Phishing-Welle: Quishing-Attacken steigen um 146 Prozent
Veröffentlicht: 16.07.2026 um 07:17 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Kriminelle nutzen gefälschte Mobilfunkangebote, QR-Codes und sogar echte Buchungsdaten, um Reisende abzuzocken.
Gefälschte eSIM-Angebote und Quishing-Attacken
Ein Schwerpunkt der aktuellen Angriffe liegt auf dem Bereich der mobilen Kommunikation. Sicherheitsforscher von Kaspersky identifizierten Phishing-Webseiten, die die Portale bekannter Mobilfunkanbieter imitieren. Die Betrüger werben mit preisgünstigen eSIM-Tarifen für Auslandsreisen, um Kreditkartendaten und persönliche Zugangsdaten zu entwenden.
Dabei komme zunehmend künstliche Intelligenz zum Einsatz, um die gefälschten Seiten täuschend echt wirken zu lassen. Parallel dazu verzeichnen Branchenanalysten einen massiven Anstieg sogenannter Quishing-Attacken, bei denen schädliche QR-Codes in E-Mails zum Einsatz kommen. Nach Daten von Microsoft stieg die Zahl dieser Angriffe im ersten Quartal um 146 Prozent. Sicherheitsberater von ESET stellten fest, dass mittlerweile jede neunte Phishing-Mail einen bösartigen QR-Code enthalte.
Betrug über Messenger-Dienste mit echten Buchungsdaten
Besonders perfide: Kriminelle nutzen für ihre WhatsApp-Nachrichten zum Teil korrekte Buchungsdaten wie Hotelnamen, Reservierungsnummern und konkrete Reisedaten. Bitdefender Labs beobachtete diese Kampagnen in über zehn Ländern, darunter auch Deutschland. Seit dem Frühjahr wurden mindestens sechs aktive Kampagnen identifiziert, bei denen die Namen von acht Reiseanbietern missbräuchlich verwendet wurden. Ziel ist es, Urlauber zu Zahlungen oder zur Preisgabe von Daten zu bewegen.
Technische Neuerungen bei iOS und Android
Die Hersteller von Smartphone-Betriebssystemen bereiten derzeit Erweiterungen ihrer Sicherheitsarchitekturen vor. In der aktuellen Beta-Version von iOS 26.6 wurde eine neue Funktion entdeckt, die bösartige Nachrichten in iMessage, SMS und RCS erkennen soll. Ein Warnhinweis ermöglicht es Nutzern, verdächtige Nachrichten direkt an den Hersteller weiterzuleiten. Dies ist eine Weiterentwicklung der mit iOS 14 eingeführten Sicherheitskomponente BlastDoor.
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Google plant unterdessen für Android 17 die Integration lokaler KI-Modelle, um Sicherheitsfunktionen ohne Cloud-Anbindung zu ermöglichen. Dies erfordert nach Branchenberichten eine Hardware-Ausstattung mit mindestens 12 Gigabyte Arbeitsspeicher. Während Samsung eine Beta-Phase bereits im Frühjahr startete und einen stabilen Release für den Spätsommer anstrebt, wird ein entsprechendes Hardware-Event von Google für Mitte August erwartet.
Verhaltensempfehlungen der Behörden und Experten
Polizeibehörden und Digitalexperten raten Reisenden zu einer systematischen Vorbereitung ihrer Geräte. Zu den empfohlenen Maßnahmen gehören:
- Netzwerksicherheit: Die Nutzung öffentlicher WLAN-Netzwerke und fremder USB-Ladestationen (Vermeidung von Juice Jacking) sollte eingeschränkt werden.
- Roaming-Management: Außerhalb der EU empfiehlt es sich, das Datenroaming zu deaktivieren und stattdessen auf Offline-Karten oder verifizierte eSIM-Anbieter direkt über deren offizielle Webseiten zurückzugreifen.
- Datensicherung: Vor Reiseantritt sollten Backups in der Cloud angelegt und wichtige Dokumente verschlüsselt auf dem Gerät oder in digitalen Wallets gespeichert werden.
- Geräteidentifikation: Das Notieren der IMEI-Nummer und das Einrichten der Geräteortung erleichtern das Handeln bei Verlust oder Diebstahl.
- Soziale Medien: Experten raten davon ab, Hinweise auf die eigene Abwesenheit öffentlich in sozialen Netzwerken zu posten.
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Für den Notfall wird auf den zentralen Sperr-Notruf 116 116 verwiesen, um Zahlungskarten und digitale Identitäten umgehend sichern zu können. Im Bereich des Flugverkehrs erinnert die Bundespolizei zudem daran, dass die geltenden Flüssigkeitsregeln für das Handgepäck mit maximal 100 Millilitern pro Behälter weiterhin Bestand haben und elektronische Geräte bei der Kontrolle separat vorgelegt werden müssen.
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