Mehrsprachigkeit: Gehirn altert bis zu 13 Jahre langsamer
Veröffentlicht: 10.07.2026 um 00:30 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Forscher haben auf dem FENS Forum 2026 in Barcelona neue Belege vorgestellt: Wer mehrere Sprachen spricht, altert geistig langsamer. Die Studie zeigt deutliche Verjüngungseffekte.
Bis zu 13 Jahre jünger
Die Untersuchung des Basque Center on Cognition, Brain and Language wertete Daten von 728 Teilnehmern aus dem Baskenland aus. Die Region eignet sich besonders für solche Studien – hier sind Spanisch, Baskisch, Französisch und Englisch verbreitet.
Die Ergebnisse sind beeindruckend: Zweisprachige hatten ein Gehirnalter, das im Schnitt sechs Jahre unter ihrem biologischen Alter lag. Bei Dreisprachigen stieg der Wert auf sieben Jahre. Wer vier oder mehr Sprachen beherrschte, dessen Gehirn wurde sogar 13 Jahre jünger eingestuft als bei einsprachigen Personen gleichen Alters.
MEG und KI im Einsatz
Für die Datenerhebung nutzten Forscher aus Spanien, Chile, Argentinien und Irland moderne Verfahren. Hauptsächlich kam die Magnetoenzephalografie (MEG) zum Einsatz, ergänzt durch Magnetresonanztomografie (MRT). Eine KI wertete die komplexen Gehirnaktivitätsmuster aus, um das „Gehirnalter“ präzise zu bestimmen.
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Bei der Statistik berücksichtigten die Wissenschaftler chronologisches Alter, Geschlecht und Bildungsniveau. Dr. Lucia Amoruso betonte: „Besonders eine hohe Sprachbeherrschung und ein früher Beginn des Spracherwerbs sind entscheidend für die positiven Effekte.“
Nicht nur die Anzahl zählt
Neben der reinen Zahl der Sprachen spielen auch qualitative Faktoren eine Rolle. Früher Kontakt mit mehreren Sprachen, kontinuierliche Nutzung und tiefe Kenntnisse verstärken den Schutz für die neuronale Struktur. Professor Christina Dalla ergänzte, dass Sprachenlernen eine effektive Methode sei, um die geistige Vitalität langfristig zu fördern.
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Die Wissenschaftler weisen jedoch auf eine Grenze hin: Die Studie liefert keinen endgültigen Beweis für eine direkte Kausalität. Auch der allgemeine Lebensstil oder andere sozioökonomische Faktoren könnten die Ergebnisse beeinflussen. Dennoch unterstreichen die Daten die Bedeutung lebenslangen Lernens für die Prävention altersbedingter kognitiver Abbauprozesse.
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