Pflegeheime, Eigenanteil

Pflegeheime: Eigenanteil steigt auf 3.364 Euro – neuer Höchststand

Veröffentlicht: 15.07.2026 um 05:04 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Die Eigenanteile in Pflegeheimen erreichen einen Rekordwert von durchschnittlich 3.364 Euro monatlich, mit starken regionalen Unterschieden zwischen den Bundesländern.

Pflegeheimkosten 2026: Neuer Höchststand von 3.364 Euro Eigenanteil
Nahaufnahme der Hände einer älteren Person, die auf einem Dokument mit verschwommenen Zahlen ruhen, im Hintergrund ein Pflegeheim. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Im ersten Jahr müssen Bewohner nun durchschnittlich 3.364 Euro monatlich selbst zahlen – ein neuer Höchststand.

Das zeigt eine aktuelle Analyse des Verbandes der Ersatzkassen (vdek) vom 1. Juli 2026. GegenĂĽber dem Vorjahr stieg der Betrag um 256 Euro, seit Jahresbeginn sogar um 119 Euro.

Bremen ist Spitzenreiter – Sachsen-Anhalt am günstigsten

Die Kosten unterscheiden sich stark je nach Bundesland. Am teuersten ist Bremen: Hier zahlen Bewohner im Schnitt 3.761 Euro pro Monat. Es folgen das Saarland (3.695 Euro), Nordrhein-Westfalen (3.671 Euro) und Baden-WĂĽrttemberg (3.657 Euro).

Am günstigsten bleibt Sachsen-Anhalt mit 2.891 Euro – allerdings ebenfalls auf hohem Niveau.

Besonders dynamisch entwickeln sich die Kosten in Ostdeutschland. In ThĂĽringen stiegen die Eigenanteile um rund 250 Euro, in Sachsen und Sachsen-Anhalt sogar um etwa 300 Euro im Vergleich zum Vorjahr.

Woher kommen die hohen Kosten?

Der monatliche Eigenanteil setzt sich aus mehreren Posten zusammen – und fast alle steigen:

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Die Eigenanteile steigen ungebremst – auf durchschnittlich 3.364 Euro pro Monat. Doch es gibt legale Wege, die Belastung zu senken: von Entlastungszuschlägen bis zur Wahl des günstigsten Bundeslandes. Dieser Report zeigt Ihnen die konkreten Schritte. Jetzt kostenlosen Report anfordern

  • Pflegebedingter Eigenanteil (EEE): 2.088 Euro (+226 Euro zum Vorjahr)
  • Unterkunft und Verpflegung: 1.086 Euro (+50 Euro)
  • Investitionskosten: 521 Euro
  • Ausbildungsumlagen: 128 Euro

Haupttreiber sind die gestiegenen Personalkosten. Seit 2022 gilt die verpflichtende Tarifbezahlung in der Pflege. Da die Pflegeversicherung nur einen Festbetrag übernimmt, werden höhere Löhne direkt an die Bewohner weitergegeben.

Entlastung kommt spät – Reformen in der Diskussion

Zwar gibt es gesetzliche Entlastungszuschläge, die mit der Aufenthaltsdauer greifen. Ab dem vierten Jahr sinkt der Eigenanteil auf durchschnittlich 2.216 Euro. Doch die Grundbelastung bleibt hoch.

Der Grund: Den Pflegekassen droht 2027 ein Defizit von 7,6 Milliarden Euro. Diskutiert werden daher mehrere Reformvorschläge:

  • Die Wartezeit fĂĽr Entlastungszuschläge soll von 12 auf 18 Monate verlängert werden – das brächte Einsparungen von rund 2,6 Milliarden Euro.
  • Der Beitragssatz fĂĽr Kinderlose soll auf 4,3 Prozent steigen.
  • Die Tarifbezahlung könnte ab 2027 vorĂĽbergehend ausgesetzt werden.
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Die vdek-Chefin Ulrike Elsner fordert eine wirksame Begrenzung des Kostenanstiegs. Patientenschützer wie Eugen Brysch schlagen vor, dass die Bundesländer die Investitions- und Ausbildungskosten vollständig übernehmen. Das würde Bewohner sofort um 623 bis 649 Euro pro Monat entlasten.

Die Sozialminister der Länder verweisen allerdings auf die Bundesregierung – eine umfassende Pflegereform bleibt in der Schwebe.

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