Omega-3-Therapie, Gramm

Omega-3-Therapie: 2,7 Gramm EPA und DHA lindern Arthritis

Veröffentlicht am: 18.09.2026 um 06:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Omega-3-FettsĂ€uren zeigen Nutzen bei EntzĂŒndungskrankheiten, wĂ€hrend PrĂ€parate zur Vorbeugung von Herzinfarkt und Schlaganfall umstritten bleiben.

Omega-3 aus Fisch, Krillöl und Algen: Nutzen und Risiken
Nahaufnahme von WalnĂŒssen, Leinsamen und Chiasamen auf einer dunklen SteinoberflĂ€che als natĂŒrliche Omega-3-Quellen. Illustration mit AI erstellt.

Aktuelle Berichte und Analysen befassen sich verstĂ€rkt mit dem Nutzen verschiedener Omega-3-Quellen wie Krillöl und Seefisch fĂŒr die medizinische PrĂ€vention. Dabei stehen sowohl die biologische Wirksamkeit als auch die unterschiedlichen Funktionen der verschiedenen FettsĂ€uren im Zentrum der wissenschaftlichen und gesundheitspolitischen Betrachtung.

Differenzierung der FettsÀuren und deren Herkunft

In der ErnÀhrungsphysiologie wird grundlegend zwischen der pflanzlichen Alpha-LinolensÀure (ALA) und den marinen FettsÀuren EicosapentaensÀure (EPA) sowie DocosahexaensÀure (DHA) unterschieden.

WĂ€hrend ALA vor allem in Leinsamen, Chiasamen, WalnĂŒssen sowie Hanf- und Rapsöl vorkommt, finden sich EPA und DHA primĂ€r in fettem Kaltwasserfisch wie Thunfisch oder Lachs. Als alternative Quelle fĂŒr diese marinen FettsĂ€uren gewinnt zudem Algenöl an Bedeutung.

Die Bedeutung der pflanzlichen ALA liegt unter anderem in ihrer Rolle als essenzielle FettsĂ€ure, die zur Senkung von Triglyceriden und zur Modulation von EntzĂŒndungsprozessen beitragen kann. Dennoch wird in Fachberichten darauf hingewiesen, dass die körpereigene Umwandlungsrate von ALA in die biologisch aktiveren Formen EPA und DHA gering ist und in der Regel unter 10 Prozent liegt.

Experten beziffern den Bedarf an ALA auf etwa 0,5 Prozent der tĂ€glichen Energiezufuhr, was beispielsweise durch den Konsum von 25 Gramm NĂŒssen oder Samen in Kombination mit Rapsöl erreicht werden kann.

Medizinische Bewertung und therapeutische Anwendung

Die gesundheitlichen Auswirkungen von Omega-3-FettsÀuren werden differenziert bewertet. Einerseits tragen EPA und DHA zur Senkung des LDL-Cholesterinspiegels bei und können den Blutdruck positiv beeinflussen.

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Andererseits existieren unterschiedliche EinschĂ€tzungen zur PrimĂ€rprĂ€vention schwerer Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Der Mediziner Dr. Felix Bertram wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass keine eindeutige Evidenz dafĂŒr vorliege, dass Omega-3-PrĂ€parate das Risiko fĂŒr Herzinfarkte oder SchlaganfĂ€lle signifikant senken.

Ein belegter Nutzen zeigt sich hingegen in der Behandlung spezifischer EntzĂŒndungskrankheiten. Bei rheumatoider Arthritis könne eine tĂ€gliche Dosis von 2,7 Gramm EPA und DHA lindernd wirken. Dr. Bertram gab an, selbst eine Kombination aus 2,7 Gramm EPA und 1,8 Gramm DHA pro Tag zu supplementieren.

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Als diagnostisches Instrument zur Bestimmung der Versorgung gilt der Omega-3-Index: Ein Wert unter 4 Prozent wird als kritisch eingestuft, wĂ€hrend ein Index von ĂŒber 8 Prozent als optimal gilt.

Empfehlungen und Risikomanagement

Institutionen wie die Deutsche Gesellschaft fĂŒr ErnĂ€hrung (DGE) und das Bundesinstitut fĂŒr Risikobewertung (BfR) empfehlen den Verzehr von ein bis zwei Fischportionen pro Woche, um eine Basisversorgung von etwa 250 Milligramm EPA und DHA sicherzustellen. Das VerhĂ€ltnis von Omega-6- zu Omega-3-FettsĂ€uren in der Nahrung sollte idealerweise zwischen 4:1 und 1:1 liegen.

Bei der Supplementierung mahnen Fachleute zur Vorsicht vor Überdosierungen. Das BfR empfiehlt eine maximale tĂ€gliche Aufnahme von 1,5 Gramm Omega-3-FettsĂ€uren aus allen Quellen. Ein dauerhafter Überschuss könne die Blutungsneigung verstĂ€rken, das Immunsystem schwĂ€chen und unter UmstĂ€nden den Cholesterinspiegel erhöhen.

Zudem wird bei sehr hohen Dosierungen ein gesteigertes Risiko fĂŒr Vorhofflimmern beobachtet. DemgegenĂŒber stuft die EuropĂ€ische Behörde fĂŒr Lebensmittelsicherheit (EFSA) eine tĂ€gliche Aufnahme von bis zu 5 Gramm EPA und DHA fĂŒr Erwachsene als gesundheitlich unbedenklich ein.

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