Probiotika, EPA

Probiotika und EPA: Zwei Bifidobacterium-StÀmme bilden Autismus-Metabolite

Veröffentlicht am: 11.10.2026 um 11:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Laborversuche zeigen stammabhÀngige EPA-Stoffwechselwege; klinische Untersuchungen am Menschen waren nicht Teil der Studie.

Bifidobacterium breve: Nur zwei StÀmme wandeln EPA um
Nahaufnahme einer Petrischale mit mikroskopischen Bakterienkulturen auf einem NĂ€hrboden in einem Labor. Illustration mit AI erstellt.

Eine im Jahr 2026 in der Fachzeitschrift npj Science of Food publizierte Untersuchung analysiert die Wechselwirkungen zwischen ausgewĂ€hlten probiotischen BakterienstĂ€mmen und ungesĂ€ttigten FettsĂ€uren. Ein Forschungsteam um Miaoyu Li von der Zhejiang Gongshang University untersuchte das Stoffwechselverhalten von fĂŒnf StĂ€mmen der Art Bifidobacterium breve.

Wie aus einem Bericht vom 9. Oktober 2026 hervorgeht, zeigte sich dabei eine deutliche funktionelle Differenzierung: Lediglich zwei der fĂŒnf getesteten StĂ€mme, benannt als BB1 und BB2, wandelten die Omega-3-FettsĂ€ure EicosapentaensĂ€ure (EPA) im Laborexperiment in autismus-assoziierte Metabolite um.

Unterschiedliche Stoffwechselprofile der untersuchten StÀmme

Die Laboranalysen der Forscher der Zhejiang Gongshang University wiesen nach, dass sowohl BB1 als auch BB2 die Bildung von DocosahexaensĂ€ure (DHA) und ArachidonsĂ€ure förderten. Neben diesen ĂŒbereinstimmenden Synthesewegen beobachteten die Wissenschaftler jedoch stamm-spezifische Besonderheiten bei der weiteren FettsĂ€uretransformation.

So steigerte der Stamm BB1 im Versuchsansatz zusĂ€tzlich das Aufkommen von EicosadiensĂ€ure (EDA). Der Stamm BB2 wiederum sekretierte bei der Verstoffwechselung von EPA ÖlsĂ€ure. Die ĂŒbrigen drei der insgesamt fĂŒnf untersuchten Bifidobacterium-breve-StĂ€mme zeigten diese Umwandlungsprozesse unter den experimentellen Laborbedingungen hingegen nicht.

Rechnerische Modellierung biologischer Signalwege

ErgĂ€nzend zu den biochemischen In-vitro-Messungen unterzogen die Autoren die Ergebnisse einer Netzwerkpharmakologie-Analyse, um potenzielle molekulare Wirkorte der Metaboliten rechnerisch abzubilden. FĂŒr die Kombination aus dem Stamm BB1 und EPA ergaben die Modellierungen Angriffspunkte an den Zielstrukturen AKT1, MTOR, PIK3CA, ESR1 sowie PPARG. Diese Proteine sind funktionell dem PI3K-Akt-mTOR- sowie dem AMPK-Signalweg zugeordnet.

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FĂŒr Stoffwechselprodukte aus der Interaktion von BB2 mit EPA identifizierte die bioinformatische Analyse ein abweichendes Profil. Hier traten primĂ€r die Zielstrukturen ESR1, MAPK3 und PPARG hervor, welche mit dem AMPK-Signalweg in Verbindung stehen. Die Berechnungen verdeutlichen, dass selbst eng verwandte StĂ€mme derselben Bakterienart ĂŒber ihre jeweiligen Abbauprodukte rechnerisch verschiedene zellulĂ€re Pfade ansprechen können.

Grenzen der Ergebnisse durch rein experimentelle Methodik

Hinsichtlich der Interpretation der Daten verweist die Publikation auf den methodischen Rahmen: Die zugrundeliegende Arbeit stĂŒtzte sich ausschließlich auf In-vitro-Versuche im Labor und computergestĂŒtzte Modellanalysen. Es wurden im Kontext dieser Studie weder Tierversuche noch klinische Untersuchungen an menschlichen Probanden durchgefĂŒhrt.

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Die Ergebnisse bieten grundlegende Einblicke in die mikrobielle Biotransformation von Omega-3-FettsĂ€uren, lassen zum gegenwĂ€rtigen Zeitpunkt jedoch keine direkten RĂŒckschlĂŒsse auf physiologische AblĂ€ufe oder klinische Anwendungen im lebenden Organismus zu.

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