativpreis „Goldener Windbeutel“ fĂŒr irrefĂŒhrende Werbeversprechen.

Augen-Yoga im Museum

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Innovative AnsĂ€tze finden ihren Weg in die Kultur. Im Kunstpalast DĂŒsseldorf bietet man im Sommer 2026 FĂŒhrungen an, die Kunstbetrachtung mit Übungen fĂŒr die Augenmuskulatur kombinieren. Die Methode soll ĂŒber den Parasympathikus zur Entspannung beitragen.

Auch in der Ausbildung wird das Bewusstsein fĂŒr die Umwelt gestĂ€rkt. Auszubildende der Sparkasse Krefeld tauschten Mitte Juli 2026 den Arbeitsalltag gegen praktische Erfahrungen in der Naturschutzarbeit.

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