Operation Endgame: BKA zerschlägt Malware-Netzwerk mit 385.000 Opfern
28.06.2026 - 00:51:05 | boerse-global.de
Das Bundeskriminalamt (BKA) hat gemeinsam mit internationalen Partnern einen der größten Schläge gegen die Verbreitung von Schadsoftware gelandet. Im Rahmen der „Operation Endgame“ gingen die Ermittler zwischen dem 15. und 19. Juni 2026 gegen die Infrastrukturen der Malware-Varianten SocGholish, StealC und Amadey vor.
Die Bilanz ist beeindruckend: Mehr als 15.000 Webseiten und über 320 Server wurden unschädlich gemacht. Rund 40 der Server standen in Deutschland. Zudem stellten die Ermittler mehr als 140 Domains sicher und sicherten 27 Millionen Zugangsdaten von über 385.000 Opfern. Auch Krypto-Vermögenswerte in Höhe von etwa 47 Millionen US-Dollar wurden identifiziert.
Betrugswelle gegen Senioren hält an
Während die Behörden gegen die digitale Infrastruktur vorgehen, bleibt die direkte Manipulation von Opfern eine globale Herausforderung. Besonders Senioren sind im Visier von Betrügern.
In Tokio wurde eine 57-jährige Frau verhaftet, die unter dem Vorwand, Kindern mit Entwicklungsstörungen bei Auslandsstudien zu helfen, hohe Summen erbeutet haben soll. Der Gesamtschaden liegt bei über 50 Millionen Yen – umgerechnet rund 320.000 Euro. In einem Fall überwies eine Mutter etwa 18,75 Millionen Yen an die Verdächtige.
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Auch in Russland schlagen Experten Alarm. Dort geben sich Täter als Mitarbeiter der Pensionskasse oder als Finanzberater aus. Ihr Ziel: Senioren zur Überweisung ihrer Ersparnisse auf vermeintlich sichere Konten zu bewegen. In Nischni Nowgorod verlor eine 59-jährige Frau auf diese Weise 785.000 Rubel. Die Betrüger hatten sich zuvor als Mitarbeiter der Hausverwaltung und der Polizei ausgegeben.
Schockanrufe: Prozess in Bad Oeynhausen
In Deutschland bleiben Schockanrufe und der Enkeltrick über Messenger-Dienste ein großes Problem. Am 7. April 2026 stand ein 26-Jähriger aus Löhne vor dem Amtsgericht Bad Oeynhausen. Ihm wurde Geldwäsche in zwei Fällen vorgeworfen. Er soll Telefonbetrügern geholfen haben, indem er sein Konto für Überweisungen von Opfern zur Verfügung stellte. Die Täter hatten sich zuvor per SMS oder WhatsApp gegenüber Senioren fälschlicherweise als deren Kinder ausgegeben.
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Bereits am 3. April 2026 ereigneten sich im Kreis Paderborn ähnliche Vorfälle. Eine 82-Jährige übergab nach einem Anruf eines angeblichen Sohnes einen vierstelligen Betrag an einen Abholer. In einem weiteren Fall wurde eine 75-jährige Frau über Stunden unter Druck gesetzt, eine summe von 65.000 Euro zu übergeben. Ein überraschender Familienbesuch verhinderte die Tat – der Geldabholer flüchtete.
Polizei zerstört Handy mit Hammer
Neben sozialen Manipulationen gewinnt die technische Übernahme von Smartphones an Bedeutung. Ende Mai 2026 kam es in der chinesischen Provinz Sichuan zu einem drastischen Einsatz: Die Polizei zerstörte das Mobiltelefon eines 70-jährigen Mannes mit einem Hammer, um einen laufenden Betrug zu stoppen. Das Gerät war per Fernzugriff gesteuert worden. Die Beamten entfernten zudem die SIM-Karte. Durch diesen Einsatz konnten Ersparnisse in Höhe von 20.000 Yuan (ca. 2.500 Euro) gerettet werden.
