Mittelmeerdiät: Studie findet höhere Werte der Mikroproteine Humanin und SHMOOSE
Veröffentlicht am: 25.10.2026 um 23:00 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie traditionelle mediterrane Ernährungsweise gilt seit Langem als zuträglich für die Gesundheit im Alter. Wissenschaftler der USC Leonard Davis School of Gerontology liefern neue Hinweise auf die molekularen Mechanismen hinter diesen Effekten.
Ihre in der Fachzeitschrift Frontiers in Nutrition veröffentlichte Untersuchung zeigt, dass eine konsequente Befolgung der Mittelmeerdiät bei älteren Erwachsenen mit erhöhten Konzentrationen spezifischer mitochondrialer Mikroproteine einhergeht.
Erhöhte Werte von Humanin und SHMOOSE im Blut
Im Zentrum der Untersuchung stehen die mitochondrialen Mikroproteine Humanin und SHMOOSE. Ältere Erwachsene, die sich eng an die Vorgaben der Mittelmeerdiät hielten, wiesen messbar höhere Blutwerte dieser beiden Proteine auf.
Humanin wurde erstmals im Jahr 2003 beschrieben. Beide Moleküle wurden in früheren wissenschaftlichen Arbeiten bereits mit schützenden Mechanismen gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie neurodegenerative Prozesse wie Alzheimer in Verbindung gebracht.
Die Ergebnisse eröffnen neue Perspektiven auf zellulärer Ebene. Pinchas Cohen, Dekan der USC Leonard Davis School of Gerontology und Senior-Autor der Untersuchung, erklärte, die Befunde könnten dabei helfen zu erklären, auf welche Weise die Ernährungsform fundamentale Zellfunktionen beeinflusst.
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Studienleiter Roberto Vicinanza betonte zudem, dass die Forschungsarbeit eine Brücke schlage und eine jahrhundertealte Ernährungstradition mit Erkenntnissen der modernen Molekularbiologie verknüpfe. Beide Wissenschaftler sehen in den Daten wertvolle Einblicke in das Zusammenspiel von Ernährung und zellulärer Alterung.
Spezifische Nahrungsmittel und verminderter oxidativer Stress
Die Untersuchung differenziert auch nach einzelnen Nahrungsbestandteilen. So war ein höherer Konsum von Olivenöl, Fisch und Hülsenfrüchten mit gesteigerten Humanin-Werten assoziiert. Ein höherer SHMOOSE-Spiegel zeigte sich wiederum in Verbindung mit dem Verzehr von Olivenöl sowie einem reduzierten Konsum raffinierter Kohlenhydrate, zu denen Weißbrot, Backwaren und süße Snacks zählen.
Gleichzeitig beobachteten die Forscher biochemische Veränderungen beim zellulären Stress: Eine stärkere Bindung an die Ernährungsform korrelierte mit geringeren Markern für oxidativen Stress. Zudem gingen erhöhte Humanin-Konzentrationen mit einer verminderten Aktivität des Enzyms Nox2 einher, das an oxidativen Prozessen im Körper beteiligt ist.
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Bedeutung für die Forschung und methodische Grenzen
Trotz der aufschlussreichen Zusammenhänge verweisen die Studienautoren auf methodische Einschränkungen. Bei der Untersuchung handelt es sich um eine kleine Beobachtungsstudie. Aus den Daten lässt sich kein kausaler Nachweis ableiten, dass die Diät die Mikroproteinkonzentrationen direkt anhebt oder Krankheiten wie Alzheimer und Herz-Kreislauf-Leiden ursächlich verhindert.
Um die Wirkmechanismen zweifelsfrei zu entschlüsseln und mögliche präventive Anwendungen zu prüfen, sind nach Einschätzung der Wissenschaftler weiterführende Untersuchungen erforderlich.
