Osteoporose, Studie

Osteoporose: Studie mit 66.000 Personen zeigt deutlichen Rückgang der Fälle

Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 12:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Bei über 66.000 klinisch untersuchten Personen sanken die Osteoporosewerte an Hüfte und Wirbelsäule deutlich.
Ein heller, minimalistischer medizinischer Untersuchungsraum mit weichem Tageslichteinfall. Illustration mit AI erstellt.

Eine im Fachjournal Archives of Osteoporosis im August 2026 veröffentlichte Untersuchung liefert neue Einblicke in die langfristige Entwicklung der Knochengesundheit. Die irische Studie analysierte Daten von über 66.000 Personen, die sich zwischen 1998 und 2024 am University Hospital Limerick sowie am St Camillus Hospital einer ersten Knochendichtemessung unterzogen hatten.

Rund 81 Prozent der Kohorte waren Frauen. Die Ergebnisse zeigen einen kontinuierlichen und deutlichen Rückgang der diagnostizierten Osteoporose-Fälle über einen Zeitraum von mehr als zweieinhalb Jahrzehnten.

Deutlicher Rückgang bei Knochendichtewerten

Den Auswertungen zufolge sank die Osteoporose-Prävalenz am Hüftknochen innerhalb der untersuchten Gruppe von 19,4 Prozent im Jahr 1998 auf 7,4 Prozent im Jahr 2024. An der Lendenwirbelsäule war die Abnahme noch ausgeprägter: Hier fiel der Anteil von anfänglich 30,2 Prozent auf 8,4 Prozent am Ende des Untersuchungszeitraums. Dieser Trend blieb auch nach statistischer Bereinigung um Faktoren wie Alter, Geschlecht und jährliche Anzahl der Scans bestehen.

Die Studienautoren schließen daraus, dass die weltweit steigende Gesamtzahl an Knochenbrüchen vor allem auf die fortschreitende Bevölkerungsalterung zurückzuführen sei und nicht auf eine generelle Verschlechterung des altersspezifischen Skelettrisikos.

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Einschränkend wird festgehalten, dass es sich bei den Untersuchten um klinisch zugewiesene Patienten und nicht um eine allgemeine Screening-Population handelte. Zudem wurden die tatsächlichen Frakturverläufe im Rahmen der Erhebung nicht nachverfolgt.

Gemäß der medizinischen Klassifikation gilt ein T-Wert von minus 1,0 oder höher als normal, Werte zwischen minus 1,0 und minus 2,5 kennzeichnen eine Osteopenie, und Werte von minus 2,5 oder darunter definieren das Vorliegen einer Osteoporose.

Demografischer Wandel und globale Versorgungslücken

Trotz verbesserter altersspezifischer Skelettwerte bleibt die Erkrankung weltweit eine erhebliche Belastung für die Gesundheitssysteme. Nach Schätzungen der International Osteoporosis Foundation (IOF) leben rund 500 Millionen Menschen weltweit mit Osteoporose.

Viele Fälle bleiben jedoch bis zum Auftreten eines ersten Bruchs unentdeckt. Global erleiden etwa eine von drei Frauen sowie einer von fünf Männern im Alter über 50 Jahren eine osteoporosebedingte Fraktur.

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Die IOF weist zudem darauf hin, dass bis zu 80 Prozent der Patienten selbst nach einer Fraktur keine Diagnose und Behandlung der zugrunde liegenden Knochenerkrankung erhalten. Ein vorangegangener Bruch erhöht das Risiko für weitere Frakturen jedoch um 86 Prozent, insbesondere innerhalb der ersten zwei Jahre.

Typische Warnzeichen sind ein Körpergrößenverlust ab etwa drei Zentimetern, eine zunehmende Krümmung des Rückens oder Knochenbrüche nach leichten Stößen an Handgelenk, Hüfte oder Wirbeln.

Regionale Unterschiede und Früherkennung

Auch regionale Daten verdeutlichen den starken Einfluss des Alters auf das Erkrankungsrisiko. In Österreich sind Schätzungen zufolge mehr als 500.000 Menschen betroffen, davon etwa 80 Prozent Frauen.

Auswertungen der AOK Bayern für das Jahr 2024 beziffern die Zahl der Erkrankten im Freistaat auf rund 324.700 Personen, was einer Prävalenz von 3,91 Prozent entspricht. In der Altersklasse ab 90 Jahren klettert die Rate in Bayern auf 29,6 Prozent bei den Frauen und 7,9 Prozent bei den Männern.

Fachleute weisen darauf hin, dass Frakturen in der klinischen Praxis häufig übersehen werden und insbesondere Männer von diagnostischen Lücken betroffen sind. Um dem entgegenzuwirken, setzen Gesundheitssysteme vermehrt auf strukturierte Programme.

So unterzogen sich in Tschechien zwischen 2023 und 2025 über 400.000 Personen einer populationsweiten Knochendichtemessung, wodurch bei mehr als 85.000 Menschen eine Osteoporose rechtzeitig festgestellt werden konnte.

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