Osteoporose, Sterberisiko

Osteoporose: 47% höheres Sterberisiko bei postmenopausalen Frauen

Veröffentlicht: 10.07.2026 um 05:18 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Neue Forschung belegt 47 Prozent höheres Sterberisiko bei postmenopausalen Frauen mit Osteoporose. Prävention und Lebensstil rücken in den Fokus.

Osteoporose-Studie: Knochendichte beeinflusst Lebenserwartung massiv
Osteoporose - Eine alte, zerbrechliche Frauenhand ruht sanft auf einem Gehstock, im Hintergrund eine verschwommene medizinische Einrichtung. 10.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Eine aktuelle Studie zeigt: Osteoporose ist weit mehr als nur ein Risiko für Knochenbrüche – sie hat direkte Auswirkungen auf die Lebenserwartung. Besonders betroffen: Frauen nach den Wechseljahren.

Tödlicher Zusammenhang bei postmenopausalen Frauen

Die im Fachmagazin Menopause veröffentlichte Untersuchung wertete Daten von 2.977 Frauen aus dem Zeitraum 2005 bis 2018 aus. Das Ergebnis: Bei Osteoporose-Patientinnen steigt das frühzeitige Sterberisiko um satte 47 Prozent.

Besonders kritisch wird es bei einer Knochenmineraldichte zwischen 0,46 und 0,71 g/cm² im Oberschenkelknochen. Die gute Nachricht: Eine gezielte Verbesserung der Knochendichte – etwa durch kalziumreiche Ernährung, Bewegung oder Hormontherapien – könnte die Lebenserwartung messbar steigern. Fachleute empfehlen daher ein frühzeitiges Screening als festen Bestandteil der Gesundheitsvorsorge.

Hilft Calcium und Vitamin D wirklich?

Die Wirksamkeit der beliebten Supplemente bleibt umstritten. Eine Metaanalyse im British Medical Journal wertete 69 Studien mit 153.902 Teilnehmern aus. Die ernüchternde Erkenntnis: Weder Vitamin D noch Calcium allein schützen signifikant vor Stürzen oder Brüchen.

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In Kombination sieht die Sache anders aus. Die Stoffe senkten das Risiko für Hüftfrakturen um 16 Prozent, für andere Brüche um 9 Prozent. Allerdings: Dieser Effekt zeigte sich vor allem in Pflegeheimen. Für gesunde Erwachsene im Alltag ließ sich kein klarer Nutzen nachweisen.

Mediziner warnen zudem vor Nebenwirkungen bei dauerhafter Einnahme: Magen-Darm-Beschwerden, Nierensteine und ein potenziell erhöhtes Herzinfarktrisiko stehen auf der Liste.

Milliarden-Einsparungen durch Prävention

Trotz der Diskussionen um den individuellen Nutzen bleibt die Prophylaxe auf Bevölkerungsebene wichtig. Eine Osteoporose-Expertin rechnet vor: Schon eine Risikoreduktion von 0,3 Prozent würde in Deutschland jährliche Einsparungen zwischen 7,8 und 9,6 Millionen Euro bringen. Deshalb bleibt die Supplement-Empfehlung für Risikogruppen bestehen.

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Joghurt und Sauerkraut als Lebensretter?

Neben klassischer Medikation und Bewegung rücken Lebensstilfaktoren in den Fokus. Eine Studie im Journal of Health, Population and Nutrition untersuchte den Einfluss von Mikroorganismen auf die Sterblichkeit. Bei 1.313 Schlaganfallüberlebenden war eine hohe Aufnahme von Joghurt, Kefir oder Sauerkraut mit einer um bis zu 39 Prozent geringeren Gesamtmortalität verbunden.

Ein signifikanter Einfluss auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen blieb zwar aus. Die Autoren sehen darin aber einen Hinweis: Eine ganzheitliche Ernährung könnte die allgemeine Lebenserwartung positiv beeinflussen.

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