Makuladegeneration, Eier

Makuladegeneration: Zwei bis vier Eier pro Woche senken laut Studien das Risiko

Veröffentlicht am: 23.10.2026 um 13:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Lutein, Zeaxanthin und Omega-3 unterstützen die Netzhaut; Karotten liefern Vitamin A, korrigieren jedoch keine Fehlsichtigkeit.
Nahaufnahme von frischen Spinatblättern und orangefarbenen Ringelblumenblüten auf einem rustikalen Holzhintergrund. Illustration mit AI erstellt.

Die langfristige Erhaltung des Sehvermögens rückt angesichts einer alternden Bevölkerung zunehmend in den Fokus der Augenheilkunde. Internationale Fachgesellschaften und Mediziner betonen die präventive Rolle spezifischer Nährstoffe bei der Vorbeugung degenerativer Netzhauterkrankungen. Wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen dabei auf, welche Nahrungsmittel die Augenfunktion unterstützen und wo biologische Grenzen liegen.

Makuladegeneration und Netzhauterkrankungen als wachsende Belastung

Netzhauterkrankungen verlaufen in frühen Stadien häufig vollkommen symptomlos. Nach Angaben von Huang Wenbin, stellvertretender Chefarzt an der Hainan Augenklinik des Zhongshan Ophthalmic Center, liegt die Prävalenz von Netzhauterkrankungen in China bei über 60-Jährigen bei 21,4 Prozent und steigt bei über 70-Jährigen auf 25,6 Prozent an.

Zudem betrifft die diabetische Retinopathie etwa jeden dritten Diabetiker, wobei für rund ein Drittel der Betroffenen ein Erblindungsrisiko besteht. Rund 70 Prozent der Patienten mit Bluthochdruck entwickeln ebenfalls Gefäßveränderungen an der Netzhaut.

Besondere Aufmerksamkeit gilt der altersbedingten Makuladegeneration, die typischerweise ab dem 50. Lebensjahr auftritt und die Makula als Zentrum des schärfsten Sehens betrifft. Die Erkrankung verläuft entweder trocken über Pigmentveränderungen und Gewebeausdünnung oder feucht durch anomale Gefäßwucherungen und Blutungen.

Als Risikofaktoren gelten neben dem Alter auch Rauchen, chronische Blaulichtexposition sowie Defizite an essenziellen Fettsäuren, Vitaminen und Spurenelementen. Führende deutsche ophthalmologische Fachgesellschaften formulierten in einer Leitlinie zur Prävention der altersbedingten Makuladegeneration bereits eine Empfehlung für ein regelmäßiges Screening ab dem 55. Lebensjahr.

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Wichtige Schutzstoffe: Lutein, Zeaxanthin und Fettsäuren

Fachleute der spanischen Augenklinikgruppe Miranza wiesen anlässlich des Weltalimentierungstages am 16. Oktober 2026 darauf hin, dass es kein einzelnes Wundernahrungsmittel gebe. Entscheidend sei eine ausgewogene Ernährungsweise.

Eine Umfrage von Miranza unter rund 1.000 Personen in Spanien ergab für das dortige Augenwohlbefinden einen Wert von lediglich 5,07 von 10 Punkten, was dem niedrigsten Stand bisheriger Erhebungen entspricht. Als Belastungsfaktoren gelten unausgewogene Kost, Stress und mangelnde Bewegung.

Bestimmte Nährstoffe konzentrieren sich direkt im Sehapparat. Carotinoide wie Lutein und Zeaxanthin reichern sich in der Makula an und wirken als Filter gegen blaues Licht sowie als Schutz vor oxidativem Stress. Sie kommen in Spinat, Grünkohl, Mangold und gelbem Gemüse vor.

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Die Augenchirurgin Gergana Stojanowa hob hervor, dass 15-jährige Studien einen deutlichen Vorteil für Personen zeigten, die zwei bis vier Eier pro Woche konsumierten: Sie erkrankten demnach signifikant seltener an altersbedingter Makuladegeneration als Personen mit maximal einem Ei wöchentlich.

Ergänzend spielen Omega-3-Fettsäuren aus fettem Meeresfisch wie Lachs, Sardinen oder Makrele sowie pflanzlichen Quellen eine zentrale Rolle für die Membranstruktur der Netzhautzellen und die Tränenfilmproduktion. Romana Sharmin Jini vom Bangladesh Eye Hospital empfiehlt neben Fisch, Hülsenfrüchten und Eigelb auch eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme von täglich 8 bis 10 Gläsern Wasser.

Der Karotten-Mythos und die Bedeutung von Vitamin A

Karotten gelten traditionell als Inbegriff augengesunder Kost. Nach Angaben der Fundación Española de Nutrición deckt eine mittelgroße Karotte 89 Prozent des täglichen Vitamin-A-Bedarfs von Männern und 112 Prozent bei Frauen im Alter von 20 bis 39 Jahren.

Die historische Verknüpfung beruht teils auf britischer Propaganda aus den Jahren 1940 und 1941, als die Royal Air Force Erfolge bei Nachteinsätzen mit Karottenkonsum ihrer Piloten begründete, um Radarinnovationen zu verschleiern.

Die Allgemeinmedizinerin Elena Pavlova stellt klar, dass Karotten keine Fehlsichtigkeiten wie Kurzsichtigkeit oder Hornhautverkrümmungen korrigieren. Ihr Provitamin Betacarotin ist jedoch essenziell zur Bildung von Rhodopsin für das Dämmerungssehen; schwere Mängel führen zu Nachtblindheit.

Da Betacarotin fettlöslich ist, nimmt der Organismus ohne begleitende Fette lediglich 3 bis 5 Prozent des Stoffes auf. Garen erhöht die Bioverfügbarkeit zusätzlich.

Weiter verweist Pavlova auf die AREDS-Studie, die verlangsamende Effekte von Antioxidantien auf den AMD-Verlauf belegt, wobei hohe Dosen isolierten Betacarotins für Raucher nicht empfohlen und in neueren Behandlungsprotokollen durch Lutein ersetzt werden.

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