Mentaltraining, Studie

Mentaltraining im Sport: Studie mit 301 Volleyballern zeigt, was stärkt

Veröffentlicht am: 03.11.2026 um 04:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Untersuchungen und Praxisbeispiele zeigen, wie gezielte psychologische Betreuung Selbstvertrauen, Stressbewältigung und sportliche Entwicklung unterstützt.
Leere Leichtathletikbahn bei Sonnenaufgang mit Fokus auf die Textur des Bodens. Illustration mit AI erstellt.

Beim Kickoff des Leichtathletik-Regionalkaders Schwyz und Glarus stand das Mentaltraining im Zentrum der Veranstaltung. Insgesamt 77 junge Athletinnen und Athleten nahmen an dem Treffen teil, das die wachsende Bedeutung psychologischer Vorbereitung im Leistungssport unterstrich.

Mentale Vorbereitung gilt unter Experten als eine der rentabelsten Investitionen für Aktive und Vereine gleichermaßen, da psychische Überlastung über eine verringerte Reaktionszeit und eine veränderte neuromuskuläre Kontrolle die Verletzungsanfälligkeit spürbar erhöht.

Dennoch bleibt die strukturierte Förderung in einigen Ländern, etwa in Rumänien, aus kulturellen, finanziellen und institutionellen Gründen bislang unterentwickelt.

Wissenschaftliche Belege für zielgerichtete Führung

Wissenschaftliche Untersuchungen untermauern die Wirksamkeit psychologischer Ansätze. Eine an der Binghamton University School of Management durchgeführte Studie, an der Chou-Yu Tsai als Co-Autor mitwirkte und die im International Journal of Sports Science & Coaching veröffentlicht wurde, untersuchte den Effekt von transformationaler Führung.

Durch eine Befragung von 301 Volleyballern – 169 männlichen und 132 weiblichen Athleten der taiwanesischen University Volleyball League – zu Saisonbeginn und Saisonende zeigte sich, dass ein Führungsstil mit Fokus auf Selbstbestimmung die mentale Härte stärkt.

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Laut der Untersuchung vermitteln insbesondere ein auf Aufgabenbewältigung ausgerichtetes Trainingsklima und die persönliche Trainer-Athlet-Beziehung diesen positiven Effekt. Die Studienautoren empfehlen daher individualisiertes Feedback und das Setzen persönlichen Ziele, damit Sportler an eigenen Maßstäben wachsen, anstatt ständigen Vergleichen mit Teamkollegen ausgesetzt zu sein.

Differenzierte Betreuung im Jugendbereich

Gegen pauschale Methoden wenden sich Fachleute wie Trotta und Bardella. Sie warnen vor universellen Ratschlägen auf Online-Plattformen, da therapeutische Maßnahmen jeden Athleten individuell betrachten müssten; in einem Kader von 30 Fußballern helfe keineswegs jedem dieselbe Vorgehensweise.

Bei Kindern unter elf bis zwölf Jahren erfolge die therapeutische Arbeit fast ausschließlich im Dialog mit den Eltern. Vorrangiges Ziel der Prävention sei hierbei, eine stabile Identität über den Sport hinaus aufzubauen, um Frustrationen und vorzeitige Karriereabbrüche abzufedern.

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Petra Zorvan, Spezialistin für Neurowissenschaft und Leistungspsychologie, bietet für Jugendliche ab zwölf Jahren das Programm BrainCan zur Stressbewältigung an. Das Konzept basiert auf fünf Säulen: Stressresistenz, Ziel und Sinn, schrittweises Vorgehen über Mikroziele, Wille und Disziplin sowie Aufmerksamkeitsfokus.

Zorvan betrachtet das 16. Lebensjahr als kritische Übergangsphase in den Erwachsenenbereich, in der doppelte Trainingseinheiten und Reisetätigkeiten zunehmen. Als Technik empfiehlt sie konstruktiven Selbst-Talk mit aktiven Verben statt statischer Etiketten, um den präfrontalen Kortex zu aktivieren, und warnt zugleich vor überbehütenden Eltern, die eine selbstständige Entwicklung behindern.

Praktische Methoden für Trainer und Profisport

Auch auf der Trainerbank vollzieht sich ein methodischer Wandel. Trainer erhalten den Rat, Aufmerksamkeit gezielt auf erwünschtes Verhalten zu lenken, statt ausschließlich Fehler anzuprangern. Konkrete Hinweise wie der Rat, sich Zeit zu nehmen und das Spielfeld zu prüfen, wirken nachhaltiger als negative Zurufe. Zudem gilt die Empfehlung, positive Entwicklungen frühzeitig zu benennen und Anweisungen klar und einzeln zu formulieren.

Im professionellen Bereich steigt die Nachfrage nach psychologischer Unterstützung ebenfalls. Beim Fußball-Bundesligisten SV Werder Bremen fungiert Axel Zehle seit Sommer 2026 als Mentalcoach in der Nachfolge von Yasin Seiwasser.

Cheftrainer Daniel Thioune hob hervor, dass Zehle Werkzeuge zur Stressresistenz vermittle und das vertrauliche Angebot von den Spielern stark nachgefragt sowie von ihm selbst in Anspruch genommen werde. Die wachsende Verankerung mentaler Schulungen verdeutlicht, dass die kognitive Belastungssteuerung mittlerweile als fester Baustein einer zeitgemäßen Trainingslehre gilt.

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