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Microsoft ab September: Passkeys ersetzen SMS und Sprachanrufe

Veröffentlicht: 16.07.2026 um 22:48 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Microsoft kündigt die Ablösung von SMS-Codes und Sprachanrufen durch Passkeys an. Der Umstieg beginnt im September 2026.

Microsoft setzt ab September 2026 auf Passkeys als Standard
Leuchtendes digitales Passkey-Symbol mit Codezeilen, über verschwommenem Server-Rack im Rechenzentrum. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ab September 2026 macht Microsoft Passkeys zur Standard-Authentifizierung – das Ende von SMS-Codes und Sprachanrufen ist eingeläutet.

Der US-Konzern leitet damit eine grundlegende Wende in der Sicherheitsarchitektur ein. Wer bislang per SMS oder Sprachanruf seine Identität bestätigt hat, wird künftig aufgefordert, auf einen Passkey umzusteigen. Das sind kryptografische Schlüssel, die sich nicht mehr phishing lassen.

Der Zeitplan für den Umstieg

Bereits ab dem 1. September 2026 erhalten Nutzer, die noch klassische Verfahren nutzen, die Aufforderung zur Registrierung eines Passkeys. Microsoft selbst stellt die hauseigenen SMS- und Sprachdienste zum 1. Februar 2027 komplett ein.

Für Administratoren gibt es einen temporären Opt-out-Mechanismus – verfügbar ab August 2026. Unternehmen, die auf die alten Verfahren angewiesen sind, können ab dem 30. Oktober 2026 über den Microsoft Security Store auf Drittanbieter-Lösungen zurückgreifen.

Ab Februar 2027 ist Schluss: Dann müssen alle verbliebenen Nutzer zwingend einen Passkey registrieren, bevor sie sich anmelden können.

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Warum der Schritt so dringend ist

Hinter der Entscheidung steckt eine dramatische Bedrohungslage. KI-gestützte Phishing-Angriffe erreichen inzwischen Klickraten von bis zu 54 Prozent – jeder zweite Empfänger fällt darauf herein. Herkömmliche MFA-Codes bieten dagegen kaum noch Schutz.

Passkeys setzen auf Public-Key-Kryptografie. Anders als Einmalcodes lassen sie sich nicht abfangen oder durch Social Engineering erbeuten. Das macht sie praktisch immun gegen die aktuellen Angriffsmethoden.

Doch der Umstieg selbst ist bereits zum Ziel geworden. Seit April 2026 treibt eine Erpressergruppe namens Pink ihr Unwesen. Sie führt Vishing-Kampagnen gegen Microsoft-365-Nutzer durch – gezielt in der Lebensmittel-, Getränke- und Luftfahrtbranche. Die Täter nutzen Echtzeit-Phishing-Kits und täuschende Domains, um Passkeys zu stehlen.

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Da in Deutschland jedes Quartal Millionen von Online-Konten gehackt werden, ist der Wechsel zur passwortlosen Anmeldung für viele Nutzer längst überfällig. Mit Passkeys nutzen Sie einfach Ihren Fingerabdruck oder die Gesichtserkennung für maximale Sicherheit und beenden den Passwort-Stress für immer. Nie wieder Passwörter merken: Kostenlose Anleitung sichern

Neue Kontrollmöglichkeiten für Windows 11

Parallel dazu erweitert Microsoft die Verwaltungsoptionen für Unternehmen. Mit der neuen Registry-Richtlinie AutoAcceptSsoPermission können IT-Administratoren Single-Sign-On-Dialoge automatisch bestätigen lassen.

Das Feature steht für Entra-ID-verwaltete Geräte mit Windows 11 Version 24H2 und 25H2 zur Verfügung. Voraussetzung ist das Update-Paket vom 14. Juli 2026. Die Bereitstellung erfolgt über Intune, Gruppenrichtlinien oder Mobile Device Management.

Partnerschaft mit 3M für KI-Infrastruktur

Neben der Identitätsplattform arbeitet Microsoft auch am Fundament seiner Cloud-Dienste. Am heutigen Donnerstag gab der Konzern eine Partnerschaft mit 3M bekannt. Ziel ist die Integration der Expanded Beam Optical-Technologie in die Azure-KI-Rechenzentren.

3M wiederum will die Cloud- und Geschäftsplattformen von Microsoft verstärkt intern nutzen – etwa in den Bereichen Cybersicherheit, Lieferkettenmanagement und Produktentwicklung. Die finanziellen Details der Vereinbarung blieben unter Verschluss.

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