Osteoporose, Protein

Osteoporose: Protein schlägt Calcium bei Knochenaufbau

Veröffentlicht am: 31.07.2026 um 22:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Aktuelle Forschungsergebnisse belegen: Bei Osteoporose spielt Proteinzufuhr eine größere Rolle als Calcium-Supplemente. Experten fordern nun angepasste Ernährungsempfehlungen.

Osteoporose-Therapie: Neue Studien zeigen Protein ist wichtiger als Calcium
Gesunde proteinreiche Mahlzeit mit Fisch und Hülsenfrüchten als Symbol für die Bedeutung von Ernährung bei Osteoporose. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

In der Behandlung und Prävention von Osteoporose zeichnet sich ein Paradigmenwechsel ab. Während lange Zeit vor allem die Supplementierung von Calcium im Zentrum der Therapie stand, deuten aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen darauf hin, dass der Proteinzufuhr eine entscheidendere Rolle zukommt als bisher angenommen. Besonders bei Patienten, die sich einer antiresorptiven Therapie unterziehen, zeigt die Proteinaufnahme laut Berichten vom Juli 2026 einen signifikant größeren Effekt auf die Knochengesundheit als reine Calciumpräparate.

Neue Erkenntnisse zum Stellenwert von Protein und Calcium

Untersuchungen, die Ende Juli 2026 in Fachmedien wie der Pharmazeutischen Zeitung veröffentlicht wurden, legen dar, dass Calcium-Supplemente allein oft nur einen geringen Nutzen bei Osteoporose erzielen. Eine groß angelegte Meta-Analyse im British Medical Journal, die Daten von über 154.000 Probanden aus 69 Studien auswertete, stützt diese Einschätzung. Demnach senkt die isolierte Gabe von Vitamin D das Frakturrisiko nicht signifikant. Lediglich die Kombination aus Calcium und Vitamin D konnte das Risiko um etwa 9 % reduzieren.

Fachleute raten daher zunehmend dazu, den täglichen Bedarf von etwa 700 mg Calcium primär über die Ernährung zu decken, anstatt auf Supplemente zu vertrauen. Im Gegensatz dazu fordern Forscher der Universität Cambridge auf Basis neuer Richtlinien eine deutliche Erhöhung der täglichen Proteinzufuhr. Statt der bisher oft empfohlenen 0,8 g pro Kilogramm Körpergewicht wird nun ein Bereich von 1,2 bis 1,6 g pro Kilogramm angestrebt, um die Knochensubstanz effektiv zu unterstützen.

Anpassung der Zufuhrempfehlungen und Einfluss des Lebensstils

Die Bedeutung von Proteinen wird durch die biologische Zusammensetzung des Knochens unterstrichen, dessen Matrix zu einem großen Teil aus Kollagen besteht. Eine Übersichtsarbeit in der Fachzeitschrift Frontiers in Nutrition zeigte beispielsweise auf, dass die tägliche Einnahme von 20 g Kollagenpeptiden den Knochenumsatz bei prämenopausalen Läuferinnen bereits innerhalb von vier Wochen positiv beeinflussen kann. Bei postmenopausalen Frauen führte eine Supplementierung von 5 g Kollagenpeptiden pro Tag in einer Studie mit 131 Teilnehmerinnen zu einer über vier Jahre anhaltenden Steigerung der Knochendichte.

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Allerdings mahnen Forscher in Reviews von Cell Press Blue auch zur Differenzierung: Während eine hohe Proteinzufuhr in Verbindung mit sportlicher Aktivität vorteilhaft sei, könne sie bei Menschen mit ausgeprägtem Bewegungsmangel den Alterungsprozess beschleunigen. Da die Knochendichte ab dem 30. Lebensjahr jährlich um etwa 1 % abnimmt, wird neben der Ernährung gezieltes Krafttraining von 20 bis 30 Minuten zwei- bis dreimal pro Woche empfohlen. Zudem spielt der Lebensstil eine wesentliche Rolle; so erhöhe Alkoholkonsum das Frakturrisiko um 26 %, sofern eine Grenze von 14 Einheiten pro Woche überschritten wird.

Ergänzende Nährstoffe und die Rolle von Kollagenpeptiden

Neben Protein und Calcium rücken weitere Mikronährstoffe in den Fokus der Forschung. Vitamin D bleibt für die Muskel- und Knochenfunktion essenziell, wobei eine tägliche Zufuhr von 10 µg empfohlen wird. Auch Vitamin C, Zink und Selen werden als unterstützend angeführt. Eine Studie aus dem Jahr 2005 deutete bereits an, dass hohe Selenwerte das Risiko für Kniearthrose um bis zu 40 % senken können.

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Für die Gelenkgesundheit sind zudem Glucosamin und Chondroitin von Bedeutung, da Knorpelgewebe zu einem großen Teil aus Wasser und Proteoglykanen besteht. Ein Verlust von lediglich 10 % dieser Proteoglykane könne die Belastbarkeit des Knorpels bereits um die Hälfte reduzieren. Angesichts von weltweit rund 500 Millionen Betroffenen unterstreichen Experten die Wichtigkeit einer diversifizierten Ernährung. Lebensmittel wie Tofu, der zwischen 200 und 553 mg Calcium pro 100 g enthalten kann, Chiasamen und proteinreiche Milchprodukte wie Magerquark oder Skyr werden als effiziente Quellen zur Unterstützung des Bewegungsapparates empfohlen.

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