Pflanzliches, Eisen

Pflanzliches Eisen: Vitamin C fördert die Aufnahme, Kaffee und Tee bremsen sie

Veröffentlicht am: 19.10.2026 um 21:45 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Tierisches Eisen wird meist besser aufgenommen; Vitamin C fördert die Verwertung, wÀhrend Kaffee, Tee und Calcium sie bremsen.
Eine Nahaufnahme von Roter Bete, WalnĂŒssen, Hagebutten und dunkler Schokolade auf einer rustikalen HolzoberflĂ€che. Illustration mit AI erstellt.

Fachberichte und ErnĂ€hrungsanalysen erlĂ€utern die biologischen Unterschiede zwischen tierischem HĂ€m-Eisen und pflanzlichem Nicht-HĂ€m-Eisen sowie die Faktoren, die deren Aufnahme im Körper steuern. WĂ€hrend HĂ€m-Eisen grundsĂ€tzlich effizienter verwertet wird, deckt Nicht-HĂ€m-Eisen den ĂŒberwiegenden Teil der tĂ€glichen Nahrungszufuhr ab.

Resorptionsraten und BioverfĂŒgbarkeit im Vergleich

Die BioverfĂŒgbarkeit der beiden Eisenformen unterscheidet sich in Untersuchungen deutlich. WĂ€hrend HĂ€m-Eisen nach vorliegenden Daten zu etwa 15 bis 25 Prozent resorbiert wird, liegt die Quote bei pflanzlichem Nicht-HĂ€m-Eisen hĂ€ufig lediglich bei 2 bis 5 Prozent.

Andere Auswertungen beziffern den Anteil von Nicht-HĂ€m-Eisen auf ĂŒber 85 Prozent des gesamten Nahrungseisens, veranschlagen die Resorptionsrate jedoch auf nur 1 bis 2 Prozent. DemgegenĂŒber nennt eine im Journal of Nutrition and Metabolism zitierte Erhebung Verwertungsraten von rund 25 Prozent fĂŒr HĂ€m-Eisen und etwa 17 Prozent fĂŒr Nicht-HĂ€m-Eisen.

Über die normale ErnĂ€hrung nimmt der menschliche Körper nach EinschĂ€tzung von Dr. Michail Chwostow, stellvertretender Direktor des Instituts fĂŒr Medizin und Medizintechnik an der NGU, tĂ€glich nicht mehr als 2 bis 2,5 mg Eisen auf.

Liegt ein festgestellter Mangel vor, sei eine Normalisierung nur ĂŒber spezialisierte Arzneimittel möglich, da Lebensmittel wie Äpfel, Rote Bete, Seetang, WalnĂŒsse, dunkle Schokolade oder Hagebuttentee keine therapeutischen Dosen lieferten. Zudem warnt der Mediziner vor unkontrollierter Einnahme von PrĂ€paraten, weil der Organismus ÜberschĂŒsse nicht aktiv ausscheiden könne.

NĂ€hrstoffdichte in tierischen und pflanzlichen Produkten

Unter den tierischen Quellen verzeichnet Blutwurst mit circa 29,4 mg pro 100 g einen besonders hohen Gehalt, gefolgt von HĂŒhnerblut mit 28,3 mg. Schweineleber weist 15,8 bis 20 mg auf, in rohem Zustand 13,0 mg. HĂŒhnerleber liegt bei 13,1 mg beziehungsweise roh bei 9,0 mg.

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Kalbs- und Rinderleber erreichen 6,5 bis 7,9 mg, Schweineniere 5,6 mg, Schweinefleisch 3,4 mg sowie Rindfleisch etwa 3,2 bis 3,3 mg pro 100 g. Bei MeeresfrĂŒchten bieten Asari-Dosenmuscheln 29,7 mg und Katsuo 1,9 bis 2,5 mg Eisen. Wegen des hohen Vitamin-A-Gehalts wird empfohlen, den Verzehr von Leber auf maximal 30 bis 50 g etwa einmal pro Woche zu beschrĂ€nken.

