Meta deaktiviert Muse Image AI nach 3 Tagen: Datenschutz-Skandal
Veröffentlicht: 11.07.2026 um 06:07 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Der Konzern schaltet die neue Bild-KI „Muse" auf Instagram ab – der Grund: massive Datenschutzbedenken.
Erst vor wenigen Tagen eingeführt, bereits wieder Geschichte: Meta hat seine umstrittene Muse Image AI auf Instagram suspendiert. Die Funktion erlaubte es Nutzern, Bilder öffentlicher Profile per @-Erwähnung zu remixen oder neu zu generieren. Das Problem: Meta aktivierte die Funktion automatisch für alle öffentlichen Erwachsenen-Profile – eine Opt-out-Lösung statt einer Opt-in-Regelung.
Datenschutz-Alarm: Warum die KI sofort in der Kritik stand
Die Aufregung war vorprogrammiert. Am 7. Juli 2026 startete Meta die Funktion in den USA. Schon drei Tage später – am 10. und 11. Juli – zog der Konzern die Notbremse und deaktivierte die Bildreferenzierungs-Funktion. Der Grund: ein Sturm der Entrüstung von Datenschützern, Künstlerverbänden und Nutzern.
Meta selbst räumte ein, dass die Umsetzung „danebengegangen" sei. Besonders brisant: Wer nicht wollte, dass seine öffentlichen Fotos für KI-Generierungen genutzt werden, musste die Funktion manuell in den Einstellungen unter „Teilen und Wiederverwenden" deaktivieren. Eine Hürde, die viele Nutzer übersehen dürften.
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Künstler und Gewerkschaften schlagen Alarm
Die prominentesten Kritiker kamen aus der Unterhaltungsbranche. Die Creative Artists Agency (CAA) und die Schauspielergewerkschaft SAG-AFTRA forderten striktere Einwilligungsprotokolle. Sie kritisierten scharf, dass öffentliche Bilder ohne explizite Zustimmung für KI-Zwecke verwendet wurden.
Nach der Abschaltung zeigte sich SAG-AFTRA erleichtert: Die Entfernung der Funktion sei ein „verantwortungsvoller Schritt und ein Sieg für Kreative". Auch die CAA begrüßte die Entscheidung, das Tool vom Netz zu nehmen.
Technische Pannen und internationale Wellen
Die Sicherheitsvorkehrungen waren ohnehin löchrig. Zwar waren private Profile und Nutzer unter 18 Jahren von der KI-Generierung ausgeschlossen. Doch einige Nutzer berichteten von technischen Problemen: Die Opt-out-Einstellung habe sich angeblich von selbst wieder aktiviert.
Die Kontroverse schwappte sogar über die US-Grenzen. Die indische Regierung kündigte an, zu prüfen, ob die Funktion mit den dortigen Gesetzen vereinbar war.
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Was bleibt: Das KI-Modell läuft weiter
Die Bildreferenzierung auf Instagram ist zwar deaktiviert – das eigentliche Muse-KI-Modell bleibt jedoch in Betrieb. Meta betont zudem, dass bereits während der aktiven Phase generierte KI-Inhalte nicht automatisch gelöscht werden, selbst wenn ein Nutzer nachträglich widerspricht.
Für alle, die ihre Privatsphäre schützen wollen: Der Weg führt weiterhin über die Instagram-Einstellungen unter „Teilen und Wiederverwenden". Wann oder ob eine überarbeitete Version der Bild-KI zurückkommt, ließ Meta offen.
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