Lungenkrebs, Kombination

Lungenkrebs: Kombination senkt Progressionsrisiko in SAFFRON um 45 Prozent

Veröffentlicht am: 31.10.2026 um 18:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Studien berichten über längeres progressionsfreies und Gesamtüberleben bei mehreren Krebsarten; die gezielte Auswahl passender Kombinationen bleibt zentral.
Moderne wissenschaftliche Laborausstattung mit Laborgeräten auf einem sauberen, weißen Labortisch. Illustration mit AI erstellt.

Auf dem ESMO-Kongress 2026, der vom 23. bis zum 27. Oktober in Madrid stattfand, standen neuartige Kombinationstherapien im Mittelpunkt onkologischer Diskussionen.

Die vorgestellten Studiendaten verdeutlichen das Bestreben der klinischen Forschung, die Wirksamkeit von Behandlungen durch den kombinierten Einsatz von Immuntherapien, Antikörper-Wirkstoff-Konjugaten und zielgerichteten Molekülen zu steigern und herkömmliche Chemotherapien schrittweise zu ersetzen.

Fortschritte bei Lungenkarzinomen und soliden Tumoren

Ein Schwerpunkt der präsentierten Daten betraf das nicht-kleinzellige Lungenkarzinom (NSCLC). In der Phase-3-Studie SAFFRON von AstraZeneca und HUTCHMED untersuchten Forscher die Kombination aus Osimertinib und Savolitinib im Vergleich zu einer platinbasierten Chemotherapie bei 338 Patienten mit EGFR-Mutation und MET-Überexpression beziehungsweise -Amplifikation nach einer Progression unter Osimertinib.

Die Auswertung mit Daten bis zum 6. Juli 2026 zeigte eine Reduktion des Progressionsrisikos um 45 Prozent (Hazard Ratio 0,55; 95-Prozent-Konfidenzintervall 0,42–0,72; p<0,001). Das mediane progressionsfreie Überleben lag bei 7,6 gegenüber 5,4 Monaten. Das mediane Gesamtüberleben verlängerte sich von 12,9 auf 17,8 Monate (Hazard Ratio 0,68; p=0,010). Für die Kombination wurde ein Zulassungsantrag bei der US-Arzneimittelbehörde FDA eingereicht.

Auch AbbVie stellte neue Phase-1-Ergebnisse vor. Der Wirkstoffkandidat Temab-A erzielte bei soliden Tumoren eine objektive Ansprechrate von 30 Prozent und ein medianes Gesamtüberleben nach einem Follow-up von 18,2 Monaten. In der Subgruppe mit unselektiertem NSCLC lag die Ansprechrate bei 50 Prozent, das mediane Gesamtüberleben bei 13,8 Monaten.

Für das Molekül ABBV-706 berichtete AbbVie bei vorbehandeltem kleinzelligem Lungenkrebs ab der Zweitlinie eine Ansprechrate von 56 Prozent sowie ein medianes Gesamtüberleben von 12,4 Monaten, während in der reinen Zweitlinienpopulation eine Ansprechrate von 82 Prozent und ein Überleben von 14,4 Monaten verzeichnet wurden.

Ergebnisse bei gynäkologischen Karzinomen und Melanomen

Bei fortgeschrittenem oder rezidiviertem Endometriumkarzinom zeigte das Antikörper-Wirkstoff-Konjugat Sacituzumab Tirumotecan in der Phase-3-Studie TroFuse-005 mit 776 vorbehandelten Patientinnen signifikante Vorteile gegenüber der Standardtherapie.

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Wenn unter Osimertinib eine Progression auftritt, entscheidet der molekulare Befund über die nächste Option. Die auf dem ESMO-Kongress vorgestellte SAFFRON-Studie zeigt für Patienten mit EGFR-Mutation und MET-Überexpression eine Reduktion des Progressionsrisikos um 45 Prozent gegenüber platinbasierter Chemotherapie. Unser kostenloser Leitfaden ordnet die Daten in drei Schritten ein und liefert einen Fragenkatalog für Ihr Arztgespräch. Kostenlosen Leitfaden jetzt anfordern

Bei einer medianen Nachbeobachtungszeit von 14,0 Monaten verbesserte sich das mediane progressionsfreie Überleben von 3,9 auf 7,2 Monate (Hazard Ratio 0,59; p<0,001). Das mediane Gesamtüberleben stieg von 12,1 auf 19,0 Monate (Hazard Ratio 0,68; p<0,001).

Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse vom Grad 3 oder höher traten bei 69 Prozent der Patientinnen im Interventionsarm auf, verglichen mit 57 Prozent in der Kontrollgruppe.

Merck und Moderna präsentierten Phase-3-Daten zur adjuvanten Behandlung von Hautkrebs. Die Kombination aus Intismeran und Pembrolizumab senkte das Rezidivrisiko im Vergleich zur alleinigen Gabe von Pembrolizumab um 42 Prozent.

Hämatologische Onkologie und therapeutische Einordnung

Neue Ansätze wurden auch für hämatologische Indikationen vorgestellt. Beim neu diagnostizierten Multiplen Myelom wurden Vierfach- und Dreifachkombinationen mit dem gegen BCMA gerichteten Antikörper-Wirkstoff-Konjugat Belantamab-Mafodotin untersucht.

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Die Angst vor einer begrenzten Überlebenszeit belastet viele Betroffene und Angehörige — umso wichtiger ist Orientierung. Der Leitfaden erklärt verständlich, was die SAFFRON-Daten zu Osimertinib plus Savolitinib für EGFR-mutierte NSCLC-Patienten mit MET-Überexpression bedeuten, was ein Zulassungsantrag bei der FDA heißt und welche Fragen Sie im Gespräch mit dem Behandlungsteam stellen sollten. Orientierung im Therapiegespräch jetzt sichern

Der griechische Onkologe Meletios Dimopoulos vom Alexandra Hospital in Athen berichtete über die Viererkombination BelaDRd (Belantamab-Mafodotin in Verbindung mit Daratumumab, Lenalidomid und Dexamethason), unter der die Mehrheit der Patienten ein tiefes Ansprechen sowie MRD-Negativität erreichte.

Die Abschlussbilanz des ESMO 2026 unterstrich, dass sich die Onkologie in einer Phase deutlicher therapeutischer Expansion befindet. Als zentrale klinische Herausforderung gilt dabei künftig die präzise Selektion der Patienten, um festzulegen, welche Kombinationen zu welchem Zeitpunkt und über welche Dauer den größten individuellen Nutzen bringen.

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