Protein aus Strom: Neue Studie belegt industrielle RentabilitÀt
Veröffentlicht am: 14.08.2026 um 11:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die groĂtechnische Erzeugung von Nahrungsmitteln aus ElektrizitĂ€t und Mikroorganismen rĂŒckt zunehmend in den Fokus der biotechnologischen Forschung. Eine im August 2026 in der Fachzeitschrift PNAS (Proceedings of the National Academy of Sciences) veröffentlichte Studie der UniversitĂ€t TĂŒbingen belegt nun die industrielle RentabilitĂ€t eines spezifischen zweistufigen Verfahrens zur Produktion von Proteinen und Vitaminen.
Die Untersuchung mit der DOI-Nummer 10.1073/pnas.2535684123 zeigt auf, wie durch den Einsatz spezialisierter Bakterien- und Hefekulturen eine effiziente NĂ€hrstoffgewinnung realisiert werden kann.
Technologische Grundlagen und ProduktionskapazitÀten
Das untersuchte Power-to-Protein-Verfahren basiert auf einer zweistufigen Prozesskette, in der die Mikroorganismen Thermoanaerobacter kivui und Saccharomyces cerevisiae zum Einsatz kommen. In der ersten Phase werden durch bakterielle Prozesse Vorstufen generiert, die in der zweiten Stufe von der Hefe Saccharomyces cerevisiae fĂŒr den Aufbau von Biomasse genutzt werden.
Modellberechnungen fĂŒr eine industrielle Bioreaktoranlage mit einem Volumen von 1.750 Kubikmetern verdeutlichen das Potenzial dieser Technologie. Laut den im August 2026 publizierten Daten kann eine Anlage dieser GröĂenordnung jĂ€hrlich etwa 12,9 Kilotonnen Hefe produzieren. In dieser Biomasse sind signifikante Mengen an wertvollen Inhaltsstoffen enthalten, darunter 813 Kilogramm FolsĂ€ure (Vitamin B9) sowie 5,6 Kilotonnen Proteine.
Ăkonomische Bewertung und AmortisationszeitrĂ€ume
Ein wesentlicher Aspekt der Untersuchung der UniversitĂ€t TĂŒbingen ist die Analyse der wirtschaftlichen Machbarkeit. Die Forscher kommen zu dem Ergebnis, dass die Wirtschaftlichkeit maĂgeblich vom erzielten Marktpreis der produzierten Hefe abhĂ€ngt. Bei einem angenommenen Preis von 20 US-Dollar pro Kilogramm Hefe wĂŒrde sich die Investition in eine entsprechende Anlage bereits nach einem Zeitraum von fĂŒnf Jahren amortisieren.
Die Studie der UniversitĂ€t TĂŒbingen zeigt: Eine 1.750-Kubikmeter-Anlage produziert jĂ€hrlich 12,9 Kilotonnen Hefe â und amortisiert sich bei 20 US-Dollar pro Kilogramm bereits nach fĂŒnf Jahren. Unser Leitfaden ĂŒbersetzt diese Kennzahlen in eine konkrete WirtschaftlichkeitsprĂŒfung fĂŒr Ihr Vorhaben. Jetzt kostenlosen Leitfaden anfordern
Die Studie identifiziert zudem verschiedene Preisszenarien fĂŒr unterschiedliche QualitĂ€tsstufen der Endprodukte. Ein idealer Mindestpreis fĂŒr die unraffinierte Biomasse wurde mit 4,53 US-Dollar pro Kilogramm berechnet.
Sollte das Verfahren jedoch auf eine maximierte Proteingewinnung inklusive aufwendiger Reinigungsprozesse ausgelegt werden, steigen die Kosten. In diesem Fall liegt der kalkulierte Preis bei 14,24 US-Dollar pro Kilogramm, wobei sich der Amortisationszeitraum fĂŒr die Anlage auf sieben Jahre verlĂ€ngern wĂŒrde.
Bedeutung fĂŒr die globale NĂ€hrstoffversorgung
Die Effizienz des Power-to-Protein-Ansatzes wird in der Studie auch im Kontext der menschlichen ErnÀhrung quantifiziert. Die jÀhrliche Ausbringungsmenge einer einzelnen Anlage mit 1.750 Kubikmetern KapazitÀt reicht rechnerisch aus, um 5,6 Millionen Menschen mit der empfohlenen Tagesdosis an Vitamin B9 zu versorgen.
Investoren, die die RentabilitĂ€t von Power-to-Protein-Projekten prĂŒfen, finden in unserem Leitfaden eine Marktpreis-Analyse und einen Rechner fĂŒr AmortisationszeitrĂ€ume â von 4,53 US-Dollar Mindestpreis bis 14,24 US-Dollar bei Proteinreinigung. Wirtschaftlichkeitsrechner jetzt sichern
DarĂŒber hinaus leistet das Verfahren einen Beitrag zur Deckung des Proteinbedarfs. Den Berechnungen der UniversitĂ€t TĂŒbingen zufolge könnten mit der jĂ€hrlichen Proteinproduktion von 5,6 Kilotonnen etwa 5,6 Prozent des Proteinbedarfs der genannten Bevölkerungsgruppe gedeckt werden.
Diese Daten unterstreichen die Möglichkeit, biotechnologische Verfahren als ergĂ€nzende SĂ€ule in der globalen Versorgungskette zu etablieren, insbesondere dort, wo traditionelle landwirtschaftliche Methoden an ihre Grenzen stoĂen oder ökologische Ressourcen geschont werden sollen.
