Mental-Health-Check: Krankenkassen starten digitale Früherkennung
Veröffentlicht: 16.07.2026 um 19:22 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Mitte Juli 2026 haben Versicherer in der Schweiz und in Deutschland gleich mehrere Initiativen gestartet. Der Fokus liegt auf mentaler Gesundheit und ganzheitlichen Risikoanalysen.
Mental-Health-Check für Helsana-Kunden
Die Schweizer Versicherung Helsana startete am 15. Juli ein Pilotprojekt mit dem Unternehmen Klenico. Zusatzversicherte erhalten einen kostenlosen Zugang zu einem digitalen Mental-Health-Check. Das Angebot umfasst ein Auswertungsgespräch per Videocall mit einer psychotherapeutischen Fachperson. Für Grundversicherte steht das Tool vergünstigt zur Verfügung.
Der Hintergrund: Laut einer Studie aus dem Jahr 2025 fühlten sich zwei Drittel der Bevölkerung häufig gestresst. Psychische Erkrankungen führen im Schnitt zu 33 Fehltagen pro Krankheitsfall. „Ziel ist es, psychische Belastungen frühzeitig einzuschätzen und Betroffene gezielt in passende Angebote zu steuern“, sagt Laura Henrich, Geschäftsführerin von Klenico.
Ganzheitlicher Health Check für deutsche Versicherte
Parallel dazu führten die deutschen Krankenkassen SBK und BIG direkt gesund am 16. Juli einen neuen Health Check ein. Die Anwendung des Partners XUND ist als CE-zertifiziertes Medizinprodukt der Klasse I eingestuft. Sie richtet sich an Versicherte und Interessierte ab 18 Jahren.
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Das System erfasst Lebensstil, Familiengeschichte und Vorerkrankungen. Daraus entstehen personalisierte Gesundheitsberichte mit konkreten Handlungsempfehlungen. Die Bandbreite ist breit: Neben mentaler Gesundheit werden Risiken in den Bereichen Herz-Kreislauf, Onkologie, Bewegungsapparat und Frauengesundheit untersucht.
Wirtschaftlicher Druck treibt Innovation
Die neuen Angebote kommen nicht von ungefähr. Das Gesundheitssystem steht unter massivem finanziellen Druck. Prognosen für 2027 sagen ein Defizit von rund 19 Milliarden Euro bei den Krankenkassen voraus.
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Gleichzeitig wächst der Bedarf an Zusatzleistungen. Eine Comparis-Umfrage aus 2026 zeigt: 38,5 Prozent der erwachsenen Befragten in der Schweiz nehmen Lücken in der Grundversicherung wahr. Das Interesse an Zusatzversicherungen liegt bei 48,2 Prozent. Das größte Hindernis? Hohe Prämien – für rund zwei Drittel der Befragten.
Digitale Tools zur Früherkennung versprechen hier einen doppelten Nutzen. Sie könnten langwierige Krankheitsverläufe verhindern und gleichzeitig Kosten senken. Ergänzend entstehen neue Lösungen wie die App „We+“, die Angehörigen bei komplexen Anträgen für Ergänzungsleistungen hilft.
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