Nackenschmerzen: Weniger als 1% brauchen eine Operation
13.06.2026 - 01:12:09 | boerse-global.de
Immer mehr Mediziner setzen auf konservative Therapien statt auf Skalpell oder starke Schmerzmittel. Aktuelle Fortbildungen und neue Medikamente untermauern diesen Trend.
Spezialkurse für Ärzte in Berlin und Dresden
Die Deutsche Gesellschaft für Manuelle Medizin (DGMM-ÄMM) bietet im Juni spezielle Fortbildungen an. In Berlin stehen Kurse zu Kopfschmerz, Tinnitus und Schwindel auf dem Programm. Ende Juni folgt in Dresden ein Kurs zur Wirbelsäulen-Manipulation.
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Ein weiterer Schwerpunkt: die klinische Bedeutung der Hirnnerven. Anfang Juli werden dazu Seminare angeboten. Ziel ist es, die diagnostischen Fähigkeiten zu schärfen und manuelle Techniken an der empfindlichen Halswirbelsäule auf sichere Beine zu stellen.
Nur jedes hundertste Nackenproblem braucht eine OP
Das Klinikum WolfenbĂĽttel lud Mitte Juni zu einer Informationsveranstaltung. Dr. Peter Cordes aus der Neurologie betonte: Eine frĂĽhzeitige Therapie ist entscheidend fĂĽr den Erfolg.
Dr. Martin Willmann lieferte eine überraschende Zahl: „Weniger als ein Prozent der Nackenschmerzen erfordern tatsächlich eine Operation.“ Stattdessen setzen Mediziner auf Alternativen. Dr. Nils Beiser aus der Schmerzmedizin empfiehlt Triggerpunkt-Akupunktur, Botox oder Cortison. Dr. Sirid Vollprecht schwört auf Pfefferminzöl – warnt aber vor möglichen Wechselwirkungen.
Cannabis statt Opioide: Neue Zulassung fĂĽr Vertanical
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Das Münchner Unternehmen Vertanical hat im Juni die Zulassung für ein neues Cannabis-Vollspektrum-Extrakt erhalten. Es richtet sich gegen chronische Schmerzen – zunächst gegen Kreuzschmerzen.
Die Phase-3-Studie mit über 1.200 Patienten lief zwölf Monate. Ergebnis: signifikante Schmerzreduktion bei besserer Verträglichkeit als herkömmliche Opioide. Ein entscheidender Vorteil: kein Abhängigkeitsrisiko.
Clemens Fischer, CEO von Vertanical, formuliert ein ambitioniertes Ziel: „Wir wollen Opioide langfristig ersetzen.“ Zum Vergleich: In Deutschland werden jährlich rund 20 Millionen Opioid-Rezepte ausgestellt. Die Markteinführung in Deutschland und Österreich ist für September geplant. Weitere Studien – unter anderem zu Arthrose – sind bereits in Planung.
