PayPal-Umbau, ArbeitsplÀtze

PayPal-Umbau: 4.760 ArbeitsplÀtze fallen weg, 1,5 Mrd. Euro Sparziel

21.06.2026 - 02:03:12 | boerse-global.de

PayPal streicht 20 Prozent der Stellen und spaltet sich in drei Einheiten auf. Trotz Umsatzplus sinkt der Nettogewinn, wÀhrend die Aktie stabil bleibt.

PayPal-Radikalkur: Stellenabbau und Aufspaltung unter neuem CEO
PayPal-Umbau - A stylized, glowing digital PayPal logo subtly superimposed over abstract financial data visualizations and stock market charts. 21.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Unter dem neuen CEO Enrique Lores, der im MĂ€rz 2026 die FĂŒhrung ĂŒbernahm, will das Unternehmen seine Kosten um mindestens 1,5 Milliarden Euro pro Jahr drĂŒcken. Ein massiver Stellenabbau und die Aufspaltung in drei GeschĂ€ftsbereiche sind die Kernpunkte der Strategie.

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Stellenabbau und Neuausrichtung

Rund 20 Prozent der Belegschaft sollen in den nĂ€chsten zwei bis drei Jahren gehen – das entspricht etwa 4.760 ArbeitsplĂ€tzen. Parallel dazu zerschlĂ€gt PayPal seine bisherige Struktur und grĂŒndet drei eigenstĂ€ndige Einheiten: Checkout Solutions, Consumer Financial Services & Venmo sowie Payment Services & Crypto. Besonders bemerkenswert: Die hauseigene Venture-Capital-Sparte PayPal Ventures wird geschlossen. Der rund zwei Jahrzehnte alte Investmentarm, der mehr als 80 Start-ups finanzierte, wird abgewickelt. Das Unternehmen prĂŒft derzeit strategische Optionen fĂŒr das bestehende Portfolio.

Stabile Aktie trotz GewinnrĂŒckgang

Die PayPal-Aktie zeigte sich zuletzt stabil. Am 18. Juni 2026 schloss sie bei 42,51 Euro und hielt dieses Niveau bis zum Wochenende. Das entspricht einem Kurs-Gewinn-VerhĂ€ltnis von etwa 7,7 bis 8 – ein Wert, der institutionelle Anleger auf den Plan ruft. Prominenter Neuzugang: Starinvestor Michael Burry hat sich erstmals eingekauft. Auch MidFirst Bank, 7G Capital Management und Rare Wolf Capital stockten ihre Positionen auf.

Die Zahlen des ersten Quartals 2026 lesen sich zwiespĂ€ltig. Der Umsatz stieg um sieben Prozent auf 8,35 Milliarden Euro und ĂŒbertraf damit die Analystenerwartungen. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag mit 1,34 Euro ebenfalls ĂŒber den Prognosen. Das gesamte Zahlungsvolumen wuchs um elf Prozent auf 464 Milliarden Euro. Doch der Nettogewinn brach um 14 Prozent auf 1,11 Milliarden Euro ein. FĂŒr das zweite Quartal stellt das Management einen weiteren RĂŒckgang des Gewinns je Aktie im einstelligen Prozentbereich in Aussicht.

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Venmo und Fastlane als Wachstumstreiber

Trotz des harten Wettbewerbs im KerngeschÀft zeigen einzelne Bereiche StÀrke. Die Bezahl-App Venmo steigerte ihr Transaktionsvolumen im ersten Quartal um 14 Prozent. Auch das "Fastlane"-Feature, ein Bezahlsystem mit nur einem Klick, gewinnt an Fahrt. Mittlere HÀndler auf Plattformen wie BigCommerce und Adobe Commerce setzen zunehmend darauf. Seit der nativen Integration Ende 2025 und Anfang 2026 verbesserte sich die Abschlussrate bei Gastbestellungen um rund 32 Prozent.

Stablecoin PYUSD expandiert

Im Bereich digitaler WĂ€hrungen baut PayPal die Reichweite seines Dollar-gestĂŒtzten Stablecoins PYUSD weiter aus. Der Token ist mittlerweile in 70 MĂ€rkten verfĂŒgbar und soll schnellere Abwicklungen sowie gĂŒnstigere grenzĂŒberschreitende Überweisungen ermöglichen. Branchenbeobachter weisen jedoch darauf hin, dass der Stablecoin weiterhin unter verschĂ€rfter regulatorischer Beobachtung steht.

Analysten bleiben vorsichtig

Trotz der umfassenden SanierungsbemĂŒhungen lautet das durchschnittliche Analystenvotum weiterhin "Halten". Zwar böten die niedrige Bewertung und die Kostensenkungen Potenzial, doch mĂŒsse PayPal erst noch beweisen, dass die neue Drei-SĂ€ulen-Struktur langfristig trĂ€gt. Gleichzeitig droht die Konkurrenz im Zahlungsverkehr, Marktanteile abzugraben.

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