PayPal-Strategie, BNPL-Volumen

PayPal-Strategie: BNPL-Volumen steigt 23% trotz Klarna-Konkurrenz

Veröffentlicht: 08.07.2026 um 01:48 Uhr, Redaktion boerse-global.de

PayPal treibt BNPL-Wachstum und Stablecoin PYUSD voran, trotz starkem Wettbewerb und fallendem Aktienkurs.

PayPal baut Ratenkauf und Krypto-Geschäft massiv aus
PayPal-Strategie - Stilisierte Kreditkarte, die mit einer Kryptowährungsmünze verschmilzt, symbolisiert digitale Zahlungen und finanzielle Innovation. 08.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Im ersten Quartal 2026 legte das BNPL-Volumen (Buy Now, Pay Later) um 23 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu. Damit reagiert das Unternehmen auf den wachsenden Trend zu flexiblen Bezahloptionen – und das in einem zunehmend umkämpften Markt.

Ratenzahlung: Wachstum trotz starker Konkurrenz

Die Konkurrenz schläft nicht. Affirm verzeichnete im ersten Quartal 2026 ein Bruttowarenvolumen von umgerechnet rund 10,7 Milliarden Euro – ein Plus von 35 Prozent. Noch dominanter ist Klarna mit einem Quartalsvolumen von etwa 31 Milliarden Euro, was einem Anstieg von 33 Prozent entspricht.

PayPal setzt daher auf eine kluge Strategie: Die BNPL-Angebote sollen Händlern helfen, die durchschnittlichen Warenkorbwerte zu steigern. Besonders vielversprechend sind die Verhandlungen mit der E-Commerce-Plattform Shopify, die seit Anfang 2026 laufen. Dabei geht es um eine sogenannte „Tier-one Visual Parity" – also eine gleichberechtigte Sichtbarkeit der PayPal-Zahlungsoptionen im Shopify-Checkout. Zudem soll das Fastlane-Produkt von PayPal tiefer integriert werden. Erste Daten zeigen: Fastlane erzielt Konversionsraten, die 32 bis 40 Prozent über denen herkömmlicher Gast-Checkouts liegen.

Shopify selbst treibt seine „Payments Intelligence"-Initiative voran, die zwischen Februar und Juni 2026 umgesetzt wurde. Das System nutzt intelligentes Routing und dynamische Zahlungsauswahl. Ergebnis: Die Händlergebühren sanken um 8 bis 14 Basispunkte, während die Abschlussraten bei Direkt-zu-Kunde-Marken stiegen.

Stablecoins: PayPal setzt auf PYUSD

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Neben kreditbasierten Lösungen baut PayPal seine Präsenz im Bereich digitaler Währungen aus. Der unternehmenseigene Stablecoin PayPal USD (PYUSD) kommt aktuell auf eine Marktkapitalisierung von umgerechnet rund 2,6 Milliarden Euro. Allein in der ersten Juliwoche 2026 legte der Wert um 4,25 Prozent zu – und das, obwohl der gesamte Stablecoin-Markt im gleichen Zeitraum um 1,75 Milliarden Euro auf rund 287 Milliarden Euro schrumpfte.

Der Gesamtmarkt für Stablecoins erreichte im Juni 2026 einen historischen Meilenstein: Das bereinigte Transaktionsvolumen kletterte auf umgerechnet rund 1,65 Billionen Euro. Der größte Player bleibt USDC mit einem Marktanteil von 67 Prozent (rund 1,12 Billionen Euro). PYUSD steuerte immerhin 2,24 Milliarden Euro zum Monatsergebnis bei.

PayPal unterstützt mittlerweile 15 bis 20 verschiedene Kryptowährungen und hat PYUSD auf über 70 Märkte ausgeweitet. Die Stablecoin läuft auf mehreren Blockchain-Netzwerken, darunter Ethereum, Solana, Arbitrum und Stellar.

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Marktforscher sehen einen Trend: Stablecoin-basierte Checkouts entwickeln sich vom Nischenprodukt zur Massenanwendung. Die Vorteile liegen auf der Hand: Transaktionsgebühren von oft unter einem Prozent – verglichen mit 2,5 bis 3,5 Prozent bei Kreditkarten. Hinzu kommen deutlich niedrigere Ablehnungsraten bei grenzüberschreitenden Zahlungen.

Aktie unter Druck – aber hohe Liquidität

Trotz des Wachstums bei den Zahlungsvolumina steht die PayPal-Aktie unter Druck. Anfang Juli 2026 notierte sie bei umgerechnet rund 42 Euro – ein Rückgang von fast 40 Prozent binnen Jahresfrist. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 8,14 liegt deutlich unter dem Branchendurchschnitt von 18,5.

Die Geschäftszahlen für das erste Quartal 2026 zeigen: Der Umsatz stieg um 7,2 Prozent auf umgerechnet rund 7,7 Milliarden Euro. Mit einer Nettoliquidität von etwa 12,5 Milliarden Euro und einem jährlichen freien Cashflow von rund 6,3 Milliarden Euro bleibt das Unternehmen finanziell solide aufgestellt.

Die Analysten sind gespalten. Während einige aufgrund des intensiven Wettbewerbs im Checkout-Markt zu Vorsicht raten, sehen andere in der aktuellen Bewertung eine Einstiegschance für ein unterbewertetes Unternehmen mit starker Cash-Generierung.

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