Auch pflanzliche Erzeugnisse verfĂŒgen ĂŒber beachtliche Eisenwerte. Kakaopulver enthĂ€lt etwa 10 bis 46,8 mg pro 100 g, Zartbitterschokolade rund 17 mg und Weizenkleie 16 mg. Eigelb erreicht 10,2 mg, Sojabohnen 9,4 mg, Hirse circa 9 mg sowie trockene Linsen und Bohnen 6 bis 8 mg.

Kichererbsen und Sonnenblumenkerne liegen bei etwa 6 mg, Tofu bei 5,4 mg und Haferflocken bei 4,4 bis 4,6 mg. Beim BlattgemĂŒse ĂŒbertrifft Komatsuna mit 2,8 mg pro 100 g den Spinat, der 2,0 mg aufweist. Bei Hijiki-Algen sank der registrierte Eisengehalt seit 2015 von 55 mg auf 6,2 mg, was auf den Wechsel von Eisenkesseln zu Edelstahl zurĂŒckgeht.

Bezogen auf portionsbasierte Mengen nennt Health sieben Alternativen, die rotes Fleisch ĂŒbertreffen: 85 g HĂŒhnerleber liefern 9,9 mg Eisen (54 Prozent des Tagesbedarfs) und 85 g Austern 8 mg (44 Prozent).

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Eine Tasse Linsen, eine Tasse Tofu sowie eine Tasse Spinat stellen mit jeweils rund 6 mg (34 Prozent) die doppelte Menge einer Portion Rindfleisch beziehungsweise eines Steaks dar. Gekochte Tomaten (eine Tasse) und 57 g dunkle Schokolade enthalten jeweils 4 mg (22 Prozent).

Hemmende und fördernde Faktoren bei der Aufnahme

Die Verwertung von Nicht-HĂ€m-Eisen hĂ€ngt stark von begleitenden Nahrungsbestandteilen ab. Vitamin C – vorkommend in Paprika, Orangensaft, Zitrone, Orange, Guave oder Kiwi – sowie der gleichzeitige Konsum von Fleisch fördern die Aufnahme.

Kaffee, Tee, Milchprodukte, Calcium und Phytate wirken hingegen hemmend. Hohe Calcium-Supplemente sollten daher zeitlich getrennt eingenommen werden. FĂŒr Personen mit veganer ErnĂ€hrungsweise stammt Nicht-HĂ€m-Eisen primĂ€r aus HĂŒlsenfrĂŒchten, Tofu, Vollkorn, NĂŒssen, Samen und dunkelgrĂŒnem GemĂŒse.

Referenzwerte und Diagnose von Mangelerscheinungen

Die Deutsche Gesellschaft fĂŒr ErnĂ€hrung (DGE) setzt die tĂ€glichen Referenzwerte fĂŒr MĂ€nner bei 7,5 mg an, fĂŒr menstruierende Frauen bei 10,5 bis 11,0 mg und sieht fĂŒr Schwangere ab Mitte der Schwangerschaft ein Plus von 9,5 mg vor.

Als Toleranzobergrenze fĂŒr Frauen gelten 40 mg pro Tag. Eisenmangel kann sich durch chronische MĂŒdigkeit, Kraftlosigkeit, Kurzatmigkeit und Konzentrationsprobleme Ă€ußern; auch beim Restless-Legs-Syndrom können niedrige Eisenwerte beteiligt sein.

Die DGE empfiehlt zur Feststellung eine kombinierte Beurteilung mehrerer Biomarker. Bei Symptomen wie Herzklopfen oder BlĂ€sse sollten neben dem Blutbild und Ferritinwert auch FolsĂ€ure, Vitamin B12 sowie EntzĂŒndungswerte als alternative Ursachen abgeklĂ€rt werden.

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