Microsoft Teams: Automatische Standorterkennung ab sofort verfügbar
15.06.2026 - 15:34:00 | boerse-global.de
Microsoft führt eine automatische Standortermittlung für Teams ein – der Datenschutz sorgt für Diskussionen.
Seit dem 15. Juni 2026 rollt der Konzern die neue „Workplace Check-In"-Funktion für seine Kommunikationsplattform aus. Sie erkennt, wann sich Nutzer im Büro befinden und aktualisiert automatisch deren Status. Zielgruppe sind Unternehmen, die die Microsoft-Plattform „Places" nutzen.
So funktioniert die automatische Anwesenheitserkennung
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Das System arbeitet mit zwei Methoden: Verbindet sich ein Gerät mit dem firmeneigenen WLAN, registriert Teams den Standort. Alternativ können bestimmte Schreibtisch-Peripheriegeräte die Anwesenheit melden. Sobald das System die Verbindung erkennt, schaltet es den Status auf „vor Ort".
Die WLAN-Erkennung befindet sich derzeit in der Testphase. Die Erkennung über Bürogeräte ist dagegen bereits allgemein verfügbar. Hintergrund: In Zeiten hybrider Arbeitsmodelle sollen Mitarbeiter leichter sehen können, wer tatsächlich im Gebäude ist – für spontane Absprachen oder Team-Meetings.
Datenschutz: Was Microsoft verspricht
Angesichts möglicher Überwachungsängste betont der Konzern: Die Funktion sei nicht für Echtzeit-Tracking oder Anwesenheitskontrollen gedacht. Es werden keine historischen Standortdaten oder Bewegungsprofile gespeichert. Nach Feierabend werden die Standortinformationen gelöscht. Außerhalb des Firmennetzwerks funktioniert die Erkennung nicht.
Die Funktion ist standardmäßig deaktiviert. IT-Administratoren müssen sie erst konfigurieren. Zwei Modi stehen zur Wahl:
- Inform-Modus: Nutzer werden benachrichtigt, können die Funktion aber ablehnen.
- Ask-Modus: Nutzer müssen explizit zustimmen, bevor die Standortermittlung startet.
Selbst wenn das Unternehmen die Funktion aktiviert hat, können Mitarbeiter ihren Status manuell überschreiben oder die Erkennung auf ihrem Gerät komplett deaktivieren.
Kritik aus Datenschutzkreisen
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Die Workplace Check-In-Funktion ist ausschließlich für Kunden mit Microsoft-Places-Abonnement verfügbar. Microsoft stellt das Tool als praktische Hilfe für hybride Teams dar. Doch Datenschützer und Arbeitnehmervertreter zeigen sich skeptisch.
Ihre Kritik: Zwar könne jeder Nutzer die Einstellungen auf dem eigenen Gerät kontrollieren. Die grundsätzliche Möglichkeit für Arbeitgeber, solche Erkennungssysteme zu aktivieren, schaffe jedoch neue Grauzonen im Arbeitsrecht. Microsoft hält dagegen: Es gehe nicht um Kontrolle, sondern um bessere Zusammenarbeit – Mitarbeiter sollen einfach sehen können, wann Kollegen für persönliche Gespräche erreichbar sind.
Der weltweite Rollout für Microsoft-Places-Kunden soll bis Ende 2026 abgeschlossen sein.
